Canon Kameras

Canon EOS M5 ist „eine große Enttäuschung“

In einem Kommentar bezeichnet das Magazin DPReview die Canon EOS M5 als „eine große Enttäuschung“. Wir fassen den Inhalt des Artikels zusammen.

Canon EOS M5: Die neuste DSLM des Marktführers

Vor wenigen Tagen hat Canon die neue EOS M5 auf den Markt gebracht. Einige hatten schon fast nicht mehr damit gerechnet, doch nun hat Canon tatsächlich eine spiegellose Systemkamera präsentiert, die sich etwas mehr an Profis richtet. Im Vergleich zur EOS M3 ist hier ein deutlicher Fortschritt erkennbar – und doch sind nicht alle begeistert von Canons neuster DSLM.

In einem Kommentar auf DPReview bezeichnet Fotograf Barney Britton beispielsweise die Canon EOS M5 als „eine große Enttäuschung“. Gleichzeitig scheint er aber auch irgendwie begeistert von der neuen Kamera zu sein, denn es ist seiner Meinung nach die mit Abstand beste Spiegellose, die Canon je gebaut hat.

Enttäuschung und Begeisterung liegen nah beieinander

Im Prinzip kann man den Inhalt des Artikels relativ schnell auf den Punkt bringen. Herr Britton sieht auf der einen Seite im Vergleich zur alten EOS M3 einen großen Sprung nach vorne. Zudem holt Canon im spiegellosen Sektor mit dieser neuen Kamera ohne Frage deutlich auf. Aber das ist eben auch alles. Man holt auf, versäumt es aber mal wieder, sich an die Spitze zu setzen.

Die Canon EOS M5 ist eine Kamera, die seiner Meinung nach vor zwei Jahren hätte auf den Markt kommen müssen. Als Vergleich zieht er die Samsung NX1 heran, die vor exakt zwei Jahren eine der spektakulärsten Neuheiten des Jahres war. Hier konnte man in gewissen Punkten von einer wirklich fortschrittlichen Kamera sprechen, bei der Canon EOS M5 fällt das schwer. Die NX1 war ihrer Zeit leicht voraus, die EOS M5 hinkt leicht hinterher.

Im Grunde beschreibt der Artikel also ein ganz allgemeines Gefühl, welches einige Canon Nutzer seit geraumer Zeit verspüren: Von ihrem Hersteller kommen keine Neuheiten mehr auf den Markt, die man als echte „Kracher“ bezeichnen könnte. Die EOS M5 wird ohne Frage eine sehr gute Kamera werden, die manche auch einer Sony A6300 vorziehen werden. Doch es ist eben keine Kamera wie die Samsung NX1, die zum Zeitpunkt ihrer Präsentation vielen Nutzern ein „wow“ entlockt hat,

Meine persönliche Meinung

Ich kann Herrn Brittons Meinung gut nachvollziehen, denn ich hatte bei der Präsentation der EOS 5D Mark IV teilweise ganz ähnliche Gedanken (siehe Artikel: Meine Meinung zur Canon EOS 5D Mark IV). Auf der einen Seite ist die 5D Mark IV ohne Frage eine hervorragende Kamera, auf der anderen Seite aber ist es eine DSLR, die in dieser Form auch schon 2015 auf den Markt hätte kommen können.

Mein Ersteindruck von der EOS M5 deckt sich im Übrigen nicht ganz mit dem von Herrn Britton. Ohne mich bisher im Detail mit der neuen DSLM beschäftigt zu haben, bin ich auf den ersten Blick eher positiv überrascht, auch wenn natürlich essenzielle Dinge wie 4K fehlen und der Preis wieder recht hoch ist. Doch das mag vermutlich auch mit meiner ganz persönlichen Erwartungshaltung zusammenhängen. Canon hat mit der Linie der EOS M Kameras noch nie für Furore gesorgt, dementsprechend waren meine Erwartungen ziemlich niedrig. Bei der EOS 5D Mark IV hingegen hatte ich hohe Erwartungen.

Die Canon EOS M5 kann im Übrigen bereits bei Amazon vorbestellt werden!

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 2.000 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

4 Kommentare

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  • Ja, so ist das mit Canon schon seit längerer Zeit. Sie verargumentieren die seltsamsten Konstrukte und verteidigen die ebenso seltsamen Konzepte. Offenbar sind sie der Meinung, immer alles richtig zu machen, aber auch andere Tests zeigten, dass die Kamera eher vor 2 Jahren sinnvoll und gut gewesen wäre und jetzt schon wieder deutlich zu wenig Revolution ist als eine gemächliche Evolution. Nichts anderes bei der 5D Mk IV … ich bin enttäuscht.

