Inspiration & Praxis

Wildlife Photographer of the Year: Österreicher überzeugt Publikum mit Luchsfoto

Beim Wildlife Photographer of the Year hat das Publikum entschieden. Ein Luchsfoto aus Spanien gewinnt den People’s Choice Award 2026.

Der österreichische Fotograf Josef Stefan hat den Nuveen People’s Choice Award 2026 des Wettbewerbs Wildlife Photographer of the Year gewonnen. Sein Bild “Flying Rodent” zeigt einen jungen Iberischen Luchs, der ein Nagetier spielerisch in die Luft wirft. Stefan fotografierte die Szene mit einer Nikon Z9 und einem 600-mm-Objektiv aus einem Versteck in Torre de Juan Abad, Ciudad Real, Spanien. Rund 20 Minuten lang warf der Luchs das Nagetier immer wieder hoch und fing es auf, bis er das Spiel satt hatte und seine Beute hinter einem Busch fraß.

Ein Highlight aus 30 Jahren Naturfotografie

“Die Reise zu diesem Bild war mehr als nur ein weiteres fotografisches Abenteuer. Es war die Verfolgung eines Traums, der mich seit Jahren begleitet hat: dem Iberischen Luchs zu begegnen, einer der seltensten und am stärksten bedrohten Wildkatzen der Welt”, so Stefan. Anfang der 2000er-Jahre stand die Art kurz vor dem Aussterben. Inzwischen leben dank konsequenter Schutzmaßnahmen wieder über 2.000 Tiere. Der Luchs sei “ein lebendiges Symbol der Hoffnung, das zeigt, was passieren kann, wenn wir Verantwortung übernehmen und bewusst handeln.” Der Preis sei das Highlight seiner 30-jährigen Karriere als Naturfotograf.

Vier weitere Bilder wurden als “Highly Commended” ausgezeichnet. Der Schweizer Alexandre Brisson fotografierte mit einer Nikon D850 Zwergflamingos, die vor Stromleitungen in einem Vogelschutzgebiet in Walvis Bay, Namibia abheben. Sein Bild “Beauty Against the Beast” zeigt den Kontrast zwischen der Anmut der Tiere und der industriellen Umgebung. Der Kanadier Christopher Paetkau fing mit einer DJI Mavic 3 Pro eine Eisbärenmutter mit drei Jungen ein, die in der Sommerhitze an der Hudson Bay rasten. Schrumpfendes Meereis erschwert den Tieren dort zunehmend die Nahrungssuche.

Der Brite Will Nicholls hielt mit einer Canon EOS 5D Mark IV zwei junge Bären fest, die im Scheinwerferlicht auf einer Straße im Jasper National Park miteinander raufen. Der Japaner Kohei Nagira dokumentierte mit einer Sony A7R III auf der Halbinsel Notsuke in Hokkaido einen Sikahirsch, der nach einem Revierkampf den abgetrennten Kopf seines Rivalen im Geweih trug. Nagira beobachtete das Tier über mehrere Monate, von November 2020 bis April 2021.

85.917 Stimmen gingen in die Abstimmung ein, so viele wie nie zuvor. Stefans Foto setzte sich gegen 23 weitere Bilder auf der Shortlist durch. Diese waren aus 60.636 Einreichungen aus 113 Ländern ausgewählt worden, zusätzlich zu den 100 Gewinnerbildern des Hauptwettbewerbs vom Oktober 2025.

Dr. Douglas Gurr, Direktor des Natural History Museum in London, zeigte sich erfreut über die Beteiligung: “Ob faszinierendes Verhalten oder eine starke Geschichte: Die diesjährige Auswahl an Bildern war wirklich außergewöhnlich.”

Die prämierten Bilder sind bis zum 12. Juli 2026 in der Ausstellung im Natural History Museum in London zu sehen. Mehr Informationen findet ihr unter bit.ly/NuveenPeoplesChoice2026.

Beitragsbild: Josef Stefan/Wildlife Photographer of the Year

Rechtlicher Hinweis: Wildlife Photographer of the Year is developed and produced by the Natural History Museum, London

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Rolf Carl

Habe die Fotos zwar schon vorher gesehen, aber trotzdem, wie immer herausragende Bilder.

Thomas Nordsee

Ja – ich schaue gerne hin… und immer wieder… iauch auf die Details.

Jörn

Sehr gelungene Bilder! Da ist viel Glück und reichlich Können im Spiel. Glückwunsch!

