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Mittelformat für Filmemacher: Fuji bringt GFX Eterna 55 für $16.500

Die Fujifilm GFX Eterna 55 kombiniert einen 102-Megapixel-Sensor mit professionellen Cinema-Features und markiert den Einstieg des japanischen Herstellers in den Markt für digitale Filmkameras.

Vor knapp einem Jahr, genauer gesagt im November 2024, hat Fujifilm die neue GFX Eterna erstmals angekündigt. Jetzt ist die Kamera fertig entwickelt, ab Oktober 2025 soll sie im Handel erhältlich sein. Damit erweitert Fujifilm sein Portfolio um eine dedizierte Cinema-Kamera, die sich gezielt an professionelle Filmproduktionen richtet.

Mittelformatsensor mit 102 Megapixeln

Das Herzstück der Kamera bildet der aus der Fotografie bekannte GFX 102MP CMOS II HS Mittelformatsensor in Kombination mit dem X-Prozessor 5. Mit einer Sensorgröße von 44 x 33 Millimetern und einer Diagonale von etwa 55 Millimetern übertrifft die Kamera herkömmliche Vollformat-Sensoren um das 1,7-fache. Diese Besonderheit hat Fujifilm auch in die Bezeichnung der Kamera einfließen lassen – die “55” dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit für die Sensor-Diagonale von 55 Millimetern stehen.

Die Kamera unterstützt verschiedene Aufnahmeformate, darunter GF Open Gate 4:3, GF 16:9, Premista, 35mm und Super35. In Kombination mit dem hochauflösenden Mittelformatsensor ermöglicht das den Einsatz unterschiedlicher Objektive ohne Auflösungsverluste und somit eine hohe Flexibilität. Der native G-Mount wird durch einen mitgelieferten PL-Mount-Adapter ergänzt, was die Objektivauswahl für professionelle Produktionen erweitern soll.

Hier die Videoformate der neuen Kamera, die orange markierten Formate sind laut Fujifilm einzigartig für die GFX Eterna. Die maximale Auflösung beträgt DCI 8K bei 30 fps:

Variabler ND-Filter und optischer Tiefpassfilter

Die GFX Eterna 55 verfügt über einen elektronisch variablen ND-Filter, der laut Fujifilm der erste seiner Art für Sensoren dieser Größenklasse ist. Der Filter deckt einen Bereich von ND 0,6 bis ND 2,1 ab, was einer Reduzierung von zwei bis sieben Blendenstufen entspricht. Die Anpassung erfolgt stufenlos in Schritten von 0,015 beziehungsweise 0,1 Blendenstufen.

Ein speziell entwickelter optischer Tiefpassfilter nutzt ein Vier-Punkt-Trennverfahren zur Reduzierung von Moiré-Effekten. Die Dual Basis-ISO-Funktion bietet zwei native Empfindlichkeiten bei ISO 800 und ISO 3200. Diese Technologie soll laut Fujifilm den Dynamikumfang optimieren und auch bei schwierigen Lichtverhältnissen rauscharme Aufnahmen ermöglichen.

Farbmanagement und Workflow-Integration

Fujifilm integriert 20 bekannte Filmsimulationsmodi aus den X- und GFX-Serien in die neue Cinema-Kamera. Diese können parallel zu Log-Aufnahmen für die Bildkontrolle am Set verwendet oder direkt als fertiger Look aufgezeichnet werden. Die Kamera unterstützt F-Log2 und F-Log2 C mit einem Dynamikumfang von mehr als 14 Blendenstufen.

Bis zu 16 verschiedene 3D-LUTs können direkt in der Kamera gespeichert und in Echtzeit angewendet werden. Diese Funktion ermöglicht es, den gewünschten Look bereits während der Aufnahme zu visualisieren. Zehn Filmsimulation 3D-LUTs (konform mit ITU-R BT.709) stehen zum Verkaufsstart zum Download bereit, darunter ETERNA, ETERNA BLEACHBYPASS, PROVIA, Velvia und ACROS.

Professionelle Codecs und Ausgabeoptionen

Die interne Aufzeichnung erfolgt bei der Fujifilm GFX Eterna 55 in Apple ProRes 422 HQ, Apple ProRes 422, Apple ProRes 422 LT sowie HEVC/H.265 und H.264. Bei Aufnahmen in Apple ProRes kann parallel eine Proxy-Datei erstellt werden. Über HDMI gibt die Kamera unkomprimierte 4:2:2 10-Bit-RAW-Daten und 12-Bit-RAW-Daten mit bis zu 8K/30p aus. Eine Camera-to-Cloud-Funktion ermöglicht den direkten Upload auf Frame.io.

Darüber hinaus bietet die Kamera (wenig überraschend) eine Vielzahl professioneller Anschlüsse, zum Beispiel Timecode In/Out (BNC), Genlock, 3,5-mm-Buchsen für Mikrofon und Kopfhörer, 2,5-mm Remote-Anschluss und 12G SDI OUT-Anschluss (max. 4K 59,94p 12G/6G/3G). Timecode-Synchronisation ist über BNC, Atomos AirGlu (Bluetooth) oder USB-C mit Ambient-Geräten möglich.

Die Netzwerkanbindung erfolgt derweil über RJ45 (1GbE), WLAN (802.11 a/b/g/n/ac mit WPA2/WPA3) oder Bluetooth 4.2. Eine browser-basierte Remote-Control-App ermöglicht die Steuerung über lokale Netzwerke.

Drei Bildschirme und Gewicht von 2 kg

Mit einem Gewicht von etwa zwei Kilogramm und Abmessungen von 110,8 x 138,2 x 176,8 mm bleibt die GFX Eterna 55 trotz des großformatigen Sensors vergleichsweise mobil. Die kubische Bauweise soll Flexibilität bei verschiedenen Produktionsszenarien bieten. Ein Multifunktionsrad an der Vorderseite und am mitgelieferten Griff steuert Fokus, Zoom und Blende der FUJINON GF-Objektive sowie den variablen ND-Filter.

Zwei seitlich angebrachte 3-Zoll-Monitore mit 1,04 Millionen Bildpunkten ermöglichen mehreren Personen gleichzeitig die Kontrolle der Kameraeinstellungen. Der externe 5-Zoll-LCD-Monitor erreicht 6,22 Millionen Bildpunkte, eine Helligkeit von bis zu 2.000 Nits und verfügt über einen Touchscreen mit frei belegbaren Funktionstasten.

Die Stromversorgung der neuen Cinema-Kamera erfolgt über eine V-Mount-Schnittstelle. Ein interner NP-W235 Akku ermöglicht bis zu 30 Minuten Aufnahmezeit ohne externe Stromquelle. Beim Wechsel der V-Mount-Batterie übernimmt automatisch der interne Akku, wodurch ein unterbrechungsfreier Betrieb gewährleistet wird. Die Kamera bietet zwei Speicherkartenslots für CFexpress Typ B und SD-Karten.

Preis und Verfügbarkeit

Wie bereits erwähnt soll die Fujifilm GFX Eterna 55 ab Oktober 2025 im Handel erhältlich sein. Ein Preis in Euro für den deutschen Markt liegt uns im Moment noch nicht vor, gut möglich, dass man da in den nächsten Tagen auf der IBC in Amsterdam genaueres erfährt. In den USA wird die Kamera für 16.500 Dollar erhältlich sein.

Mark Göpferich

Gründer von Photografix, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 5.000 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.