    Solch eine Mentalität ist mir von Japanern bisher nicht bekannt gewesen, und in der Vergangenheit war Canon auch nicht so „rückschrittlich“ — in den letzten Jahren, speziell im Vergleich gegen Sony oder Nikon, zeigen sich immer mehr die Schwächen, die sich der Platzhirsch leistete, aber ausruhen auf den Lorbeeren können sie sich nicht ewig und ich wünschte mir, Canon würde endlich mal aufwachen und sich wieder auf das besinnen, was sie mal groß gemacht hat: Fortschrittsdenken.

  • Ich finde die Eos 5D IV sehr enttäuschend und auch überflüssig, weil es eine 5DSR gibt.
    Aber die EOS M5 muss erst einmal ihr Potential zeigen, vor allem mit den EF-Objektiven, bevor hier jemand von Enttäuschung sprechen kann.
    Canon ist eben seit 30 Jahren hochinnovativ im Objektivbau und da kommt auch niemand auf die gleiche Höhe, kein Nikon und kein Zeiss.
    Und die 5DSR ist eine große Innovation, die es zu entdecken lohnt.
    Sicher kommt die M5 spät, aber es fragt sich auch ob die in Canons Portfolio bisher wirklich gefehlt hat und Nikon hat mit der 1 weit mehr enttäuscht und nach vielen Tests mit neueren Sony-Kameras möchte ich von dem Hersteller auch keine der ach so innovativen Kameras haben.
    Denn nur Sensor-Qualität alleine macht keine guten Fotos, die Objektive müssen stimmen und ich will auch eine gute Bedienung und ein sinnvolles Akkusystem und keine Probleme mit Hitze in der Kamera.
    Wirklich innovativ ist derzeit nur die Nikon D500, die Fujifilm X-T2 und die Panasonic GX/GH-Serie.
    Und nicht zu vergessen die Samsung NX1.
    Da sehe ich Sony noch lange nicht im vorderen Drittel.

  • Hm… Wenn ich meine Kollegen sehe, die allesamt mit CANON unterwegs sind, frage ich mich immer wieder wo denn die Überflieger anderer Hersteller eingesetzt werden… Haste mal ein Objektiv nicht dabei, na da fragste halt ob der eine oder andere noch was im Koffer hat. Kein Problem… Innovation kann auch hier ganz einfach sein… Sicherlich, eine Mark 4 ist schon eine tolle Sache mit Macken, eine uralte Mark 2 mit aktuellem Objektiv 70-200 2.8 ist auch immer noch ein Knaller, gerade wenn es wenig Licht gibt. Eine Mark 3 mit langer 400er Brennweite und F5.6 kannst du bei gleich dunklen Umständen sehr gut fürs Porträt einsetzen… M5? Nun, ich nehme immer meine uralte G1X Mark 2 Knipse mit und überlege immer wofür ich die M5 brauchen könnte… Wie schon beschrieben wurde, ist es immer eine Frage des Einsatzzweckes und den Anspruch den man selbst an das Produkt stellt, dem Foto eben hat!

  • Also ich habe die EOS M3, also das Vorgängermodell der EOS M5 gekauft und bin doch sehr zufrieden.

    Ich fotografiere nahezu ausnahmslos Architektur und Landschaft.

    Das heißt, ich benötige
    – Objektive mit kurzer Brennweite,
    – möglichst Bildstabilisator
    – Schärfe bis an den Rand
    – geringe CAs
    – treffsicheren Autofokus
    – ausreichend Dynamik
    – möglichst Wasserwaage
    – Histogrammvorschau
    – es muss noch bezahlbar sein

    All das bietet mir die EOS M3 und die EF-Objektive.
    Ich habe bisher keine Kamera gehabt, deren Autofokus treffsicherer war.
    Insbesondere bei der schnelleren Sony A6000 hatte ich doch öfters mal einen Fehlfokus – trotz Kontrastautofokus.
    Bei der EOS M3 hatte ich bisher nicht einen Fehlfokus !!!

    Die Nachteile hingegen
    – nicht der schnellste Autofokus
    – geringe Akkukapazität
    kann ich verschmerzen

    Panasonic und Olympus
    – rauschen stärker
    – die Dynamik ist geringer
    – die Auflösung ist geringer
    – die Preise sind überzogen

    Sony
    – hat keine Objektive

    Fuji
    – zu exotisch mit dem X-Trans-Sensor
    – Objektive viel zu teuer

    Für mich als jemand der Architektur und Landschaft fotografiert, ist bereits das EOS M3 System das beste am Markt gewesen.