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Das Canon RF 16mm f/2.8 STM ist ein “No-Brainer”

Nutzer einer RF-Kamera und Fans exotischer Brennweiten werden längst einen Blick auf das 16mm f/2.8 STM geworfen haben. Was ihr erwarten könnt.

Günstigste weitwinkligste RF-Festbrennweite

Neben dem 100-400mm hat Canon im September 2021 noch ein weiteres bezahlbares Objektiv für das RF-System angekündigt, das bei euch bereits große Freude ausgelöst hat: das RF 16mm f/2.8 STM. Jetzt trudeln auch die ersten Expertenmeinungen wie die von Gordon Laing von Cameralabs ein, die dem Modell eine deutliche Kaufempfehlung aussprechen.

Bis jetzt waren für das RF-System hauptsächlich teure, schwere Zoom-Objektive verfügbar, die Laing einem Vergleich zur neuen Prime-Linse unterzieht. Das 16mm f/2.8 ist die weitwinkligste Festbrennweite für das RF-System bis jetzt und noch dazu eine der günstigsten. Es spricht vor allem Fotografen an, die sich in den Bereichen Landschaft, Architektur, Astro und Vlogging austoben wollen.

Design und Bedienung

Optisch hat das 16mm f/2.8 viel mit dem 50mm f/1.8 gemein. Es nutzt sogar das gleiche Filtergewinde mit einem eher ungewöhnlichen Durchmesser von 43 mm, was die Suche nach Filtern mit entsprechender Größe schwieriger, aber nicht unmöglich gestalte.

Kritik bringt Laing beim Schalter, der zwischen Control und Fokus wechselt, an, denn ein reines Wechseln auf den Fokus-Modus reiche nicht. Zusätzlich müsse man diese Einstellung im Menü der Kamera treffen (oder sie entsprechend mit einer Makro-Taste verknüpfen). Er hofft aber, dass dieses Verhalten mit einem späteren Firmware-Update behoben wird.

Autofokus hörbar

Dem Autofokus attestiert er nicht die allerhöchste Geschwindigkeit, die Performance sei aber durchaus noch flüssig, wodurch sich das Objektiv auch für Videoaufnahmen eigne. Allerdings ist der antreibende Motor in ruhigen Umgebungen über das eingebaute Kamera-Mikro deutlich hörbar, was bei Videos ein Problem darstellen könnte. Hierfür empfiehlt sich daher vielleicht der Einsatz eines Lavalier-Mikrofons für die Audio-Aufzeichnung.

Offene Blende liefert nicht die besten Ergebnisse

Für Landschaften empfiehlt Laing, die Blende mindestens auf f/5.6 zu schließen, solange man den Lichteinfall nicht dringend benötige. Die Fotos verlieren zu den Rändern hin ansonsten nicht schmerzlich, aber immerhin merklich an Schärfe. Angesichts der großen Blendenöffnung biete sich das Ultraweitwinkel auch für dunkle Situationen wie eine erleuchtete Skyline oder den Sternenhimmel an. Bei ersterer liefert das 16mm f/2.8 laut Laing scharfe Ergebnisse, bei letzterer höchstens an den Rändern leichte Aberrationen, die sich durch eine etwas geschlossenere Blende jedoch reduzieren ließen.

Bokeh und Blendensterne

Die minimale Fokusdistanz des Objektivs misst Laing bei 13 Zentimetern, bei offenster Blende kann es in dieser Position für ein ordentliches Bokeh sorgen. Auf der anderen Seite zählt er bei 22er-Blende insgesamt 14 Blendensterne, die bis Blende 11 noch sichtbar seien.

Stabilisierung und Verzeichnungskorrektur

Da das 16mm f/2.8 ohne optischen Bildstabilisator auskommen muss, müssen Vlogger auf Funktionen wie IBIS und die digitalen Alternativen vertrauen. In dieser Kombination lassen sich die Clips durchaus sehen, ohne die Stützen wackelt es aber ganz schön.

Ebenfalls digitale Hilfe benötigt die Linse bei der Beseitigung von erheblicher Verzeichnung, solange ihr die Linse nicht ohnehin nur für JPGs oder Videos verwendet. Wie nötig das 16mm f/2.8 die Verzeichnungskorrektur hat, wird vor allem bei minimaler Fokusdistanz wegen des deutlichen Focus Breathings ersichtlich, weil in solchen Situationen ansonsten eine starke Vignette im Bild verbleibt.

Fazit

Laing fasst in seiner Rezension zusammen: “Das RF 16mm f/2.8 ist eines dieser seltenen Dinge: eine exotische Linse zu einem erschwinglichen Preis.” Wer mit der Lautstärke des Fokusmotors leben könne und kein optischer Purist sei, bekomme für wenig Geld einen leichtgewichtigen “No-Brainer”.

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Habt ihr euch das RF 16mm f/2.8 schon bestellt oder habt es vielleicht noch vor? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

Jonathan Kemper

Hat Technikjournalismus studiert, bloggt seit einer gefühlten Ewigkeit vor allem über die neusten Entwicklungen der Mobil-Branche und fotografiert lieber mit kompakten Kameras.