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Sony A9: Das Aus für Canon und Nikon? [Teil 1]

Die Sony A9 ist definitiv eine beeindruckende Kamera. Wird Sony damit die Vorherrschaft von Canon und Nikon beenden können?

Sony A9: Eine beeindruckende Kamera

Wer als Profifotograf im Sportbereich tätig ist, musste sich in den letzten Jahren vor dem Kauf einer neuen Kamera stets folgende Frage stellen: Canon oder Nikon? Seit langer Zeit haben die beiden Großen der Fotobranche im Profisegment eine Vormachtstellung inne und wer bei seiner Kamera Wert auf Geschwindigkeit legt und zudem das nötige Kleingeld besitzt, dürfte sich in den letzten Monaten oftmals für die Nikon D5 oder die Canon EOS-1D X Mark II (siehe Bild oben) entschieden haben.

Doch jetzt gibt es da noch eine dritte Option – die Sony A9. Mit ihr wagt Sony endgültig den Vorstoß ins Profisegment und die Sony A9 soll vor allem ein Konkurrenzprodukt für die beiden gerade angesprochenen Kameras von Canon und Nikon sein. Doch wie gefährlich kann Sony mit der A9 Canon und Nikon wirklich werden?

Um diese Frage zumindest teilweise zu beantworten, sollten wir zunächst einmal einen Blick auf einige wichtige technische Daten der drei Kameras werfen.

Sony A9 vs. Canon EOS-1D X Mark II vs. Nikon D5

Sensor und Bildqualität

  • Sony A9: 24 Megapixel
  • Canon EOS-1D X Mark II: 20 Megapixel
  • Nikon D5: 21 Megapixel

Dass Sonys Sensoren aktuell die besten auf dem Markt sind, ist kein Geheimnis. Sony gibt an, dass der neu entwickelte Sensor der A9 die bisher beste Bildqualität aller Vollformatkameras bieten soll. Unter anderem den Dynamikumfang will Sony verbessert haben. Hat daran jemand Zweifel? Ich zumindest nicht.

Serienbildgeschwindigkeit

  • Sony A9: 20 fps
  • Canon EOS-1D X Mark II: 16 fps
  • Nikon D5: 14 fps

Die Zahlen sprechen für sich: Die Sony A9 ist mit Abstand die schnellste der genannten Kameras – obwohl sie mit 24 Megapixeln die höchste Auflösung besitzt. Zudem gibt es keine Blackouts im Sucher, wenn man den Auslöser gedrückt hält. Man kann also ohne Probleme Motiven folgen, die sich schnell bewegen.

Autofokus

  • Sony A9: 693 Messfelder
  • Canon EOS-1D X Mark II: 61 Messfelder
  • Nikon D5: 153 Messfelder

Natürlich kann man anhand der Anzahl der Messfelder nicht direkt ablesen, welcher Autofokus nun der beste ist. Doch wenn 693 Messfelder insgesamt 93 Prozent des Bildfeldes abdecken – dann ist das schon mal eine ganz gute Voraussetzung. Zudem soll der Autofokus der Sony A9 im Vergleich zur A7r II um 25 Prozent schneller geworden sein. Trotzdem: Warten wir mal ab, wie sich der Autofokus der A9 in der Praxis schlagen wird.

Weitere Unterschiede

Das hier soll kein detaillierter Vergleich zwischen der Sony A9, Nikon D5 und Canon EOS-1D X Mark II werden, deshalb möchte ich nur noch kurz einige wenige Punkte ansprechen.

Erinnert ihr euch an diese irrwitzige Geräuschkulisse der DSLRs beim Treffen zwischen Obama und Trump? Sowas gibt es bei der Sony A9 nicht. Sie arbeitet dank elektronischem Verschluss auf Wunsch absolut leise und ohne irgendwelche Vibrationen.

Alle drei Kameras zeichnen Videos in 4K auf, doch die A9 liest bis zu den Bildrändern des Sensors aus und rechnet die Videos von 6K auf 4K herunter, was für eine bessere Bildqualität sorgt. Man könnte hier noch einige weitere Video-Eigenschaften aufführen, doch ich denke es dürfte klar sein, dass die Sony A9 insgesamt die beste Videokamera ist.

Größenvergleich

Bei den Jungs und Mädels von Camerasize.com ist die Sony A9 schon in der Datenbank, sodass man die Größe der neuen DSLM mit anderen Kameras vergleichen kann. Wenn man die Sony A9 neben die Canon EOS-1D X Mark II stellt, dann sieht das folgendermaßen aus:

Der Vergleich hinkt ein wenig, da bei der Canon sozusagen gleich ein vertikaler Griff integriert ist, den man bei der A9 noch extra anbringen muss. Trotzdem: Die Canon EOS-1D X Mark II ist ungefähr… doppelt so groß wie die A9? Und dementsprechend auch etwa doppelt so schwer.

