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Neuer KI-Netzwerkspeicher analysiert Fotos und Dokumente lokal

UGREEN stellt zwei neue NAS-Systeme mit integrierter KI vor. Die Datenverarbeitung erfolgt komplett lokal auf dem Gerät, was besonders für private Fotosammlungen spannend ist.

Die beiden Modelle NASync iDX6011 und iDX6011 Pro benötigen keine Cloud-Anbindung, optional lassen sich aber externe Modelle wie solche von ChatGPT-Betreiber OpenAI einbinden, etwa für Anfragen, die über die lokal gespeicherten Daten hinausgehen.

Im Betriebssystem UGOS Pro steckt ein lokales Sprachmodell namens Uliya. Darüber lassen sich gespeicherte Dokumente per Texteingabe durchsuchen, zusammenfassen und auswerten. Die Suche funktioniert semantisch: Statt nach exakten Dateinamen zu suchen, beschreibt ihr den gewünschten Inhalt in natürlicher Sprache, wie man es schon von Plattformen wie Google Fotos kennt. Dabei könnt ihr mehrere Metadaten miteinander zu einem Suchbegriff wie “girl in a red hat playing in a park, Australia, 2024” kombinieren

Für Fotos gibt es ein KI-Album, das Gesichter, Objekte, Szenen und Text in Bildern erkennt. Ihr sollt etwa “Fahrradtour am See” eingeben und passende Ergebnisse zurückbekommen. Zusätzlich sortiert eine automatische Dateiorganisation Uploads nach Typ, Datum und Name. Sprachnotizen lassen sich direkt auf dem NAS transkribieren, übersetzen und zusammenfassen. Die lokale KI ist laut UGREEN derzeit für Deutsch, Englisch, Japanisch und Chinesisch optimiert, weitere Sprachen sollen folgen.

Intel Core Ultra liefert die Rechenleistung

Für die Rechenleistung sorgen Intel-Core-Ultra-Prozessoren mit integrierter NPU. Das iDX6011 nutzt den Core Ultra 5 125H, das Pro-Modell den stärkeren Core Ultra 7 255H mit rund der dreifachen KI-Rechenleistung. Beide Geräte bieten sechs HDD-Einschübe, zwei M.2-NVMe-Slots und damit bis zu 196 TB Speicherkapazität.

Dazu kommen jeweils zwei 10-GbE-Netzwerkanschlüsse und zwei Thunderbolt-4-Ports. Das Pro-Modell ist ausschließlich mit 64 GB LPDDR5X-RAM erhältlich und verfügt zusätzlich über einen OCuLink-Anschluss für eine externe GPU sowie ein Frontdisplay. Der Arbeitsspeicher ist bei beiden Modellen fest verlötet und lässt sich nicht nachrüsten.

Preise nennt UGREEN bislang nur in US-Dollar. Der Early-Bird-Preis beginnt bei 999 US-Dollar für das iDX6011 mit 32 GB RAM. Die 64-GB-Variante liegt bei 1.199 US-Dollar, das Pro-Modell bei 1.559 US-Dollar. Die regulären UVPs betragen 1.699, 1.999 bzw. 2.599 US-Dollar.

Die Kickstarter-Kampagne startet im März, der Versand soll im Mai beginnen. Deutschland gehört zu den unterstützten Lieferländern, Zollgebühren übernimmt UGREEN laut eigenen Angaben für alle Kickstarter-Unterstützer. Wer reservieren möchte, zahlt vorab 30 US-Dollar, die bis zum Ende der Kampagne erstattbar sind.

Hoher Preis und kurze Lebensdauer

Günstig ist das Ganze nicht. Selbst zum Early-Bird-Preis werdet ihr hier ziemlich sicher einen vierstelligen Betrag los, und Festplatten sind da noch nicht dabei. Angesichts der anhaltenden Speicherkrise sind auch HDDs derzeit kein Schnäppchen, wer das volle Potenzial mit sechs Laufwerken ausreizen will, treibt die Gesamtkosten nochmals deutlich nach oben. Gleichzeitig ist es erfreulich, dass mit der iDX-Serie ein Consumer-Produkt auf den Markt kommt, das lokale KI sinnvoll in den Alltag integriert, ohne Daten in die Cloud zu schicken.

