Nikon

Nikon ZR vorgestellt: Der Preis ist ein Kracher!

Kompaktes und leichtes Gehäuse, außergewöhnliches 4-Zoll-Display und ein überraschend niedriger Preis: Nikon stellt die neue ZR vor.

Vergleichsweise kompaktes Gehäuse

Nikon bezeichnet die neue ZR als “All-in-One-Cinema-Kamera” – und zwar nicht nur irgendeine, sondern die aktuell leichteste auf dem Markt. Schon auf den gestern geleakten Bildern wirkte die Kamera im Vergleich zur ebenfalls neu vorgestellten Canon EOS C50 vergleichsweise dünn und kompakt, es deutete sich an, dass Nikon mit der neuen Kamera in eine etwas andere Richtung gehen könnte. Nach der offiziellen Präsentation bestätigt sich dieser Eindruck. Die Abmessungen gibt Nikon mit 134 x 80,5 x 49 mm an, das Gewicht liegt bei 540 Gramm. Zum Vergleich: Die Canon EOS C50 ist 142 x 88 x 95 mm groß und wiegt 670 Gramm.

Die Kompaktheit hat aber auch einen Preis: Die Nikon ZR besitzt zum Beispiel keine aktiven Lüfter. Nikon spricht zwar von einem innovativen Gehäusedesign, das die Wärme geräuschlos ableiten soll, man sollte aber dennoch erste Testberichte und mögliche Berichte zum Thema Overheating im Blick behalten. Laut Nikon sollen Überhitzungen kein Problem darstellen, 6K 60p soll ganze 125 Minuten am Stück aufgenommen werden können.

Die wichtigsten Video-Spezifikationen

Doch was hat die Nikon ZR denn nun aus technischer Sicht zu bieten? Videos nimmt die Kamera intern in 6K 60p oder 4K 120p in verschiedenen Videoformaten auf, generell stehen N-RAW, Apple ProRes RAW, Apple ProRes 422 HQ und H.264 bzw. H.265 zur Verfügung. Zudem bietet die ZR – und da wären wir bei der ersten Besonderheit angekommen – einen exklusiven R3D NE-Codec, der die bewährte RED-Colour Science bei Nikon einführt. Dadurch vereinfacht sich auch die Postproduktion, wenn neben der ZR auch RED-Kameras eingesetzt werden, mit denen ebenfalls R3D-Videomaterial aufgezeichnet wird.

Wie auch in der Z6 III verbaut Nikon bei der ZR einen teilweise gestapelten Sensor mit einer Auflösung von 24,5 Megapixeln. Den Dynamikumfang beziffert Nikon mit mehr als 15 Blendenstufen, außerdem besitzt die Kamera eine Dual-Base-ISO-Empfindlichkeit (800 / 6.400). Vier kreative Video-Modi und neun benutzerdefinierte RED-Picture-Control-Konfigurationen sollen für einen kinoreifen Look sorgen.

IBIS & 32 Bit Float Audio intern in der Kamera

Auf einen ersten großen Unterschied im Vergleich zur Canon EOS C50 stoßen wir beim 5-Achsen-Bildstailisator. Die Canon EOS C50 hat nämlich keinen zu bieten, die Nikon ZR hingegen schon (7,5 Blendenstufen).

Des Weiteren handelt es sich bei der ZR laut Nikon um die weltweit erste Kamera mit kamerainterner 32-Bit-Float-Audioaufnahme. Es wird für Audioaufnahmen mit besonders großem Dynamikumfang dank drei interner MEMS-Mikrofone kein externes Mikrofon benötigt, auch wenn ein solches optional natürlich genutzt werden kann. Passen dazu hat Nikon ein neues Richtmikrofon mit der Bezeichnung ME-D10 vorgestellt. Es unterstützt natürlich das 32-Bit-Float-Audioformat und bietet ein Signal-Rausch-Verhältnis von 77 dB.

4-Zoll-Display im 16:10 Format

Ein weiteres Highlight ist (zumindest auf dem Papier) das Display der Nikon ZR. Nikon setzt hier auf ein hochauflösendes, 1.000 Nits helles Touch-Display in einer Größe von 4 Zoll und mit einer Auflösung von 3,07 Millionen Bildpunkten. Der Bildschirm ist neig- und drehbar, besitzt ein Format von 16:10 und deckt den DCI-P3-Farbraum ab. Das Menü wurde zusammen mit RED für die Touch-Bedienung optimiert, Monitor-LUTs werden ebenfalls unterstützt. Nicht schlecht!

Auch als Fotokamera kann die Nikon ZR eingesetzt werden, auch wenn klar sein sollte, dass auf diesem Bereich nicht der Fokus liegt. Einen mechanischen Verschluss besitzt die ZR beispielsweise nicht, auch ein Sucher ist nicht mit von der Partie. Einen Pixel-Shift-Modus scheint Nikon hingegen anzubieten, auch ist Nikons aktuellster Autofokus inklusive aller Motiverkennungen mit von der Partie. Dieser funktioniert auch bei äußerst schlechten Lichtverhältnissen (-10 EV).

Bei einem Blick auf die weiteren Merkmale der Nikon ZR machen sich zur Abwechslung mal kleinere Schwachstellen bemerkbar, die vermutlich mit der Kompaktheit des Gehäuses zusammenhängen. So besitzt die Kamera beispielsweise keinen Fullsize-HDMI-Ausgang (nur Micro-HDMI), keine XLR-Option und nur ein einzelnes 1/4-Zoll-Gewinde. Zudem wird das Speicherkartenfach unterhalb der Kamera platziert (was in Kombination mit Stativen etc. das Wechseln erschwert) und im 2. Slot werden nur microSD-Karten akzeptiert:

  • Gehäuse aus Magnesiumlegierung, gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet
  • Korrektur für Fokusatmen
  • Zwei Speicherkarten-Slots (CFexpress Typ B und microSD), diese sitzen unten im Batteriefach
  • Unterstützung für Frame.io
  • Nur Micro-HDMI-Schnittstelle, kein vollwertiger HDMI-Ausgang
  • Weitere Anschlussmöglichkeiten: USB-C, Kopfhörer, Mikrofon

Preis und Verfügbarkeit

Ab Ende Oktober 2025 wird die Nikon ZR im Handel erhältlich sein. Die unverbindliche Preisempfehlung beziffert Nikon mit 2.349 Euro für das Gehäuse, damit ist die Kamera deutlich günstiger als vergleichbare Optionen wie beispielsweise die Canon EOS C50 (3.799 Euro) oder die Sony FX3a (4.699 Euro).

Im Kit mit dem Z 24-70mm f/4 S werden 2.949 Euro fällig. Wer das neue Richtmikrofon ME-D10 erwerben möchte, muss dafür zusätzlich 299 Euro einplanen.

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Eure Meinung zur neuen Nikon ZR?

Mark Göpferich

Gründer von Photografix, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 5.000 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.