Ist das nun ein Vorteil oder ein Nachteil? Das ist eine Frage, die unter Fotografen immer wieder gerne diskutiert wird. Der eine schätzt es, wenn er ein richtiges Werkzeug in der Hand hat, das mit langen Brennweiten gut ausbalanciert ist, der andere bevorzugt das handliche und leichtere Gehäuse einer Spiegellosen von Sony. Letztendlich ist es also Geschmackssache, welche Kamera man hier bevorzugt. Es sei aber erwähnt, dass es für die Sony A9 einen Hochformatgriff sowie einen Batteriegriff geben wird, die die Größe und das Gewicht der Kamera logischerweise erhöhen.

Zwischenfazit zu den Spezifikationen

Ich ziehe an dieser Stelle mal ein kurzes Zwischenfazit, bevor wir in Teil 2 dieses Artikels weitere wichtige Punkte besprechen werden: Wenn man die Sony A9 mit den beiden absoluten Flaggschiffen von Canon und Nikon vergleicht, dann wird schnell klar, dass die Sony A9 die Konkurrenz in vielerlei Hinsicht verdammt alt aussehen lässt. Die technischen Daten sind absolut beeindruckend und nicht wenige dürften bei der offiziellen Präsentation gestern große Augen gemacht haben.

Hier geht es weiter mit Teil 2 dieses Artikels!

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Student, freiberuflicher Redakteur und Gründer von Photografix, der seit einigen Jahren im Netz unterwegs ist und sich für beinahe alles begeistern kann, was irgendwie mit Technik zu tun hat.

20 Kommentare

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  • Ich wünsche mir Sony auf Augenhöhe … aber bitte nicht mehr !

    Alle reden vom Canon und Nikonkiller … aber wenn man mal selber Sony Produkte nutzt (ich benutze selbst eine A7II) muss man sich eingestehen … wirklich fair eingestehen .. dass alle Produkte rund um die „günstigen“ Bodys einfach nur frech und sauteuer sind.

    Wenn Sony einmal allein auf weiter Flur steht, dann ist es aus mit dem ambitionierten Hobbyfotografentum .. denn dann bekommen wir Preise, die gepfeffert sind. Nein ich wünsche mir eine gute Konkurrenz.

    Schaut euch doch mal das Objektiv 100-400mm an und googlte mal nach Preisen bei Canon und Nikon und 3rd Party. Merkt ihr was … Sony hat gute Kameras und macht technische Fortschritte. In der Preisgestaltung abseits der Gehäuse sind sie aber durch und durch raffgierig.

    Just my 2 cents.

    • ja!
      Sony ist im Vergleich extrem hochpreisig
      und verkauft bisher nur sehr geringe Stückzahlen.
      Canon kann alles viel preiswerter, mit neuester Technik anbieten, weil sie erheblich mehr Kunden haben.

    • Die Preise SIND überteuert und einer der Gründe, warum viele der Meinung sind, dass es ein Smartphone auch tut und man sich bestenfalls für den Ultraweitwinkel und für den Telebereich noch eine BEZAHLBARE Ergänzung zulegt.

  • Vom Video zum 6K Standbild kann zum Beispiel die Panasonic GH5 mit dem MFT Sensor sehr gut. Wie macht das die Sony A9 mit ihrem Vollformat Sensor ?

    Fakt ist das immer mehr Tagesaktuelle Bilder aus Videosequenzen generiert werden. Für Drucke bis A3 bestens geeignet.

    Für mich stellt sich daher die Frage ob es überhaupt einen KB Sensor für diesen Einsatzzweck braucht.

    Wie weit reicht der Dynamikumfang des neuen Sensors? Die von Sony veröffentlichten Beispielbilder sehen gut aus, besonders bei höheren Empfindlichkeiten, das sagt aber nichts über das Dynamikverhalten aus.

    Sind wie bei Canon, Nikon, PhaseOne, Hasselblad auch seltene Objektive die man einmal im Jahr benötigt im professionellen Leihservice erhältlich? Was ist der Service bei Sony wert? Bekommt man als Berufsfotograf eine Service Karte mit der Ersatzgeräte zu ordern sind wenn mal etwas nicht funktioniert? Das sind für mich wichtige Dinge beim Erwerb von Produkten die ich gewerblich nutze.

