Drohnen

Antigravity: Insta360 entwickelt erste 360-Grad-Drohnen

Insta360 startet mit Antigravity eine neue Drohnenfirma und verspricht noch dieses Jahr 360-Grad-Aufnahmen aus der Luft.

Neue Produktkategorie statt Verbesserung

Der 360-Grad-Kamera-Spezialist Insta360 wagt sich in den Drohnenmarkt vor. Das Unternehmen hat gemeinsam mit weiteren Partnern die neue Marke Antigravity gegründet, die sich auf immersive Fluggeräte mit Rundumaufnahmen spezialisiert. Die erste Drohne soll bereits im August 2025 enthüllt werden. Die neue Marke agiert international mit Niederlassungen in den USA, China und Singapur.

Antigravity will eine komplett neue Geräteklasse etablieren. Statt herkömmlicher Drohnen mit starrer Kameraausrichtung setzen die Entwickler auf 360-Grad-Aufnahmen mit zwei Linsen. Ihr könnt so während des Flugs alles gleichzeitig erfassen und später am Computer die gewünschte Perspektive wählen – ein Konzept, das Insta360 bereits bei seinen regulären Rundum-Kameras wie der X5 erfolgreich einsetzt.

Übrigens: Für die DJI Mavic Air 2 und die Air 2S hat der Konkurrent seit 2022 ein Set namens “Insta360 Sphere” für rund 500 Euro im Angebot, das nachträglich 360-Grad-Fähigkeiten aufrüstet.

Leichtgewicht mit 8K-Video

Das angekündigte Erstmodell soll unter 249 Gramm wiegen und damit in die liberalste EU-Drohnenkategorie fallen. Trotz des geringen Gewichts verspricht Antigravity 8K-Videoqualität. Die Steuerung soll so intuitiv sein, dass auch Anfänger ohne Flugerfahrung sofort loslegen können. Sicherheitsfeatures wie Nutzlasterkennung sollen unbefugte Modifikationen oder unsicheres Flugverhalten verhindern.

Antigravity positioniert sich bewusst als Alternative zu DJI, das bislang den Drohnenmarkt dominiert. Marketingchef BC Nie erklärt: “Während sich die Konkurrenz nur mit technischen Spezifikationen misst, ziehen wir das Ganze von der anderen Seite auf.” Spannenderweise dringt DJI in Kürze mit der Osmo 360 umgekehrt bald in einen Bereich ein, in dem eigentlich Insta360 die Nase vorn hat.

Insta360 wählt einen modernen Ansatz und möchte die Community an der Entwicklung teilhaben lassen. Über den “Antigravity Hub” können Nutzer Feedback geben und Produktideen einbringen. Wer zur Entwicklung beiträgt, soll belohnt werden. Diese offene Herangehensweise unterscheidet sich deutlich von etablierten Herstellern wie DJI.

via: Heise

Jonathan Kemper

Hat Technikjournalismus studiert, bloggt seit einer gefühlten Ewigkeit vor allem über die neusten Entwicklungen der Mobil-Branche und fotografiert lieber mit kompakten Kameras.