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Cover von Elle Australia wurde mit einem iPhone 7 geschossen

Mit einem Smartphone können keine professionellen Fotos aufgenommen werden? Da sind die Kollegen vom internationalen Magazin „Elle“ aber anderer Meinung!

Wenn professionelle Fotografen mit Smartphones arbeiten

Smartphones sind doch nur Spielzeuge, mit denen Touristen ihre Urlaubsschnappschüsse aufnehmen! Die Bildqualität ist viel zu schlecht, ein richtiger Fotograf könnte damit nie arbeiten!

So oder so ähnlich ist sicherlich die Meinung von einigen Fotografen da draußen. Und natürlich müssen wir nicht hinterfragen, ob nun eine DSLR bzw. eine DSLM oder ein Smartphone das bessere und flexiblere Werkzeug zum Erstellen von Bildern ist – denn selbstverständlich sind „richtige“ Kameras den Smartphone-Kameras nach wie vor deutlich überlegen.

Doch die Smartphones holen auf. Ziemlich schnell sogar. Um genau zu sein holen sie sogar so schnell auf, dass sich Fotograf Georges Antoni dazu entschieden hat, das Bild für das die Juni-Ausgabe der Elle Australia mit einem iPhone 7 Plus zu schießen. Das Ergebnis kann sich absolut sehen lassen und den allermeisten wäre sicherlich nicht aufgefallen, dass das Bild mit einem Smartphone geschossen wurde:

Nur nochmal zur Verdeutlichung: Die Elle ist ein internationales Magazin, das mit 43 Ausgaben in mehr als 90 Ländern erscheint und zu den größten Fashion-Magazinen der Welt zählt. Es handelt sich hier also nicht um irgendeine kleine Zeitschrift, die nicht das nötige Kleingeld für einen Fotografen mit einer richtigen Kamera übrig hatte.

Vorteile des Smartphones und Statement des Chefredakteurs

Fotograf Georges Antoni hat erklärt, dass das iPhone 7 Plus natürlich nicht generell seine erste Wahl in Sachen Kameras ist. Doch er konnte durchaus auch Positives feststellen. So musste er sich beispielsweise zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Gedanken um Objektive, Stative, Einstellungen usw. machen, außerdem erregte das Shooting kaum Aufmerksamkeit – schließlich ist es völlig normal, dass sich irgendwelche Leute von irgendwelchen anderen Leuten mit Smartphones fotografieren lassen.

Der Chefredakteur von Elle Australia hob darüber hinaus hervor, dass die Fähigkeiten eines Fotografen inzwischen viel stärker gefordert seien. Beinahe jeder besäße heutzutage ein Smartphone und somit ein Werkzeug, um ein ansprechendes Foto aufnehmen zu können. Wenn man sich mit seinen Bildern von der Masse abheben möchte, bräuchte es also ein besonderes Auge und die Fähigkeiten, Betrachter mit seinen Bildern in den Bann zu ziehen und damit Geschichten zu erzählen.

Was sind eure Gedanken zu dieser Geschichte?

via: PetaPixel

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 2.000 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

13 Kommentare

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  • Na, ihr Pixelzähler?

    Da sieht man was möglich ist wenn rund um das Set professionell gearbeitet wird. Die selbe Aufnahme mit dem Huawei P10 und dem 20 Megapixel Schwarz/Weiß Sensor wäre noch schärfer und dynamischer.

    Was will man mehr?

    • Gerade das P10 mit seinem so Sensor ist/wäre tatsächlich eine Sünde wert. Schade, dass ich derzeit kein neues Smartphone brauche… 🙁

  • Über die Jahre und dem Downgrade von Spiegelreflex zu Systemkameras, erst recht die noch kleinen, leichten und preiswerten mit entsprechenden Festbrennweiten, zeigten mir, daß es tatsächlich mehr von Auge des Fotografen und meist passender Lichtstimmung abhängt, als von der Größe, Preis und dem teuren Namen der Kamera.
    In meinem letzten Urlaub habe ich selbst die Alpha 6500 mit großen Objektiven bereut, einfach schon zu auffällig und unhandlich. Mit meiner kleinen Lumix LX100 mache ich die spontaneren und besseren Fotos.
    So denke ich ebenfalls über ein Smartphone mit entsprechender Qualität nach, beispielsweise das bereits erwähnte P10 mit doppelter Linse. Dazu gibt es aktuell in einer preiswerten Fotozeitung einen extra Bericht. Kommt auch zu einem ähnlichem Ergebnis wie oben die Nachricht des Modemagazins.

