GoPros erste Kamera mit Wechselobjektiven kann ab sofort für 699 Euro vorbestellt werden. Die Auslieferung beginnt am 2. September.
Als GoPro im April die Mission 1 Serie vorstellte, blieben beim Spitzenmodell Mission 1 Pro ILS noch einige Fragen offen. Jetzt ist GoPros allererste Kamera mit Wechselobjektiven aber final vorgestellt worden, womit dann auch alle Details feststehen. Dazu gehört zunächst einmal der Preis: Der Hersteller bietet seine Kamera für 699 Euro an. Laut GoPro-Website beginnt die Auslieferung am 2. September 2026.
Im Lieferumfang befinden sich neben dem Body eine Staubschutzkappe, ein Enduro-2-Akku, vier Aufkleber und ein USB-C-Kabel. Objektiv-Kits sind vorerst wohl nicht geplant. Wer möchte, kann zusätzlich ein kostenloses einjähriges GoPro-Premium-Abo aktivieren.
Die wichtigsten Specs im Überblick
Die Mission 1 Pro ILS kombiniert einen 1-Zoll-Sensor mit einem MFT-Bajonett für Wechselobjektive und nutzt denselben GP3-Chipsatz wie die Mission 1 Pro. Sie filmt in 8K mit bis zu 60 fps, in 4K mit bis zu 240 fps und in 1080p mit bis zu 960 fps im Burst-Modus.
Fotografieren ist mit 50 Megapixeln in RAW oder SuperPhoto-HDR möglich, Burst-Aufnahmen schaffen bis zu 60 Fotos pro Sekunde. Der Body wiegt nur 193 Gramm (mit Akku und Speicherkarte) und verfügt über ein 2,6-Zoll-Touchscreen auf der Rückseite sowie ein kleines 1,4-Zoll-Display auf der Vorderseite. Die Kamera ist wetterfest, aber wegen des Objektivbajonetts nicht mehr wasserdicht.
Kein Autofokus, keine elektronischen Kontakte
Inzwischen sind auch einige Einschränkungen klarer geworden, über die wir im August berichteten. Das MFT-Bajonett der ILS besitzt nämlich keine elektronischen Kontakte. Das bedeutet in der Praxis, dass nur rein mechanische Objektive funktionieren, also etwa manuelles Cine-Glas oder Vintage-Optiken. Autofokus-Objektive, die ihre Schärfe und Blende elektronisch steuern, lassen sich nicht verwenden – auch nicht, wenn man manuell fokussieren möchte.
Statt Autofokus bietet die ILS Focus Peaking und eine Punch-in-Vergrößerung zum manuellen Scharfstellen.
Bildstabilisierung mit Einschränkungen
In den ersten Praxistests von PetaPixel und ComputerBild zeichnet sich ein gemischtes Bild. Die HyperSmooth-Stabilisierung beispielsweise funktioniert mit einem geringen Crop von rund 10 Prozent und liefert bei hohen Bildraten und schnellen Verschlusszeiten wohl sehr gute Ergebnisse. Bei typischen Filmeinstellungen wie 24p mit 1/48 Sekunde macht sich laut PetaPixel aber ein “constant distracting blurring” bemerkbar. Optische Stabilisierung oder IBIS gibt es nicht. Wer mit langsamen Verschlusszeiten arbeiten will, sollte also einen Gimbal einplanen.
Für wen ist die ILS gedacht?
Die Mission 1 Pro ILS ist winzig, doch sobald Objektiv, Media Mod Cage und Smartphone als externer Monitor dazukommen, schrumpft der Größenvorteil gegenüber einer Panasonic GH7 oder Sony FX30 deutlich. Spannend könnte die ILS für Besitzer von Super-16-Objektiven sein, denn der 1-Zoll-Sensor der Kamera ist in der Größe ähnlich wie Super 16. Auch Slow-Motion-Enthusiasten bekommen mit bis zu 4K/240p und 1080/960p Möglichkeiten, die es in dieser Preisklasse sonst nicht gibt.
Als Allround-Filmkamera tut sich die ILS angesichts des fehlenden Autofokus und der eingeschränkten Stabilisierung bei langsamen Verschlusszeiten aber schwer. GoPro-Produktchef Pablo Lema hatte das im Interview mit Digital Camera World auch klar eingeordnet: Die ILS wolle nicht gegen etablierte Systemkameras antreten, sondern eine eigene Nische besetzen. Ob diese Nische groß genug ist, um dem finanziell angeschlagenen Unternehmen zu helfen, bleibt abzuwarten.


Ohne Autofokus für die Katz.
Crash-Cams brauchen keinen Autofokus.
Problem ist da aber das man keine AF Objektive nutzen kann weil weder der Fokus by wire noch die Blende verstellt werden kann ohne elektronische Kontakte.
Man muss also manuelle Objektive nutzen und ist daher schon etwas limitiert in der Auswahl.
@ Markus S.
“… Man muss also manuelle Objektive nutzen und ist daher schon etwas limitiert in der Auswahl.”
Die Auswahl-Limitierung sieht laut der Objektiv-Datenbank von “digitalkamera.de” folgendermaßen aus:
Anzahl der aktuell verfügbaren mFT-Objektiv-Modelle ohne AF = 97
Anzahl der aktuell verfügbaren mFT-Objektiv-Modelle mit AF = 59
Anzahl aller bisher verkauften mFT-Objektiv-Modelle ohne AF = 107
Anzahl aller bisher verkauften mFT-Objektiv-Modelle mit AF = 108
Du siehst also, dass die Auswahl durch die vielen manuellen Objektive mit mFT-Objektivanschluss nicht
limitiert ist. Hinzu kommen noch die vielen Objektive mit fremden Objektivanschlüssen (Four Thirds,
ARRI PL, C-mount, Olympus OM, Leica R, Leica M, Minolta MD, Sony A, Nikon F, Canon EF, Canon FD), die
man per Adapter anschließen kann.
Naja, die Kamera hat einen Crop-Faktor von 2,7 bzw. 3,0 mit Bildstabilisator. D.h. um auf eine GoPro-übliche Brennweite von 14-16 mm KB-äquivalent zu kommen, benötigt man an der Mission 1 ein Objektiv mit ca. 5 mm Brennweite.
Selbst für nur 24 mm KB-äq. würde man ein MFT-Objektiv mit 8 mm Brennweite benötigen. Die Zahl der dafür geeigneten Objektive lässt sich wahrscheinlich an einer Hand abzählen.
Daher ist man auch meiner Einschätzung nach *sehr* limitiert bei der Objektivaiswahl.