Forumname

“…Versteck in Torre de Juan Abad, Ciudad Real, Spanien”

Im Klartext ein bezahlter Ansitz. Wunderbares Wildlife Photo of the Year und die Krönung seiner Karriere.
Zitat von seiner Webseite:
Ich liebe Natur
Ich liebe Fotografie
Ich bin ein Naturfotograf”

Thomas Nordsee

Sag: verbirgt sich hinter “bezahltem Ansitz” eine Spur von Kritik deinerseits? Ich vermag es nicht zu beurteilen – so etwas gibt es bei uns nicht. Ich muss alles erlaufen und mir die besten Stellen selbst suchen. Aber ich habe davon gehört… bei den Kranichen im Herbst wird auf den Koppeln an der Ostsee zugefüttert und man wartet auf die Vögel in Holzbuden mit kleinen Fenstern (und bezahlt…)… für mich bleibt die ehrliche Frage ohne Hintergedanken: schmälert ein bezahltes Versteck die Leistung? Für mich kommt es nicht in Frage… ich fahre auch nicht nach Slowenien und fotofragiere unter Anleitung Bären. Aber bitte: jeder wie er mag.

Rolf Carl

Habe ich auch als Kritik verstanden. Tatsächlich ist es aber so, dass die besten Tieraufnahmen im Ansitz gemacht werden, weil die an Orten sind, die von den Tieren stark frequentiert werden. Ansitze gibt es häufig in Naturschutzgebieten und kosten oft etwas. Fred Bollmann z.B. bietet in Norddeutschland Bootstouren an, bei denen er die Seeadler mit Fischen füttert, damit die Fotografen auch garantiert ihre Bilder haben. Also Seeadler fängt Fisch ist zu 99% so entstanden.
Ich persönlich habe es wie du, ich mag Ansitzfotografie nicht besonders, sondern bin lieber zu Fuss in der Natur unterwegs. So ist die Ausbeute natürlich geringer, aber bei mir steht eindeutig das Naturerlebnis im Vordergrund, wenn dabei auch noch gute Fotos entstehen, habe ich natürlich auch nichts dagegen.

Thomas Nordsee

Danke für die Infos. Wie gesagt: ich teile es… für mich ist “weniger mehr”.

Forumname

Die “Naturfotografie” ist leider in vielen Fällen nicht mehr so viel Natur, wie da oftmals suggeriert wird. Vor allen Dingen im meist dicht besiedelten Europa.
Deshalb klare Kritik von meiner Seite an dieser Art von Fotos. Immerhin wurde ehrlicherweise dazugeschrieben, dass es aus einem Hide aufgenommen wurde.
Heute einen Luchs in Europa noch dazu in so einer Szene einzufangen, halte ich ohne entsprechende “Hilfsmittel” für nahezu unmöglich. Erst recht nicht in 3 Tagen.

Markus S.

Diese Diskussion ist doch nicht relevant. Mit Sicherheit wurden auch schon vor 30 Jahren Bilder aus einem Versteck heraus erstellt.
Schlicht weil man sonst NIE so nah an die jeweilige Tierart ran kommen würde oder es zu gefährlich wäre.
Dabei ist auch nichts verwerfliches dabei. Manche Bilder kannst du sonst einfach nicht machen außer vielleicht mit einer Fotofalle.
Wenn das jetzt ein Bild ausm Zoo wäre, ja dann könnte man sich drüber aufregen, aber so, ich versteh die Diskussion nicht.

Thomas Nordsee

Schön, dass ich offen mit dir diskutieren kann. Wie bereits erwähnt, erobere und erlaufe ich mir meine Bilder… natürlich grenzt das meine Ergebnisse- neben persönlichen Unzulänglichkeiten- massiv ein. Aber für mich ist auch der Weg das Ziel. Das, was der Kollege R. Carl weiter oben über die Seeadler mit „Fisch“ berichtete, würde mir keine Freude bereiten… das eigentliche Foto macht die Technik… der Weg zum Foto selbst ist stark fremdbestimmt. Jeder, wie er mag- aber zumindest eine Kennzeichnung (angefüttert oder im Tierpark x oder…) ist notwendig. Dir viel Freude bei deiner Fotografie!

Rolf Carl

Thomas, bei allen Naturfotografiewettbewerben in dieser Grössenordnung ist es vorgeschrieben, bei speziellen Techniken oder Aufnahmesituationen die Bilder zu kennzeichnen. Also z.B. HDR, Schärfentiefenerweiterung oder Mehrfachbelichtung. Bei der Tierfotografie, wenn die Fotos im Zoo, Gehege, oder die Tiere in kontrolliertem Zustand fotografiert wurden. Klar ist, dass Fotos, die ohne diese Hilfen entstanden sind, einen höheren Stellenwert haben. Zudem sitzen in der Jury jeweils absolute Experten, die gut einschätzen können, wie ein Foto entstanden ist und ob da etwas nachgeholfen wurde. Im Zweifelsfall wird auch nachgefragt und das Foto gegebenenfalls disqualifiziert.

Thomas Nordsee

Das ist dann auch gut so. Ehrlich eben.

