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Lexars neue Speicherkarte ist nur in der Theorie die allerschnellste

Geschwindigkeiten von Speicherkarten sind ein kompliziertes Kompatibilitäts-Konstrukt. Theorie und Praxis sind leider weit voneinander entfernt.

Keine Kamera kann SD 8.0

Der Speicherhersteller Lexar hat auf der IFA 2024 eine neue SD-8.0-Karte vorgestellt, die mit Lesegeschwindigkeiten von bis zu 1.700 MB/s und Schreibgeschwindigkeiten von 1.000 MB/s beeindruckt – zumindest auf dem Papier, denn die Karte ist mit keinem Gerät voll kompatibel, das diese Geschwindigkeit auch nur ansatzweise ausnutzen könnte.

Wie PetaPixel erläutert, ist SD 8.0 im Grunde dasselbe wie das SD-Express-Format, das die SD Association bereits im Mai 2020 angekündigt hatte – nur unter anderem Namen. SD Express galt von Anfang an als wenig erfolgversprechend, da es zwar theoretisch abwärtskompatibel zu älteren SD-Karten ist, in der Praxis aber nur mit der niedrigen Geschwindigkeit von UHS-I-Karten funktioniert. Theoretisch sind sogar bis zu 2 GB/s Lesegeschwindigkeit möglich.

Die maximale Geschwindigkeit von UHS-I-Karten beträgt 30 MB/s. Das reicht für moderne hochauflösende Kameras mit schnellen Serienbildfunktionen bei weitem nicht aus.

Nichtsdestotrotz bewirbt Lexar seine neue SD-8.0-Karte mit (für SD-Karten) immensen Geschwindigkeiten. Das Unternehmen hatte bereits 2021 eine SD-Express-Karte mit 800 MB/s angekündigt, die jedoch nie bis zur Marktreife gelangte.

Auch SD-Karten mit Edelstahlgehäuse

Auf der IFA 2024 präsentierte Lexar neben der SD-8.0-Karte noch weitere Produkte. Dazu gehören die neuen “Steel”-Speicherkarten mit robustem Edelstahlgehäuse, die CFexpress-4.0-Karten mit bis zu 3.700 MB/s Lesegeschwindigkeit, die “Armor”-Serie mit besonders widerstandsfähigen SD-Karten für den Outdoor-Einsatz sowie neue Workflow-Lösungen und RGB-DDR5-Arbeitsspeicher. Auch einen digitalen Bilderrahmen mit WiFi-Funktion und 2K-Display hat Lexar im Programm.

Was sagt ihr dazu? Findet ihr das in Ordnung, dass Lexar mit den Geschwindigkeiten wirbt? Schließlich liegt der Support nicht in deren Verantwortung, sondern in der der Kamerahersteller, oder?

Jonathan Kemper

Hat Technikjournalismus studiert, bloggt seit einer gefühlten Ewigkeit vor allem über die neusten Entwicklungen der Mobil-Branche und fotografiert lieber mit kompakten Kameras.