  • das Licht ist gut gesetzt – aber eine schöne Fotografie sieht trotzdem anders aus
    und ich hätte das Modell auch nicht durch den matschigen Horizont köpfen lassen,
    auch die hässlichen Schatten und den starken Glanz auf der Haut hätte ich zu vermeiden gesucht –
    also ich hab auch so ein I Dings 7plus – aber was da an Hintergründen gemalt oder besser gematscht wird hat mit Fotografie nichts zu tun.
    Da muß sich noch sehr viel bessern. Und damit auf einem Display zu fotografieren ist schon mehr als Krampf – also das ist bestenfalls knipsen.
    Nur weil solche Bildchen aufs Cover kommen oder alle sich toll finden auf den ganzen Selfies – sind das noch längst keine ansprechenden Fotos.

  • Das ist wahrlich ein sehr beachtliches Ergebnis!

    Ich selbst mag iPhones von Haus aus nicht, aber die Kamera ist allemal gut. Auch wenn ich mit jener von meinem P9 aus nicht unbedingt unzufrieden bin…

  • Ich habe ja schon vor Monaten hier geschrieben, dass die Zukunft selbst der hochwertigen Digitalkameras auf sehr wackeligen Beinen steht. Ich musste damals höhnische und herabwürdigende Kommentare einstecken, als ich die inzwischen zum Teil hohe Qualität verschiedener Mobiltelefone erwähnt habe. Aber wie man an obigem Beispiel sieht ist es mit dem richtigen Mobiltelefon, durch Fortschritte in der Bildbearbeitung, selbst mit Minisensoren möglich sehr gute und ansprechende Bilder zu erstellen.
    Ich komme übrigens gerade von einer Schulreise zurück und muss leider zugeben, dass bis auf wenige Ausnahmen, die Bilder eines Schülers mit seinem P10 mindestens gleichgut und zum Teil sogar besser sind wie die mit meiner Eos 5D Mark IV. Und zwar auch deshalb, weil er unbemerkter und spontaner fotografieren kann und somit auch bessere Motive erhält.

  • nach genauerem betrachten bezweifle ich, daß das iPhone 7 tatsächlich eine derartige tiefenschärfe darstellen kann. ob photographisch tatsächlich eine meisterleistung erreicht wurde, möchte ich nicht diskutieren. der photograph musste aber anschließend die photographie mit einem bildbearbeitungsprogramm bearbeiten. anders ist dieses bild nicht mit einem derart kleinen sensor zu erstellen.

    klar, will ich ein bild ohne tiefenschärfe, kann ich sehr gut photos mit einem einfachen handy oder einer kompaktkamera erhalten. warum auch nicht, wenn das licht stimmt, die linse was taugt und die kamera mit den farben klar kommt. unauffälliger sind die dinger allemal.

    • @Daniel – Natürlich ist dieses Bild in der Elle nachbearbeitet, aber was denken Sie was mit den DSLR- bzw. DSLM-Fotos gemacht wird?

      • zugegeben, ich bin noch etwas festgefahren und bearbeite meine bilder bestenfalls in der helligkeit. das hängt mir noch von der analogen photographie nach. aber ich meinte hier speziell die tiefenschärfe. die stammt bei dem großen motiv niemals von einem derart kleinen sensor. also kann man eigentlich nicht wirklich sagen, daß das bild von dem smartphone gemacht wurde, sondern von einem programm. hier, wie auch bei vielen testseiten, wird mit zweierlei maß gemessen.

    • Es gibt im Iphone 7 Plus einen Portraitmodus. Damit ist es Möglich Bilder mit geringer Tiefenschärfe aufzunehmen, das fokussierte Objekt muss aber auch hier entsprechend nah an der Linse sein. Das geht aber bisher nur mit dem 7 Plus und wird wohl durch die zweite Kamera realisiert. Das in diesem Bild Bildbearbeitung stattgefunden hat steht außer Frage. Zumindest würde ich aber behaupten, dass die Freistellung/Tiefenunschärfe nicht durch Photoshop erzeugt werden musste.

  • Bei einem Cover eines Zeitschriftes ,besonders beim Frauenporträt wurde
    mit Sicherheit mit Hilfe vom PS nachgearbeitet.
    Das originale Foto schaut bestimmt anders (noch schlechter) aus.I Phone 7 erreicht etwa die
    Bildqualität einer Kompaktkamera.

  • Ja, wenn man keine genaue Kontrolle, Blitz, hohe Detailzeichnung, großen Sensor, weite Blende, besonders lange oder kurze Brennweiten braucht, kann man auch mit aktuellen Smartphones anständige Bilder machen. Allerdings werden Systemkameras meiner Meinung nach schon lange nicht mehr gekauft, um überhaupt irgendwie Fotos machen zu können, dieser Marktanteil ist seit Jahrzehnten an Kompaktkameras verloren. Ich glaube, wer heute Systemkameras kauft, möchte sich weiterentwickeln, und die Möglichkeiten der Fotografie erkunden, nicht nur das absolute Minimum. Daher will ich auch nicht glauben, dass der Markt zusammenbrechen wird. Allerdings denke ich, dass einige der Hersteller abgehängt werden, wenn sie keine Innovationen mehr leisten können oder wollen.