Rolf Carl

Dann müsstest du eigentlich die gesamte Naturfotografie kritisieren, auch die Landschaftsfotografie. Da käme niemand auf die Idee, noch einen Strommasten mit ins Bild zu nehmen, weil der halt gerade dort steht. Wenn ich dich jetzt richtig verstehe, müsste man den Strommasten unbedingt mit ins Bild nehmen, um es realistischer zu gestalten und jeglicher Kritik den Wind aus den Segeln zu nehmen. Grundsätzlich ist gegen den Ansitz nichts einzuwenden, wobei in der Beschreibung nichts von bezahltem Ansitz steht, sondern von Versteck. Und was ist z.B. mit Bildern von Safaris? Dort gibt es auch Ansitze, der Eintritt in die Parks kostet auch etwas, und dann wird man vom Fahrer des Jeeps an die Tiere herangefahren und muss nur noch abdrücken. Ich war auf einer 10-tägigen Sarari in verschiedenen Parks, und mein Fazit: Im Zoo oder zu Hause einheimische Tiere zu fotografieren ist einiges schwieriger. Aber die Leute wollen halt Tiere aus Afrika sehen. Aber nun zum Foto mit dem Luchs: Einfach nur ein Foto zu schiessen von einem Tier reicht heute nicht mehr. Es soll wenn möglich ein typisches Verhalten zeigen und perfekt komponiert sein, und das ist bei diesem Bild der Fall. Zudem ist der Luchs extrem selten, also höherer Schwierigkeitsgrad.… Weiterlesen »

Daniel_S

Das Foto wurde aus einem Versteck aufgenommen, aber es ist ja nicht gestellt.
Es wurde keine Libelle mit Wassertropfen besprüht und kein Schmetterling eingefroren, damit es besser aussieht.
Der Luchs wurde nicht angefüttert und er macht auch keinen Handstand für ein Leckerli. Er spielt mit seiner Beute wie es Katzen oft tun. Und der Fotograf hat das sensationell umgesetzt und im richtigen Moment ausgelöst. Das ist auf jeden Fall ein Foto, das nicht reproduzierbar ist. Diese Szene in diesem Licht wird es an dieser Stelle nie wieder geben. Zum Glück gibt es dort diesen Hide, sonst wäre uns allen dieses wunderbare Foto entgangen.
Oder hast Du ein besseres Bild, das ohne Hide aufgenommen wurde?

Leonhard

Also meinereiner macht eher gar keine Fotos von Tieren, trotzdem verstehe ich Deine Kritik hier nicht so wirklich.

Wo sich seltene Tiere aufhalten, da baut ein geschäftstüchtiger Schlumpf einen Unterstand hin und kassiert ab, dafür kann doch der Fotograf nichts. Solche Verstecke gegen Gebühr haben auch noch einen Vorteil: Da der Geier Geld verdienen will wird er schon dafür sorgen, dass sich da nicht tausende Knipser rumm treiben, was dazu führen dürfte, dass man da nur noch Plattfußindianer und keinen Luchs mehr fotografieren könnte.

Und wenn in einem Lebensraum kaum noch Natur ist, dann kann man auch nicht erwarten, dass da einer die Urwälder aus der Zeit der alten Germanen ablichtet, wo nichts ist, gibt es auch nichts zu knipsen, egal wie viele B/S die Knipse schafft.

Nichts gegen Kritik, aber doch bitte an denen, die dafür verantwortlich sind, der beste Tierfotograf der Welt kann nur Aufnahmen von dem machen, was auch real noch da ist, erscheint meinereiner logisch.

Peter Braczko

Genau den richtigen Moment erwischen, damit hat der Österreicher Josef Stefan das Siegesbild belichtet – Glückwunsch! Hab`auf seiner Internetseite gesehen, womit er fotografiert, seine Ausrüstung ist auch für die Tierfotografie das beste Angebot, “wenn es darauf ankommt!”

Carol

Diese Bilder kann jede „Marke“ aufnehmen. Warum so verblendet in dem Alter?

Peter Braczko

“Jede?” Sonst alles OK???? Grüße an den Anonymen, der sich hier feige hinter fünf Buchstaben versteckt….

Mirko

🤡🤡🤡

chris xx

Mal abgesehen davon: Die Bären Photos sind um ein vielfaches besser, haben eine Aussagekraft; unabhängig mit welcher Camera sie geschossen wurden.

Leonhard

Gute Bärenbilder macht man mit einer Fuji GFX 100II und nur von Haribo-Goldbären.

Da kommen die Farben so schön und wegen Bewegungsunschärfe braucht man sich auch keine Sorgen machen. Außerdem riechen diese Goldbären erheblich besser als ihre pelzigen Kollegen, Bilder von einer Zahnsteinentfernung bei einem Braunbären würde meinereiner nur mit einer Klemme auf der Nase machen, so ein Vieh stink noch schlimmer aus dem Hals wie meinereiner!

chris xx

… bei den Goldbeeren reicht auch eine Lochcamera …
… ein Glück das ich bei meinen Plüschbären keine Zahnsteinentfernung durch führen muß …
… )(;:-) …

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