Die Noctilux-Familie bekommt Zuwachs: Leica bringt erstmals ein 35-mm-Objektiv mit der legendären Noctilux-Bezeichnung auf den Markt.
Seit 1966 steht der Name Noctilux bei Leica für das Maximum an Lichtstärke – abgeleitet von den lateinischen Wörtern für „Nacht” und „Licht”. Bisher gab es diese Premium-Optiken ausschließlich mit 50 mm und 75 mm Brennweite. Das ändert sich jetzt: Mit dem neuen Noctilux-M 1:1,2/35 ASPH. erweitert Leica die Serie erstmals in den Weitwinkelbereich.
Das neue 35er bringt eine Anfangsblende von f/1.2 mit und bleibt dabei vergleichsweise handlich. Mit nur 50,2 mm Länge, 65 mm Durchmesser und 416 Gramm Gewicht dürfte es sich deutlich unauffälliger tragen lassen als manch anderes 35mm-Objektiv. Die Gegenlichtblende ist fest integriert, vorne passen 49-mm-Filter.
Technisch besonders interessant: Leica setzt beim neuen Noctilux erstmals auf ein hauseigenes Verfahren namens Precision Glass Molding (PGM). Die in Wetzlar gefertigten asphärischen Elemente erreichen damit laut Leica eine Fertigungstoleranz von nur drei Nanometern pro Millimeter Durchmesser. Das soll schärfere Abbildung, weniger Aberrationen, besseren Mikrokontrast und natürlicheres Bokeh ermöglichen – bei gleichzeitig kompakterer Bauweise.
Im Inneren des neuen Objektivs arbeiten 10 Linsen in 5 Gruppen, davon drei asphärische Elemente. Ein Floating-Element sorgt dafür, dass die Abbildungsleistung über den gesamten Fokussierbereich konstant bleibt.
Das neue Noctilux erlaubt erstmals in der Serie eine Naheinstellgrenze von nur 50 Zentimetern – bisherige Modelle kamen nicht näher als 70 cm. Mit klassischen M-Kameras und deren Messsucher lässt sich allerdings weiterhin nur bis 70 cm fokussieren. Für den Bereich zwischen 50 und 70 cm braucht es Live-View oder den Visoflex 2. Besonders komfortabel soll das Scharfstellen mit der neuen Leica M EV1 und ihrem integrierten elektronischen Sucher funktionieren.
Das Leica Noctilux-M 1:1,2/35 ASPH. ist ab sofort in Leica Stores, im Leica Online Store und bei autorisierten Händlern erhältlich. Der Preis liegt bei 8.950 Euro.
Zum Vergleich: Das Voigtländer Nokton 35mm f/1.2 Aspherical IV für Leica M bietet ähnliche Eckdaten bei noch geringerem Gewicht (300 g) und kostet mit rund 1.100 Euro nur einen Bruchteil.