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Die wohl besten Fotos des Universums: Erste Bilder vom James Webb Space Telescope

Das James Webb Telescope, der Nachfolger des Hubble-Teleskops, liefert erste Ergebnisse, die die Welt in Staunen versetzen.

Erste Vollfarbbilder des JWST

Alle Welt blickte am 12. Juli auf die Fotos, auf die man seit dem Launch des James Webb Space Telescopes (JWST) im Dezember 2021 sehnsüchtig wartete. Hobby-Astronomen wie professionelle Wissenschaftler sind gleichermaßen begeistert. Der Nachfolger des berühmten Hubble-Weltraumteleskops liefert deutlich mehr Details und somit einen viel tieferen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Universums. Insgesamt fünf farbige Fotos fangen die Schönheit des Weltraums ein.

Die vielleicht beeindruckendste Aufnahme der Serie ist vom Galaxienhaufen SMACS 0723 gelungen. Im direkten Vergleich mit demselben Ausschnitt aus dem Hubble-Teleskop wird ersichtlich, welchen technologischen Fortschritt das JWST darstellt. Doch es ist nicht nur die Technik, die den entscheidenden Unterschied macht. Auch die Position ist relevant. Während Hubble in “gerade einmal” 570 Kilometern um die Erde kreist, umrundet das JWST in kaum fassbaren 1,5 Millionen Kilometern Entfernung die Sonne.

JWST blickt weiter in die Vergangenheit als Hubble

“Aufgrund der Zeit, die das Licht braucht, um sich fortzubewegen, gilt: Je weiter ein Objekt entfernt ist, desto weiter zurück in der Zeit schauen wir”, so die US-Weltraumagentur NASA. Im Wesentlichen könne Hubble das Äquivalent von “Kleinkind-Galaxien” sehen, das JWST hingegen “Baby-Galaxien”, versuchen die Astronomen die Fähigkeiten für normale Menschen zu erklären.

Links: JWST, rechts: Hubble, Bild: NASA

Das JWST bewegt sich tiefer im Infrarotbereich, während das Hubble eher im Spektrum des Sichtbaren und Ultra-Violetten unterwegs ist. Beobachtungen anhand von Infrarot sind für die Astronomie so wichtig, da Sterne und Planeten, die sich gerade erst bilden, hinter Staubwolken verborgen sind. Diese absorbieren das sichtbare Licht. Das ausgestrahlte Infrarotlicht kann jedoch diese staubige Hülle durchdringen. Falls ihr selbst auf Erkundungstour gehen wollt, könnt ihr euch das Bild von SMACS 0723 hier in voller Auflösung anschauen.

Carina Nebula

Eine weitere Aufnahme aus dem JWST zeigt unter anderem den “Carina Nebula”. Die NASA beschreibt es als eine Landschaft aus “Bergen” und “Tälern”, gesprenkelt mit glitzernden Sternen. Das JWST kann dank Infrarot zum ersten Mal bisher unsichtbare Bereiche der Sternentstehung offenbaren. Um euch auch nur ansatzweise ein Begriff von den Dimensionen zu machen: Die höchsten “Gipfel” auf diesem Bild sind etwa 7 Lichtjahre (sprich 66,23 Billionen Kilometer) hoch.

Bild: NASA, ESA, CSA, STScI

Stephans Quintet

Dann ist da noch das “Stephans Quintet”, auf dem fünf Galaxien abgebildet sind. Dabei handelt es sich um das bisher größte Bild vom JWST und deckt etwa ein Fünftel des Monddurchmessers ab. Nach Angaben der NASA besteht es aus über 150 Millionen Pixeln und wurde aus knapp 1.000 einzelnen Bilddateien zusammengesetzt.

Bild: NASA, ESA, CSA, STScI

Southern Ring Nebula

Zu guter Letzt wurden zwei Bilder aus dem “Southern Ring Nebula” in zwei verschiedenen Bereichen des Infrarotspektrums veröffentlicht. Sie zeigen Hüllen aus Staub und Gas, die von sterbenden, sonnenähnlichen Sternen abgestoßen werden. “Die neuen Details von Webb werden unser Verständnis darüber verändern, wie sich Sterne entwickeln und ihre Umgebung beeinflussen”, so die NASA.

Habt ihr die Veröffentlichung der ersten JWST-Bilder verfolgt und wie gefallen sie euch?

Beitragsbild: NASA, ESA, CSA, STScI

Jonathan Kemper

Hat Technikjournalismus studiert, bloggt seit einer gefühlten Ewigkeit vor allem über die neusten Entwicklungen der Mobil-Branche und fotografiert lieber mit kompakten Kameras.