Kameras Neuheiten

Yashica Y35: Die digitale Analogkamera ist da

Die neue Yashica Kamera wurde offiziell vorgestellt! Es handelt sich um die Yashica Y35, die so etwas ist wie eine digitale Analogkamera.

Yashica Y35: Neue digiFilm Kamera offiziell vorgestellt

In den letzten Wochen hat Yashica mit einigen kurzen Teaser-Videos eine neue Kamera in Aussicht gestellt, die heute – am 10. Oktober 2017 – offiziell vorgestellt werden sollte. Es war also keine große Überraschung, als Yashica vor wenigen Stunden die neue Yashica Y35 auf Kickstarter enthüllt hat.

Doch was ist die Yashica Y35 denn nun für eine Kamera? In den letzten Wochen gab es da jede Menge Spekulationen, nun wissen wir mehr, auch wenn die offizielle Beschreibung der neuen Kamera zunächst einmal für Verwirrung sorgt. Denn auf der einen Seite handelt es sich um eine Analogkamera, in die man eine Art Film einsetzt, zum anderen kommt die Y35 aber auch mit einem Speicherkarten-Slot daher. Wie passt das zusammen?

digiFilme sind keine echten Filme

Nun ja, die Filme, die man bei der Yashica Y35 einsetzen muss, sind keine echten Filme. Yashica nennt sie „digiFilme“ und diese digiFilme geben zu Teilen vor, wie die fertigen Bilder aussehen werden. Sie verpassen den Bildern also den typischen Look einer Analogkamera. Es wird beispielsweise einen ISO 1600 digiFilm, einen ISO 400 Schwarzweiß digiFilm, einen ISO 200 Ultra Fine digiFilm und einen ISO 200 „6 x 6“ digiFilm geben. Die eigentlichen Bilder werden auf einer ganz normalen SD-Speicherkarte gespeichert.

Weitere technische Daten

Die sonstigen technischen Daten der Kamera sehen im ersten Moment recht enttäuschend aus, dafür wird die Kamera allerdings auch nur 142 Dollar (in diesem Preis sind zwei digiFilme enthalten) kosten.

Der CMOS-Sensor der Yashica Y35 ist 1/3.2 Zoll groß und arbeitet mit einer Auflösung von 14 Megapixeln. Beim Objektiv handelt es sich um eine 35mm f/2.8 f/2.0 Festbrennweite und es können fünf verschiedene Verschlusszeiten ausgewählt werden: 1s, 1/30s, 1/60s, 1/250s und 1/500s. Außerdem gibt es einen Sucher, einen Micro-USB-Port, ein Stativgewinde und Platz für zwei AA-Batterien, die die Kamera antreiben.

Auf Kickstarter wurde das Finanzierungsziel schon jetzt, wenige Stunden nach der offiziellen Präsentation, erreicht. Hier abschließend das offizielle Video zur neuen Yashica Y35:

Was haltet ihr von der neuen Kamera? Eine frische Idee oder ein sinnloses Spielzeug?

Tags
Mark Göpferich

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 2.000 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

10 Kommentare

Hier klicken zum kommentieren

  • interessant und witzig ist die idee ja schon. so kann man wieder erlernen wie man analog photographiert. außerdem nimmt es die geschwindigkeit aus dem photographieren.

    die idee mit den digitalen filmen hatte ja bereits fuji schon vor mehreren jahren, nur daß man diese nicht einlegen muss sondern im menü auswählen kann. die frage die sich letzten endes stellt ist, wieviel durch die eingesetzte technik aus dem sensor herausgekitzelt werden konnte.

    zu bemängeln ist, daß bei dem kleinen sensor und diesem verhältnismäßig riesigem objektiv eine derart schwache lichtstärke zu buche schlägt.

    im großen und ganzen kann man sagen; wenn die bilder, auch bei schlechtem licht, einen nicht vom hocker hauen, war die kamera technisch eine verschwendung. dann bleibt sie nur ein witziges gimmick. da yashika aber ein iso 1600er film anbietet, muss ich ja fast davon ausgehen, daß die bilder brauchbar sein werden. das schaffen andere hersteller bei einem derart kleinen sensor nicht. warten wir mal ab wie die bilder aussehen.

