Bildbearbeitung

Canva Magic Layers: KI zerlegt statische Bilder in bearbeitbare Ebenen

Canva hat mit Magic Layers eine neue Funktion vorgestellt, die statische Bilder in bearbeitbare Designs mit mehreren Ebenen umwandelt.

Das Feature basiert auf Canvas eigenem Design Model und befindet sich ab sofort als öffentliche Beta in den USA, Großbritannien, Kanada und Australien im Rollout. Weitere Regionen sollen folgen.

Das Problem, das Magic Layers lösen will: KI-generierte Bilder oder exportierte Designs sind in der Regel flache Dateien. Text, Objekte und Hintergrund verschmelzen zu einem einzigen Layer. Wer nachträglich eine Schriftart ändern oder ein Element verschieben will, muss oft komplett von vorn beginnen.

Herkömmliche Vektortools könnten laut Canva zwar Formen nachzeichnen und Pixelbereiche in Umrisse umwandeln, verstehen aber nicht, was sie da eigentlich sehen. Sie erkennen nicht, ob es sich um eine Überschrift oder ein dekoratives Element handelt, und können zusammengehörige Bestandteile nicht zuordnen.

Magic Layers geht einen anderen Weg: Die Funktion analysiert ein Bild semantisch und zerlegt es automatisch in seine Bestandteile. Text wird als editierbares Textfeld wiederhergestellt, Objekte lassen sich einzeln verschieben oder skalieren, und der Hintergrund bleibt als separate Ebene erhalten. Dabei soll das ursprüngliche Layout intakt bleiben.

Die Funktion beschränkt sich nicht auf Canva-eigene Inhalte. Auch extern erzeugte Bilder, etwa aus anderen KI-Generatoren, lassen sich importieren und in bearbeitbare Ebenen aufteilen. Im Canva-Editor können die Elemente anschließend animiert, farblich angepasst oder für verschiedene Formate umgebaut werden.

Das zugrunde liegende Design Model ist laut Canva das erste Foundation Model, das von Anfang an editierbare Designs erzeugt. Es kommt bereits in Integrationen mit ChatGPT, Claude und Microsoft Copilot zum Einsatz und hat bisher nach Unternehmensangaben Hunderte Millionen bearbeitbare Präsentationen, Dokumente und Social-Media-Posts generiert.

Magic Layers ist nicht das erste Zeichen dafür, dass Canva über schnelle Social-Media-Grafiken hinauswachsen will. Mit der Übernahme von Affinity und dessen kostenloser Bereitstellung hat das Unternehmen zuletzt gezielt professionelle Anwender angesprochen, wie mir auch nochmal im Gespräch mit Canvas Europa-Chef klar wurde. Währenddessen baut auch Adobe die KI-Integration in seine Produkte fortlaufend aus.

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J.Friedrich

Ein definitiv interessanter Ansatz für den Workflow, auch im redaktionellen Umfeld – wird zwar nicht einfach, gerade in der Hintergrundebene, aber heutige KI und Leistung sollten durchaus Potenzial dafür bieten. Problem ist halt die immer weiter voranschreitende Austauschbarkeit und Deepfaking – spannend!

Alfred Proksch

Danke J.Friedrich – Im Prinzip für den Bildbearbeiter ein zusätzliches sehr gutes Zeit sparendes Tool. Wie immer stellt sich die Frage ab wann zu viel wirklich zu viel ist. Ansonsten finde ich sind solche KI Funktionen eine echte Bereicherung für kreativ tätige Menschen.

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