    Die Handhabung muss sicher, einfach und schnell funktionieren, wenn möglich ohne in ein Menü mit Untermenüs eintauchen zu müssen. Kann die A9 das? Die Boliden mit Spiegel können das seit Jahren. Ein Hand Test unter „Einsatzbedingungen“ wird Klarheit bringen für wen das Stündlein geschlagen hat.

  • Richtig! Die beeindruckenden Specs sind das eine.
    Aber das andere sind in diesem Bereich die verfügbaren und, vor allem auch, die bereits vorhandenen Objektive.
    Hier muss sicherlich noch etwas im attraktiven Bereich (Qualität und preislich) nachgelegt werden.

  • es ist doch jedes mal dasselbe. die hersteller sollten sich lieber darauf konzentrieren ihren spiegellosen kameras einen gescheiten autofokus zu spendieren der eine profi dslr ebenbürtig ist anstatt sich in auschliesslich marketing relevanten 20fps bursts, 693 messefeldern oder ähnlichem schwachsinn zu verennen.

    ein guter AF und ein starker akku und schon würden viele fotografen ihre dslr liegen lassen. 😀 keep it basic

    wenigstens hat die a9 „nur“ 24mp. da hat sich sony wenigtens was dabei gedacht. danke

  • Technische Daten sind gut zum Quartett spielen, in der Praxis aber oft wenig relevant.

    Sony wird bei den Kosten kaum jemand von ausgesucht guten und teuren Objektiven und der gigantischen Auswahl von Canon-Nikon-Sigma-Tamron-Tokina-Zeiss abwerben können.

    Was aber klar wird, Canon und Nikon müssen bis zum Weihnachtsmarkt eine spiegelfreie Kamera mit unverändertem Auflagemaß (bei Vollformat) und neuesten technischen Möglichkeiten bringen!

    Da der Autofokus in der Alpha 7RII noch gut 50% langsamer ist als in der D500, wären wir mit der Alpha 9 immer noch deutlich im Nachteil…
    Ganz davon abgesehen, das erst im Sommer endlich ein 100-400 mm erscheint, mit dem wir erstmals die Fähigkeiten des AF ion relevanten Dimensionen bewerten können – im Teilbereich.

    Die Seriengeschwindigkeit von mehr als 10 B/s wird schwierig zu nutzen sein, denn dazu muß viel Licht vorhanden sein, bzw. kürzeste Belichtungszeiten und höchste Objektivlichtstärken vorliegen – da ist der Ansatz von Panasonic vielleicht besser, gleich in 6K zu Filmen…

    Ich denke, für mich wäre der Hauptvorteil, die Geräuschlosigkeit – wenn es denn entsprechend lichtstarke Teleobjektive (ohne Adapter-Murks) gäbe… allerdings ist der Vollformat-Sensor im Telebereich schon oft wieder im Nachteil und erfordert noch längere Brennweiten oder stärkere Bildausschnitte –
    so dass ich mit einer Fujifilm X-TS auf Speed sicher warten werde.

    Jetzt Sony den Weg schön zu reden, finde ich sehr kurzsichtig.
    Zumal Sony Werbeversprechen oft noch vollmundiger klingen als die der anderen und in der Praxis dann bisher vieles nicht so optimal und schnell funktionierte – im Vergleich schon gar nicht.
    Sony hat noch viel zu tun und mFT und Fujifilm schlafen nicht.

    • Na also, es gibt doch keinen Grund für erhöhten Puls! – Aber warum müssen Canon und Nikon bis zum Weihnachtsmarkt eine Spiegel-lose Vollformat-Kamera bringen? Und dass, auch noch mit unverändertem Auflagemaß? Welchen wesentlichen Vorteil hat Spiegel-los (außer Sucherbild) bei unverändertem Auflagemaß? Haben Sie noch nie was von Beugung gehört? Beugung verstärkt sich durch kegelförmige Ausbreitung des Lichts, je weiter der Sensor von der Entstehung, oder auch von der Hinterlinse des Objektives entfernt ist. Je höher die spezifische Sensorauflösung, desto erstrebenswerter ist ein kurzes Auflagemaß.

      • weil spiegelfreie System unbestreitbare Vorteile haben!
        Kostengünstiger zu produzieren sind und teurer verkauft werden können.
        Mechanik in Kameras wird bald noch erheblich teurer werden.

