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Fotografie: Wie wird man vom Einsteiger zum Profi?

Der Weg vom Fotografie Neuling hin zum Profi ist lang und nicht immer einfach. Wir zeigen, welche Stationen man als Einstiger durchlaufen sollte und was die ersten Schritte sind.

Wer vor nicht allzu langer Zeit erstmals mit der Fotografie und Kameras im Allgemeinen in Kontakt gekommen ist, der wird vermutlich schnell gemerkt haben, dass man Wochen und Monate darauf verwenden kann, sich mit jeder einzelnen Funktion seiner Kamera und mit den verschiedenen Aspekten der Fotografie auseinanderzusetzen. Der Anfang ist dabei in der heutigen Zeit erstaunlich einfach: Kamera einschalten, Automatik-Modus auswählen, Auslöser betätigen – fertig. Alle wichtigen Einstellungen werden von der Kamera selbst vorgenommen und wer nur einige simple Schnappschüsse festhalten will, wird mit den Bildern vermutlich auch zufrieden sein. Doch wer seine Fähigkeiten verbessern möchte, wird sich vermutlich relativ schnell die Frage stellen: Wie werde ich vom Einsteiger zum Profi? Oder zumindest: Wie kann ich meine Fähigkeiten verbessern? Wir wollen erklären, welches die ersten Schritte sein können.

Die passende Kamera finden

Voraussetzung ist zunächst einmal, dass man eine Kamera besitzt – logisch. Am Anfang genügt unter Umständen eine einfache Kompaktkamera, doch mit dieser wird man recht schnell an die Grenzen stoßen. Wer sich sicher ist, dass er sich etwas intensiver mit den verschiedenen Facetten der Fotografie auseinandersetzen möchte, braucht eine bessere Kamera. In diesem Fall würden wir in den meisten Fällen zu einer günstigen Einsteiger-DSLR raten. Die Preise liegen hier bei unter 500 Euro, trotzdem hat man schon Zugriff auf diverse Einstellungsmöglichkeiten und ist mit seiner Kamera sehr flexibel. Von der deutlich besseren Bildqualität im Vergleich zu einer Kompaktkamera mal abgesehen. Konkret ist unserer Meinung nach beispielsweise die Sony A58 ein tolles Einsteiger-Modell, da sie mit einem exzellenten Preis-Leistungs-Verhältnis punkten kann und alle wichtigen Funktionen bietet.

Wissen zu Kamera & Fotografie aneignen

Wer die passende Kamera sein Eigen nennen kann, sollte sich im Folgenden auf zwei verschiedene Bereiche konzentrieren:

  1. Man sollte sich allgemein mit verschiedenen Bereichen der Fotografie beschäftigen.
  2. Man sollte sich mit den Funktionen seiner Kamera vertraut machen.

„Verschiedene Bereiche der Fotografie“ – was meinen wir damit? Nun, das sind beispielsweise ganz grundlegende technische Dinge wie Verschlusszeit und Blende, aber auch Aspekte, die in Sachen Gestaltung wichtig sind. Welchen Bildausschnitt sollte man wählen, als welcher Perspektive wirkt welches Motiv am besten? Und da in der heutigen Zeit „Kunst“ und „Technik“ eng miteinander verwoben sind, schadet es eben nicht, wenn man sich gleichzeitig mit den speziellen Funktionen seiner Kamera vertraut macht.

