GoPro • Kameras

Micro Four Thirds bekommt GoPro offiziell als neues Mitglied

Der Actioncam-Hersteller bekennt sich offiziell zum MFT-Standard. Die erste passende Kamera hat beim Objektivanschluss aber Einschränkungen.

Wer manuelle MFT-Objektive besitzt, kann sie seit Anfang September an einer GoPro nutzen. Jetzt ist GoPro auch offiziell Mitglied im Micro-Four-Thirds-Standard, wie OM Digital Solutions am 17. September mitgeteilt hat. Laut Mitteilung hat sich GoPro mit dem Verkaufsstart der Mission 1 Pro ILS am 26. August zum Standard bekannt.

Offener Standard mit wechselhafter Mitgliederbilanz

Olympus und Panasonic haben den Standard 2008 gemeinsam vorgestellt, die Kamerasparte von Olympus firmiert heute als OM Digital Solutions. Der Standard legt Bajonett und Kommunikation zwischen Kamera und Objektiv fest, damit Produkte verschiedener Hersteller zusammenpassen. OM Digital Solutions erwartet, dass GoPros Beteiligung die Nutzung des Systems “im Amateurfilm, in der professionellen Videoproduktion und auf höchstem Kinoniveau” weiter ausbaut.

Eine Mitgliedschaft garantiert allerdings keine neuen Produkte. Tamron und Sigma werden beispielsweise weiterhin als Mitglieder geführt, bringen aber längst keine neuen MFT-Objektive mehr heraus.

Nur manuelle Objektive am Bajonett

Die Mission 1 Pro ILS übernimmt vom MFT-System nur das Bajonett. Im Gehäuse steckt ein 1-Zoll-Sensor mit 50 Megapixeln, der Videos mit bis zu 8K60 aufzeichnet. GoPro hatte kurz das kleinere C-Mount erwogen, sich wegen der großen Objektivauswahl aber für Micro Four Thirds entschieden. Produktchef Pablo Lema sieht die Kamera bewusst nicht als Konkurrenz zu etablierten Systemkameras, sondern als kleines, montierbares System für Filmschaffende.

Das Bajonett hat keine elektronischen Kontakte, deshalb funktionieren nur Objektive mit manuellem Fokus und manueller oder fester Blende. Über Adapter passen auch Altglas und PL-Cine-Objektive. Der kleinere Sensor bringt einen Crop-Faktor von etwa 2,7 mit sich, mit aktiver HyperSmooth-Stabilisierung von 3.

HyperSmooth stabilisiert laut GoPro verzeichnungsfreie Festbrennweiten von 6 bis 500 mm sowie fünf ausgewählte Fisheye-Objektive. Die Kamera berechnet den Grad der Stabilisierung anhand der Brennweite, die ihr vorher eingebt. GoPro verkauft die Kamera für 699 Euro und liefert sie seit dem 2. September aus.

GoPro hat sich gerade noch so gerettet

Der Beitritt fällt in eine Umbruchphase. Anfang September hat GoPro eine Fusion mit Starman Optical vereinbart und will künftig auch Bauteile für KI-Rechenzentren liefern. Die Aktionäre sollen 285 Millionen US-Dollar erhalten und rund 10 Prozent der Anteile behalten, der Abschluss ist für Ende 2026 geplant. GoPro will Kameras, Support sowie Abo- und Cloud-Dienste unverändert weiterführen.

GoPro hat bislang keine weiteren MFT-Kameras oder eigenen Objektive angekündigt. Gegenüber Newsshooter erklärte der Hersteller, möglicherweise eine Form von Autofokus-Unterstützung anbieten zu wollen.

via: 43Rumors

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4 Kommentare
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RaniT

… Der kleinere Sensor bringt einen Crop-Faktor von etwa 2,7 mit sich …

Wenn man Objektive mit FT-Bildkreis verwendet, dann
befindet sich der Crop-Faktor ungefähr bei 1,35 – 1,36.

Um auf einen Crop-Faktor von etwa ca. 2,7 zu kommen,
müsste man schon ein Kleinbild-Objektiv mit einem
Kleinbild-Adapter ohne Telekompressor-Funktion benutzen.

Keyser

Da hast du leider einen kleinen Denkfehler drin: Der Crop-Faktor hängt ausschließlich von der Sensorgröße ab, das Objektiv davor ist dafür völlig egal.
Brennweite ist eine feste physikalische Eigenschaft. Ein 25-mm-Objektiv erzeugt auf der Sensorebene immer das exakt gleiche Bild – ganz egal, ob es für MFT, APS-C oder Vollformat gerechnet wurde. Wenn du ein 25-mm-MFT-Glas an die GoPro schraubst, schneidet der 1-Zoll-Sensor genau denselben Bildausschnitt heraus wie bei einem adaptierten 25-mm-Vollformat-Glas. Bei der Kleinbildlinse fällt das überflüssige Licht drumherum einfach nur ungenutzt ins Gehäuse, am eigentlichen Bild ändert das nichts.
Deine 1,35 beschreiben lediglich den relativen Unterschied zwischen einem echten MFT-Sensor (Crop 2,0) und dem kleineren 1-Zoll-Sensor (Crop 2,7), also 2,7 geteilt durch 2,0. Da sich die Brennweitenangaben und der klassische Crop-Faktor aber nun mal immer auf Kleinbild beziehen, liegt der Artikel schon richtig: An dieser GoPro hast du mit jedem Glas einen Crop-Faktor von etwa 2,7

Patrick Bochum

Auf die 500 mm Festbrennweite an der gopro freue ich mich schon jetzt 😎

Frank

Die Brennweite : 50mm bleibt! .
nur der Bildausschnitt ist nicht wie bei 24×36

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