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Nikon wird scharf vom Wall Street Journal kritisiert – zu Recht?

Nikon hat die neue D810 vorgestellt und wird quasi gleichzeitig vom Wall Street Journal scharf kritisiert. Olympus hingegen wird gelobt.


Die neue Nikon D810

Die vor wenigen Tagen vorgestellte Nikon D810 ist keine Revolution in Sachen Kamera-Technik. Sie stellt – wie die Namensgebung auch schon sagt – „nur“ ein Update zur D800/D800E dar, allerdings ein Update mit einigen sinnvollen Neuerungen wie man zugeben muss. Trotzdem hat es Nikon versäumt, ein großes Ausrufezeichen zu setzen und dafür muss das Unternehmen langsam aber sicher immer mehr Kritik einstecken.

Kritik vom Wall Street Journal

Die Äußerungen des Wall Street Journal unter dem Artikel mit der Überschrift „Nikon Lost in Hall of Mirrors“ zielen zwar nicht direkt auf die neue D810 ab, doch die neue Kamera passt trotzdem ins Bild. Das WSJ kritisiert Dinge, die auch wir in unserem Artikel „Der Fall Nikon(s)“ teilweise schon angesprochen hatten. So biete Nikon laut WSJ im Bereich der spiegellosen Systemkameras, dem wohlgemerkt einzigen Kamera-Bereich, in dem steigende Verkaufszahlen und Wachstum verzeichnet werden können, nach wie vor nur wenige Produkte an. Zu sehr halte man an seinen High-End-DSLRs fest, doch der Plan scheint nicht aufzugehen. Nikons Kamera-Segment schrumpft und anstatt aggressiv und mit innovativen Produkten zu reagieren, entschließt sich Nikon, in den nächsten Jahren ganze 2 Milliarden Dollar in den Bereich der medizinischen Ausrüstung zu investieren. Der richtige Weg für das Unternehmen? Aus Sicht eines Fotografen mit Sicherheit nicht.

Lob für Olympus

Olympus hingegen wird vom Wall Street Journal gelobt und auch wenn Olympus in den letzten Jahren finanziell gesehen natürlich nicht übermäßig gut aussah, dann geht das Unternehmen doch davon aus, in nächster Zeit den Durchbruch schaffen zu können, um endlich wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Hier noch der genaue Wortlaut des WSJ:

The market shows growth in just one category: “mirrorless” cameras. Nikon was among the last of major Japanese makers to release a mirrorless camera, and still offers only a handful of models. The company likely fears cannibalization of its high-end DSLRs, but its strategy seems not to be working. Nikon’s camera division, more than two-thirds of the company, posted a 9% revenue decline for the year through March. Incoming chief executive Kazuo Ushida said the company plans to dive into medical equipment, in which it has no expertise… while rival Olympus is already a global leader in medical imaging, as well as in mirrorless cameras.

Quelle: WSJ

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Student, freiberuflicher Redakteur und Gründer von Photografix, der seit einigen Jahren im Netz unterwegs ist und sich für beinahe alles begeistern kann, was irgendwie mit Technik zu tun hat.

5 Kommentare

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  • DSLRs werden vermutlich noch lange ihre Berechtigung behalten – in bestimmten Segmenten.

    Aber eine Fuji X-E2 ist schon heute IMO allen anderen APS-C Kameras überlegen! Das ist die Zukunft!

  • Wir können hoffen, dass Nikon aus der öffentlichen Kritik Rückschlüsse zieht und endlich wirklich innovative Neuerungen vorstellt. Allerdings mit wenig Budget wird das wohl schwierig.

    Ich hatte vor paar Monaten High Iso Shots mit der Em1 verglichen. Optisch gefielen die mir. Außerdem gibts da einige Funktionen, die es nur in Olympus Kameras gibt. Ich finde die Firma Innovativ. Olympus hat aber ein extrem hohes Preisseqment. Die E-M1 wird auch in einigen Kommentaren bei Amazon als zu teuer kritisiert. Ich wünsche eine E-M1 als Fullframe, aber nicht für 3000 Euro…

  • Warum sollte eine Entscheidung für medizin-technische Aquise falsch sein. Nikon will Geld verdienen, ist doch in Ordnung. Nikon ist schon lange im medizinischen Bereich unterwegs => z. B. das Medical-Nikkor ist legendär und bis heute gesucht. Die Ergebnisse der medizin-technischen Aktivitäten fließen zurück ins Consumer-Geschäft.

    Die großen DSLRs sind eine Klasse für sich: Wer mit der D700/D800 oder D3s/D4 gearbeitet hat, weiß diese „Arbeitspferde“ zu schätzen. Auch den Service, den Nikon sogar Amateuren bietet.

    Ich hoffe auf weitere neue Objektive!!
    Nikon, weiter so.
    Dirk
    P. S. Mein Geld steckt NICHT in den Gehäusen, sondern im Glas.

    • „Die Ergebnisse der medizin-technischen Aktivitäten fließen zurück ins Consumer-Geschäft.“

      Das ist eben genau die Frage! Ist es denn wirklich gewährleistet, dass wir Fotografen dann etwas von diesen Gewinnen (die ja auch erstmal eingefahren werden müssen!) haben?? Oder bewegt sich Nikon einfach weg vom Kamerageschäft?

      • Nikon hat noch ein drittes Standbein im Bereich Belichtungsautomaten für die Halbleiterindustrie…und dieser Bereich ist ebenfalls defizitär…auch dieser muss Quersubventioniert werden. Alles in allem keine rosigen Aussichten für Nikon