        Welchen Vorteil? GANZ EINFACH: alle neueren Objektive sind weiter voll einsatzbereit.
        Welchen Vorteil bieten SONY UND CO TATSÄCHLICH DURCH KÜRZERES AUFLAGEMAß?
        Ist bis heute im Bereich APS-C oder VF auch nur ein Objektiv optisch besser und preiswerter als alle anderen? NEIN!
        Das galt mal für Leica M, mit dem Nachteil, nicht Nahtauglich.
        Beugung wird hier nichts verschlimmern und hat bei Sony nichts verbessert.

        Also an der 5DSR sehe ich keinen Nachteil, trotz extremer Sensorauflösung und großem Auflagemaß – im Gegenteil. Physik ist ja schön und gut, aber Praxis zählt mehr.

  • Für mich ist die Sony A9 nur eine (sehr) Amateurkamera und kann mit den echten Profikameras von Nikon und Canon nicht mithalten, die spielen in einer deutlich höheren Liga.

  • Jetzt habe ich mir mal die Mühe gemacht und mir auf der Sony-Seite die Objektive angesehen mit denen Sony die Konkurrenz von Nikon und Canon „killen“ will, wie sie schreiben.
    Zugegeben, die Daten der Kamera sind beeindruckend. 20 Bilder sind top (ich gehe davon aus, das die Angabe mit Schärfenachführung ist) ?! – wers braucht- OK ! Mir reichen meine lächerlichen 14 auch.

    Über das Aussehen lässt sich streiten, aber bleiben wir beim Fotografieren: jetzt macht euch doch nicht lächerlich!!! Da brauchen wir doch nicht über Konkurrenz zu reden – schaut euch doch mal ganz objektiv die Linsen an, die Sony anbietet – ja, man kann auskommen damit, aber kein Profi wird wegen der A9 sein System wechseln.
    Da kann ich nur lachen.
    Nikon und Canon bleiben die Nummer 1 und da wird sich im Profisektor die nächsten Jahre auch nicht ändern!

    • Unkomprimiert sind es sowieso nur noch maximal 12 B/s. bei der A9, das schafft sogar schon meine 3 Jahre alte Nikon D4s, die Canon schafft da sogar noch etwas mehr. Bei der Nutzung des mechanischen Verschlusses, sinkt die Rate auf 5 B/s, was soll man zu diesem Wert noch sagen? High-End? Wohl kaum. Die A9 kann bis zu 8 Gesichter, die D4s bis zu 35.
      Die A9 hat Drehknöpfe und kein Schulterdisplay. Drehknöpfe kann man nicht so gut gegen Wasser abdichten, deshalb haben weder die Nikon noch die Canon Drehknöpfe, sondern Tasten.
      Der Akku meiner D4s hält locker 3-000-5.000 Fotos, wieviele sind es bei der A9?
      SD-Karten in einer Profikamera? SD-Karten sind langsamer und nicht so zuverlässig wie XQD- oder CF-Karten, auch nicht gerade ein Vorteil der A9. Schaut man sich weitere Details der A9 an, die nicht High-End sind, deshalb komme ich auch zu der Einschätzung, daß das eine teure Amateurkamera ist und eben keine echte Profikamera.

      • Genau so ist es !!!
        Einen Fehlkauf habe ich bei meiner D5 gemacht – tja leider.
        Ich habe mir einen Ersatzakku gekauft. Der ist so sinnlos wie ein Eiskratzer in Dubai.
        Habe noch nie gebraucht- wie Jörg-Peter schon sagte der hält und hält ……… Mit dem gehe ich noch bei verbleibenden 10% auf einen Termin.

      • Ich hatte mal eine A6000 von Sony, weil Nikon keine Spiegellose bietet. Die Kamera selbst ist noch erträglich für meine Zwecke (Architektur). Aber die Objektive waren eine Katastrophe – wirklich unterirdisch. Das 16-60 Kitobjektiv fährt sich gleichmal ungefragt selbst wieder ein, wenn man zu lange fokussiert, die anderen Objektive wiesen wirklich krasse Dezentrierungen auf. Und der Fokus war nun auch nicht so treffsicher. Zwar treffsicherer als Nikon mit Fremobjektiven, aber weniger treffsicher als Nikon mit Nikkoren.

        Sony bringt immer wieder neue Kameras, weil Sie wohl von den Murks-Objektiven ablenken wollen.

  • Es gibt nicht nur den Sportbereich.

    Im Architekturbereich im Ultraweitwinkel ist Sony nach wie vor nicht präsent.
    Jedenfalls gibt es in diesem Bereich keine brauchbaren und keine bezahlbaren Objektive für Sony

    Der Laie soll die Kamera kaufen und sich für einen Profi halten.

    Der Profi nimmt eher flexiblere, kleinere Kameras als solche Monster.