Kameras Fujifilm

Fujifilm setzt auf Spaß: Warum ungewöhnliche Kameras die Fotografie am Leben erhalten

Fujifilm ist bekannt für mutige Kamerakonzepte, doch hinter der scheinbaren Experimentierfreude steckt eine klare Strategie. Wie der Hersteller selbst erklärt, geht es dabei um nicht weniger als die Zukunft der Fotografie.

Wer Fujifilms Produktpalette der letzten Jahre betrachtet, reibt sich manchmal die Augen: eine “Halbformat”-Digitalkamera (X-Half), eine Mittelformatkamera mit Festbrennweite (GFX100RF), eine Instax-Kamera mit Videofunktion (Instax Mini Evo Cinema). Zufall? Experimentierlust? Mitnichten. Yuji Igarashi, General Manager der Professional Imaging Group bei Fujifilm, machte auf der CP+ 2026 gegenüber PetaPixel deutlich: “Wir haben nicht den Luxus, einfach zu experimentieren.“ Alle Entscheidungen basieren auf konkreten Marktdaten und Nutzerfeedback.

Datengetrieben statt Bauchgefühl

Hinter jedem ungewöhnlichen Produkt steckt laut Fujifilm handfeste Recherche. Die Fujifilm X-Half etwa, eine Kamera, die kaum ein anderer Hersteller so auf den Markt gebracht hätte, sei kein Selbstzweck gewesen. “Wir glauben, basierend auf unserem Feedback und unseren Studien, dass die X-Half Sinn ergibt und Spaß machen sollte“, erklärte Igarashi. Wenn ihr euch näher für die X-Half interessiert, hat mein Kollege Benjamin hier seine zehn Gedanken dazu aufgeschrieben.

Auch die GFX100RF folge einer klaren Logik: Mittelformat-Bildqualität in einem kompakteren, alltagstauglicheren Gehäuse, ein echtes Bedürfnis für viele Fotografinnen und Fotografen, die nicht auf erstklassige Bildqualität verzichten wollen, sich aber mehr Beweglichkeit wünschen. Wir haben auch die GFX100RF für euch im Praxiseinsatz getestet.

Fujifilm GFX100RF

Spaß als Unternehmensphilosophie

Was Fujifilm dabei von anderen Kameraherstellern unterscheidet, ist das offene Bekenntnis zum Thema Freude. In Gesprächen mit PetaPixel fiel das Wort “Spaß” auffällig häufig, und das war kein Zufall. “Was wir als Unternehmen erreichen wollen, ist sicherzustellen, dass die Fotokultur auch in Zukunft erhalten bleibt“, so Igarashi. Wenn Fujifilm aufhöre, aufregende und spaßige Produkte anzubieten, würden Menschen das Fotografieren schlicht nicht mehr interessant finden. 

Das wäre für das Unternehmen ein Albtraum, denn Fujifilm ist überzeugt, dass Fotografie ein wichtiger Teil des Lebens aller Menschen ist. Die Mission lautet daher: so viele Optionen wie möglich anbieten, damit jeder, der mit Fotografie in Berührung kommt, auch einen Einstiegspunkt findet, der zu ihm passt.

Welche Fujifilm-Kamera hat bei euch den meisten Spaß ausgelöst – und warum? 

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Mirko

Ich sag mal so, die Z5 hat mir keinen Spaß gemacht und das lag nicht an den technischen Daten. Da sich nun die XH Serie etabliert hat könnte sich die XT Serie wieder auf das Wesentliche konzentrieren, weg vom Zwittermodus ( siehe die pummelige XT4 ) Das mit dem Selfiedisplay hat ja schon funktioniert…👍 Jetzt wieder die Belichtungsmodi zurück an die alte Stelle und gut 👍 Weniger Video = weniger Hitze = kompakteres Gehäuse ( siehe XT1)

joe

Ist wie früher in der Schule, der der es ist ganz checkte spielte den Klassenclown. 😉😁❤️

TKI

Ich finde den Weg von Fuji erfrischend.
Die Preisgestaltung der diversen Neu-Produkte finde ich jedoch nicht zielführend.

Eine X-Half ist sicher ein amüsantes “Spielzeug” aber 600,- ist schon etwas hoch gegriffen.
Dafür kauft man sich dann doch wieder eine “ordentliche” Kompaktkamera und hat am Ende wieder das Übliche.

Oskar

Hmmm 600 ist deutlich günstiger als die neue Panasonic zu 300 … Selbst eine gebrauchte lx100ii kostet 700

Jörn

Bei mir war es die X100F. Die hat meine Fotografie sehr verändert. Mit dieser Kamera habe ich erst verstanden, wie ich fotografieren möchte. Heute sind es die X100VI und die X-E5. Einfach fantastische Kameras.

https://kontrastkammer.de/fujifilm-x100f

Toni Lang

Super Bilder Jörn 👍
Ich hatte auch eine X100F, ein wirklich geiles Teil! Macht die IV auch noch soviel Spaß? Angeblich soll die Verarbeitungsqualität bei Fuji nicht mehr so toll sein…

Jörn

Hallo Toni,

mir gefällt die X100VI noch deutlich besser. Das gilt auch (und vor allem) für die Bildqualität. Der aktuelle Sensor ist richtig gut! Was die Verarbeitung angeht: in meinen Augen großartig (ich bin da sehr pingelig).