Was allerdings zu bedenken bleibt: Der KI-Fokus verkürzt die Halbwertszeit eines solchen NAS erheblich. Chips werden effizienter, KI-Modelle leistungsfähiger, und was heute als leistungsstarke lokale KI gilt, dürfte in wenigen Jahren auf deutlich günstigerer Hardware laufen. Wer ein NAS als langfristige Investition betrachtet, sollte diesen Punkt miteinkalkulieren.

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zo34

Es stellen sich die (üblichen) Fragen:

  • welche Bildformate werden unterstützt?
  • wie ist der Support für künftige Bildformate?
  • wie sind die Bilder zugänglich? Plugin für LR/C1 usw.?
Stefan Zimmermann

Bei solchen Produkten stelle ich mir immer die Frage, wie lange Updates bei Sicherheitslücken bereitgestellt werden – zwei, drei Jahre, vielleicht weniger? Auf die Schnelle konnte ich dazu nichts finden außer ‚laufende Systemupdates‘. Das sagt aber überhaupt nichts aus – als ob ein Autohersteller auf die Frage nach der Garantie nur antworten würde: ‚Es fährt schon noch‘. Ein Hersteller, der das nicht offen kommuniziert, wirkt für mich nicht seriös. Solche Produkte kaufe ich daher nicht. Und aus welchem Datenformat besteht zum Beispiel ein RAID-1-System? Ist es proprietär – wie leider bei vielen Billigprodukten – oder entspricht es gängigen Standards? Denn wenn zum Beispiel eine HDD ausfällt, möchte ich die noch funktionierende gespiegelte Platte ausbauen und per USB-Laufwerk am PC nutzen können. Bei proprietären Systemen geht das oft nicht, oder man benötigt teure Zusatzsoftware, die nicht immer zuverlässig ist. Dann kann man die Spiegelung der Daten quasi vergessen. Viele einfache RAID-Controller erlauben kein Rebuild, wenn eine Platte beschädigt ist – die Daten sind dann oft verloren. Bei all dem konnte ich auf der Herstellerseite ebenfalls nichts finden. Wie soll man da Vertrauen aufbauen? Mir gehen solche Spielchen inzwischen auf die Nerven. Solche Produkte können gerne in der Versenkung verschwinden. Ich verstehe… Weiterlesen »

J.Friedrich

“Kickstarter Kampagne” halt – “der Witz” liegt da oft im schnellen Geld sammeln – so jedenfalls mein dumpfes Gefühl.

Rene Stämpfli

UGOS Pro ist eine auf Debian basierte Linux Distribution. Das Filesystem basiert auf ext4 oder Btrfs. Die Hardware basiert auf standard Komponenten, wie das so üblich ist bei vielen NAS. Einen RAID Controller scheint das Ding nicht zu haben, was auch durchaus von Vorteil ist. Ein standard HBA genügt da vollkommen und ist wesentlich günstiger. Der Processsor ist ein in Laptops verwendeter, gängiger Intel Processor. Das proprietäre ist lediglich die Oberfläche und nennt sich dann UGOS-Pro. Das ist das, was man auf den ersten Blick auf Grund der UGREEN unterlagen festsstellen kann. Persönlich halte ich nicht viel von dieser Art von NAS Kisten mit den proprietären Oberflächen.
Wer eine Ahnung von Linux hat, startet einfach eine Shell und schaut mal was sich da unter der Haube so verbirgt.
Das Problem mit all diesen NAS ist, das sich die Hersteller sehr bedeckt halten, über das was sich unter der Haube verbirgt und bauen sich da ihr eigenes GUI. Ist ja bei Apple und Android auch nicht anderst. Die Dinger sind eben speziell für ahnungslose Benutzer und eine starke Kundenbindung bebaut. Man will narürlich auch verhindern, dass der Kunde auf eine andere Linux Distribution wechselt und lediglich die Hardware verwendet.

Stefan Zimmermann

Danke für die Infos

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