Internet und Fotobücher

Doch wie stellt man das am besten an? Zunächst einmal liefert das Internet in der heutigen Zeit natürlich jede Menge nützliche Informationen. Ganze egal ob man nun die Foto Tipps, Anleitungen und Hinweise verschiedener Webseiten und Magazine abarbeitet oder sich auf YouTube entsprechende Videos anschaut – im Internet sollte man eigentlich so ziemlich jede Information finden können. Allerdings ist das auch manchmal etwas umständlich und unübersichtlich und gleichzeitig weiß man manchmal auch nicht so genau, auf welche Tipps man denn hören sollte und auf welche nicht. Deshalb kann man sich überlegen, ob man sich nicht lieber ein oder zwei Fotobücher zulegen möchte. Ein Fotobuch mit allgemeinen Tipps zur Fotografie sowie evtl. ein Fotobuch, welches jede noch so kleine Funktion der eigenen Kamera aufdeckt und erklärt. Erstklassige Fotobücher haben beispielsweise der Vierfarben Verlag oder der dpunkt Verlag im Angebot. Ganz allgemein können wir Einsteigern „Der große Fotokurs: Besser fotografieren lernen“ von Jacqueline Esen oder alternativ „Digital Fotografieren lernen“ von Dietmar Spehr ans Herz legen, welches wir vor einiger Zeit auch hier auf Photografix etwas genauer unter die Lupe genommen und bewertet haben.

"Früh übt sich, was ein Meister werden will..." Quelle Bild: Jonas Tana / Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)
„Früh übt sich, was ein Meister werden will…“ So heißt es doch, oder?
Quelle Bild: Jonas Tana / Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

Fernstudium und Workshops

Wer sich – auf welchem Wege auch immer – erstmal einiges an Wissen angeeignet hat, sollte anschließend üben, üben und nochmal üben. Man wird nicht innerhalb von wenigen Monaten oder gar Wochen zum Profi, vielmehr ist das ein langer Prozess und man sollte stets geduldig mit sich selbst sein und nicht sofort zu viel von den eigenen Bildern erwarten. Wer trotzdem relativ schnell nicht weiter weiß oder früh an einen Punkt kommt, wo die Motivation langsam aber sicher auf der Strecke bleibt, der hat zwei Möglichkeiten: Zum einen kann man sich in der heutigen Zeit problemlos per Fernstudium mit der Fotografie vertraut machen, das geht zum Beispiel bei der Studiengemeinschaft Darmstadt, dort haben wir unter anderem die Studiengänge „Digitale Fotografie“ und „Professionelles Fotografieren leicht gemacht“ gefunden. Solche Studiengänge begleiten über mehrere Monate und am Ende hat man auch einen Abschluss vorzuweisen, was unter Umständen von Vorteil sein kann, wenn man mit dem Hobby Fotografieren früher oder später auch Geld verdienen möchte. Wem ein solches Fernstudium, welches man übrigens in vielen Fällen zunächst einmal eine bestimmte Zeit lang kostenlos testen kann, ein zu großer Schritt ist, der hat die Möglichkeit, mal für ein paar Tage einen Workshop bei einem Profi zu belegen. Patrick Ludolph bietet beispielsweise regelmäßig Workshops (auch für Einsteiger!) an, um nur einen der vielen Vertreter zu nennen.

Zusammenfassung

Nachdem man die ersten Wochen und Schritte erfolgreich gemeistert hat, ist die Messe aber noch nicht gelesen – und zwar noch lange nicht! Denn die Bereiche der Bildbearbeitung, mit der man sich früher oder später beschäftigen muss, sowie die Arbeit mit verschiedenen Objektiven und der Spezialisierung auf verschiedene Bereiche der Fotografie (wie z.B. Portrait, Hochzeit, Landschaft usw…) haben wir an dieser Stelle noch nicht einmal erwähnt.

Abschließend kann man also festhalten: Wer vom Einsteiger zum Profi oder zumindest zum „Amateur“ werden möchte, muss einiges an Geduld, Zeit und auch Geld mitbringen. Am Anfang sollte gleichermaßen Wissen angeeignet (Fotografie allgemein + spezielle Kamera) und geübt werden. Fotobücher, YouTube-Videos, Fernstudiengänge und Workshops stellen tolle Möglichkeiten zur Weiterbildung dar. Das Ganze mag sich im ersten Moment und nach dem Lesen dieses Artikels zwar nach harter Arbeit anhören, doch eines bringt die Fotografie definitiv mit sich – Spaß nämlich. Jede Menge Spaß sogar. Der Aufwand könnte sich also lohnen.

Quelle Beitragsbild: M. Kemal / Flickr (CC BY 2.0)

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 2.000 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

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