Toni Lang

Danke 🙏

Frank Linden

Kann ich so bestätigen.
Habe die X100VI seit einem Jahr und habe die immer mit dabei.
Noch nie hat mir eine Kamera so viel Spaß gemacht.

Jörn

Ist echt so. Ich brauche auch kein Voll- oder Mittelformat. Die aktuellen APS-C-Kameras von Fujifilm liefern unglaublich gut ab. Und sie sehen auch noch klasse aus (Silber!).

Frank Linden

Bei mir war das ein Spontankauf.
Aus dem Bauch heraus.
Ich habe bei AC Foto mit mehr Glück, als Verstand das einzige Exemplar, dass sie bekommen hatten abgegriffen.
Da war das Glück echt mit dem Deppen.

Jörn

Im richtigen Moment am richtigen Ort!

Frank Linden

Genau! 😃👍

Toni Lang

„KONTRAST KAMMER“ coole Seite, schöne Geschichten und noch schönere Bilder. Da werd ich mal öfter rein schauen!

Jörn

Freut mich natürlich!

Carsten

Genauso bei mir. Sie hat mir neue Perspektiven eröffnet und mir wieder den Spaß an der Fotografie zurückgebracht.

Später bin ich auf die X-Pro 3 umgestiegen. Die Vernunft hat gesagt, dass ich daneben keine X100F mehr brauche.

Seitdem gibt es in mir ein Schlachtfeld zwischen Vernunft und Bauchgefühl.

Aber auch mit der X-Pro zehre ich heute noch von den Lektionen, die mir die kleine X100 gelehrt hat.

joe

Gute Bilder!

Jörn

Danke.

Mirko

Klasse Bilder und eine interessante Homepage 📷👍

Jörn

Du bist / ihr seid willkommen.

ruejo

“Moin”, habe mir deine Seite auch eben angesehen und bin ebenfalls beeindruckt von deiner Art Fotografie. Schöne Bilder.. und nebenbei habe ich Bilder aus HH gesehen. Stellen, wo ich auch regelmäßig war. 😉 Du machst wenig gedöns bezüglich Bearbeitung.. Da ist es bei mir schon anders, vor allem, wenn ich abends unterwegs war/bin. Ich modifiziere gerne und verwende Programme und benutze gern Filter usw..und hoffe dabei jedoch nicht zu übertreiben. Da ist jeder anders. Aber ich möchte da auch gern minimalistischer werden und die natürlichen Lichtstimmungen für sich selbst sprechen lassen…Fotografieren tue ich im RAW. Wie du deine Fotografie beschreibst, finde ich auch richtig gut. Eine X-E5 habe ich nicht, weil ich darauf hoffe, das eine X-Pro4 bald erscheint. Das wäre dann wahrscheinlich meine letzte Kamera als relativ frischer und nicht unsportlicher Rentner und Hobbyfotograf. Zur Zeit benutze ich eine X-T3 und Lumix S5II, prima Geräte. Beste Grüße 🙂

Jörn

Moin Ruejo,

am Ende ist alles Geschmacksache. Ist doch gut, wenn jeder seine eigene Art Fotografie hat. Was Hamburg betrifft: Ist meine ehemalige Heimat. Bin nun aber in Sachsen.

ruejo

Absolut. Alles Gute in der neuen Umgebung.

Frank Linden

BTW: Tolle Website!! – Gefällt mir!
Jetzt, wo ich die kenne, werde ich mich bestimmt öfter dort umschauen und gucken, was du so online stellst.

Jörn

Moin Frank,

immer gern!

HaJo

Sehr schöne Bilder 👍🏻

Alfred Proksch

Höhlenbilder zeugen davon das der Mensch gerne seine Erinnerungen mit anderen teilen möchte. Für den selben Zweck bedient er sich heute digitaler Gerätschaften.

Fuji hat schon zu analogen Zeiten Kameras gebaut die die Welt nicht brauchte mit denen einige Fotografen jedoch richtig Spaß hatten. Fuji produzierte „Nischenprodukte“ sozusagen in Serie.

Denke ich an das Sofortbild und welchen Spaß man damit hat dann darf man gerne über die Vorteile von Smartphone Bilder neu nachdenken. Warum ist eine Fuji X-Half erfolgreich? Die leicht transportable Mittelformat GFX100RF macht einfach Fotos in höchster Bildqualität, das macht Spaß. Kluge Software Funktionen sowie die Filmsimulationen fördern diesen Effekt.

Ein breites APS-C Portfolio bedient das was der Bildermacher von „normalen“ Anforderungen erwartet. Alles im „tief grünen Bereich“ möchte ich behaupten.