  • Also 35mm f2.8 Objektiv auf einen 1/3,2 Zoll Sensor sind doch eine Ansage – das wären dann 266mm auf KB oder eher doch ein 4,6mm f2.8 Objektiv?
    Sicher eine nette Spielerei um die Kreativität zu fördern. Somit hat man nicht mehr die Möglichkeiten eines Eierlegenden-Wollmilchschweins und muss sich auf das Wesentliche konzentrieren.
    Ich sehe die Kamera daher als Tool für die Kreativitätsförderung und zur Schulung des Auges und nicht als produktive Kamera

  • Alles schön und gut interessanter Ansatz, aber ich würde bei allen Kameras bevorzugen, dass endlich die Angaben über die Chipgrößen in Millimeter erfolgen diesen Quatsch mit den Zollangaben finde ich schrecklich.
    Wer weiss auf Anhieb wie groß ein 1/3,2 Zoll Chip ist?
    Peter

    • dem möchte ich mich anschließen. es gibt nur noch zwei staaten auf diesem planeten die nicht das metrische system vewenden, außer der elektronikindustrie (TV, kamera, bildschirme,…). oder sollen wir wieder den 10 zoll nagel einführen? ;-P

      nichts desto trotz, werden wir hiermit nichts daran ändern.

      • und speziell bei den Kamerasensoren stimmt die Zollangabe auch nicht mit den tatsächlichen Größen überein!
        Das ist einfach historisch gewachsen. Damals gab es die Ein Zoll Vidicon Bildröhre – die hatte zwar 1″ – also 25,4mm Außendurchmesser – der nutzbare Bereich beschränkte sich aber auf ca. 16mm Diagonale.
        Oder die Diagonale beim µ4/3 Format ist auch nicht 4/3″ also 33,9mm sondern nur 21,3mm.
        Und somit hat der 1/3,2″ Sensor keine 8mm sondern eben nur 5,7mm Diagonale.

        Soviel Theorie:
        Es gibt bereits eine Nomenklatur in „mm“ die nicht ganz so verwirrend ist.
        Herangezogen wird ein „Normalobjektiv“ dieses ist definiert als 50mm Brennweite auf KB.
        Dort ist dann
        APS-C: 33mm
        µ4/3: 25mm
        1″: 18mm
        1/3,2″: 6,5mm
        bzw. Mittelformat: 70mm

        oder du gehst den Weg über den Crop Faktor
        KB / VF: 1
        APS-C: 1,5-1,6
        µ4/3: 2
        1″: 2,7
        1/3,2″: 7,6

  • Ich weiß ja nicht. Für mich ist das billiges Spielzeug. Anstatt im Menü einen Film-Look auszuwählen, soll man hinten den Deckel aufmachen und ein anderes Stück Plastik einstecken? Und das soll einem „Analog“-Feeling vermitteln? Na wer’s glaubt …

  • Ein eindeutiges Pro….

    für diesen Ansatz! Nicht wegen der Technik sondern für das Handling.

    Erst beim zweiten Blick wird klar wofür diese Kamera steht.

    Erstens vor der Aufnahme überlegen welcher „Film“ für die momentane Stimmung der richtige dazu wäre, zweitens wegen mangelndem Display die Licht Situation einschätzen und zu einem empfindlicheren „Film“ oder doch lieber zu einem Aufsteckblitz greifen, drittens mit jedem „Verschluss“ spannen beginnt ein neues Bild.

    Es geht um die bewusste Bildgestaltung und die damit verbundene Entschleunigung in jeder Hinsicht.

    Die Yashica Y35 ist die erste digitale Kamera mit der man sich fotografieren noch tatsächlich erarbeiten kann, ja dazu fast gezwungen ist.

    Für mich ein Ansatz der seine Nische finden wird.

    Wenn ich mit meiner Familie zum Essen gehe sind meistens 200 Euro weniger in meiner Brieftasche. Diese Yashica Y35 (142 Dollar) werde ich mir auf jeden Fall zulegen, denn ich benötige kein „Nass Labor“ um analog Fotos zu machen.

  • Um nochmal zurück zur Bezeichnung der Chipgrößen zu kommen.
    Wie wäre es mit länge mal breite in mm dann kann man sich das rechnen sparen.
    Der Kleinbildfilm war ja auch in 24x36mm angegeben.
    Peter