Mirko

Wie heißt es so schön, einmal Kompaktkamera immer Kompaktkamera 📸😄 So meine neuen Filme sind eingetroffen, bin mal gespannt wie der Harman Red sich im Vergleich zum Lomo Redscale verhält. Azure, Name ist hier Programm für private Adria Bilder da dieser Film eine natürlich bläuliche Hautfarbe wieder gibt 😄 Der “OptiColor” ist letztendlich ein Wolfen NC200 🎥

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Alfred Proksch

Mirko, viel Spaß mit der 6×8 Fuji. Habe auf einem Benefiz Flohmarkt eine Seagull (China) 203-1 6×6 cm Klapp Kamera (Mischbild Entfernungsmesser) viel zu teuer erstanden (der gute Zweck war mir wichtiger).

Du hast mich angefixt – habe soeben einen noch vorrätigen Fomapan 200 creative 120 Schwarz/Weiß Film eingelegt. Mal sehen was das einfach vergütete f 3,5 / 75mm Objektiv auf die Emulsion bringt. Als Belichtungsmesser dient die Light Meter App im Smartphone.

Mirko

…die Kamera habe ich schon etwas länger und zufällig befindet sich auch ein Fomapan in der Kamera…eine Aufnahme noch übrig. Mal sehen wie Ostern das Wetter wird vielleicht lege ich dann zum ersten mal einen chinesischen Farbfilm ein 🎞️

HaJo

Hallo, hatte damals die Fujifilm X10 und die F800EXR. Mit beiden hatte ich sehr viel Freude. Ich hatte die F800EXR in Rot, meine Frau in Gold. Für den Urlaub DIE Immerdabei. Eingebautes GPS. Sogar mit einer Art Navi. (Warum kann das keiner mehr in selbst viel größere Kameras einbauen? Diese Kopplung mit dem Handy ist eben kein Ersatz. Bei mehreren Kameras muß man sie oft ganz von Null wieder aufbauen und im Ernstfall ist sie dann off-line wenn man sie braucht 😝.) Zwar hatte die F800 keinen Sucher, aber das Display konnte auf Knopfdruck in den Modus “Sonne” geschaltet werden und war dann bei Bedarf sehr hell. Und der EXR-Modus, ich habe ihn geliebt. Das war mal eine tatsächlich intelligente Vollautomatik. Ja , und die X10 🥰 Diese 1.8er Zoom-Optik, vom Feinsten. Zwar hatte sie nur einen 2/3″ Sensor, aber auch EXR. ❤️

Hajo

Asche auf mein Haupt: wir hatten beide die F770EXR. (Die F800EXR war der Nachfolger. Leider hatte man dann bei der F800EXR den m.M.n. ungünstigen Weg beschritten, das GPS über WLAN aus dem Handy zu beziehen.)

Reinhard Riek

Es ist eigentlich nicht nachvollziehbar, warum es immer noch Kameras gibt, die man irgendwie einstellen muss. Zukunftsträchtige Kameras berücksichteigen nämlich die Unfähigkeit mancher Benutzer, und bauen Kameras mit nur einem einzigen fest verbauten Universalobjektiv, das von Fischaugen bis Astro alle möglichen Brennweiten abdeckt.
Einfach draufhalten und Auslöser drücken, das ist alles.

Warum bitte, sind die heutigen Kamerahersteller immer noch so rückständig und bringen keine solche Universalkamera auf den Markt?

joe

Gibt es Milliardenfach – heisst Smartphone

chris xx

RR ist auch so ein Fall wie PB …
… am besten nicht antworten …

Ollika

Bei mir war es die X-T2 in der silbernen Version. Damals (2016?) gesehen und sofort schockverliebt! Da wurden sicher auch Erinnerungen an meine fotografischen Anfänge wach. Man konnte die Kamera komplett justieren, noch bevor man sie überhaupt eingeschaltet hatte. Genau mein Ding.
Heute habe ich noch eine X100S von 2013. Die hat noch den alten, etwas runderen Formfaktor. Die aktuellen Modelle sind deutlich eckiger geworden. Auch schön, aber an Serie 1 und 2 kommen sie nicht ran. Wenn Retro, dann richtig. Auch wenn es inzwischen X100er gibt die bessere Qualität liefern, mit besseren AF, das alte Schätzchen gebe ich nicht mehr her.

Lassi

Wer mit Fuji arbeitet, muss entweder Spaß verstehen – oder eine große Liebe zu LUTs / Farbprofile haben.
Mit der GFX 100S II hatte ich persönlich weniger Spaß: verschachtelte Menüs und eine eigenwillige Farbinterpretation in Lightroom und Capture One.
In der Fuji-eigenen Software dagegen: outstanding. Schade nur, dass man dort die Bilder nicht vernünftig exportieren kann – oder dass zumindest Capture One keine realistischere Farbwiedergabe hinbekommt.
Aber gut, das dürfte den typischen Fuji-Nutzer kaum stören – der liebt ja gerade die Farben und LUTs 😉

Wolfgang Keppler

Es ist die XE5. Klein, kompakt trotz Wechselobjektivoption, super Bildqualität, interessantes Rangefinder- Retrodesign und dabei bezahlbar.

DBerlin

Es begann 2011 mit der X100 und mittlerweile ist die X100 V im Einsatz, gute Technik macht Spaß und liefert schöne Ergebnisse.

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