Das neue OM System 50-200mm f/2.8 IS PRO kommt gut bei den Testern an – und allem Anschein nach auch bei den Kunden.
Mit dem M.Zuiko Digital ED 50-200mm f/2.8 IS PRO hat OM Digital Solutions in der vergangenen Woche das langersehnte neue Tele-Zoom für Micro-Four-Thirds-Kameras vorgestellt. Das Objektiv deckt (umgerechnet auf Kleinbild) eine Brennweite von 100 bis 400 mm ab, ist als Innenzoom konstruiert und lässt sich mit Telekonvertern kombinieren.
Bei Micro-Four-Thirds-Fotografen scheint das neue Objektiv gut anzukommen, darauf deutet zumindest eine Mitteilung von OM Digital Solutions Japan hin. Darin entschuldigt man sich für mögliche Verzögerungen bei der Auslieferung, Grund dafür seien eine hohe Anzahl an Vorbestellungen:
“Wir haben eine große Anzahl von Vorbestellungen für dieses Produkt erhalten, und bei einigen Kunden kann es nach dem Veröffentlichungsdatum zu Verzögerungen bei der Lieferung kommen.”
Wenn man einen Blick auf YouTube wirft, dann kommt eine solche Meldung nicht überraschend. In diversen Testberichten hat das OM System 50-200mm f/2.8 IS PRO einen positiven Eindruck hinterlassen, so zum Beispiel im Review von PetaPixel.
Chris Niccolls zeigt sich in seinem Video beeindruckt von der Vielseitigkeit des Telezooms. Mit nur 1.075 Gramm sei das Objektiv leicht, biete aber dennoch die Brennweite eines 100-400mm-Objektivs im Vollformat-Äquivalent. Die kompakte Bauweise mache es zu einem idealen Reisebegleiter.
Besonders die optische Leistung scheint ihn überzeugt zu haben: Schon bei Offenblende f/2.8 liefere das Objektiv über den gesamten Zoombereich scharfe Ergebnisse. “This is absolutely a professional lens in every sense of the word”, fasst Niccolls seine Eindrücke zusammen. Das Bokeh bezeichnet er als angenehm weich, ohne störende Zwiebelringe. Auch der Gegenlichttest fiel positiv aus – Kontrastverlust und Ghosting seien kaum vorhanden.
Als weitere Stärke hebt der Reviewer die Makrofähigkeiten hervor: Bei 200mm erreiche das Objektiv einen Abbildungsmaßstab von 1:2, mit 2x-Telekonverter sogar 1:1. Der schnelle Autofokus und die robuste Bauweise (IP53-Zertifizierung) runden laut Niccolls das positive Gesamtbild ab.
Kritisch sieht er allerdings den hohen Preis – man zahle Vollformat-Preise für ein MFT-Objektiv. Auch die Brennweite könnte für reine Wildlife-Fotografen grenzwertig sein, wenn man keinen Telekonverter verwendet. Dennoch kommt Niccolls zu dem Schluss, dass es sich wahrscheinlich um das beste Teleobjektiv dieser Größenklasse für Micro Four Thirds handle.
James Artaius von Digitalcameraworld bezeichnet das 50-200mm f/2.8 als das derzeit beste Teleobjektiv für das Micro-Four-Thirds-System:
“Ich würde sagen, dass es das beste Teleobjektiv ist, das man für dieses Kamerasystem kaufen kann. Wo sonst bekommt man eine konstante Blende von f/2,8, 7 Stufen Stabilisierung, Telekonverter-Kompatibilität, echtes 1:1-Makro, Fokus-Stacking-Unterstützung und diese Schärfe? Das OM System M.Zuiko 50-200 mm f/2,8 IS Pro ist ein echtes Einhorn unter den Objektiven, nicht nur, weil es das einzige Objektiv mit einer Brennweite von 100-400 mm und einer Blende von f/2,8 auf dem Markt ist, sondern auch wegen der Fülle an Features und Funktionen, die es bietet.”
Gordon Laing war anfangs skeptisch wegen des hohen Preises, im Laufe der Zeit hat ihn das neue OM System 50-200mm f/2.8 dann allerdings überzeugt. Auch er lobt die hervorragende Bildqualität, die Makro-Fähigkeiten, die Stabilisierung und die robuste, IP53-zertifizierte Bauweise. Trotz Wind, Gischt und Sand habe das Objektiv tadellos funktioniert. Der Zoombereich von 100-400mm Kleinbild-Äquivalent sei deutlich flexibler als beim 40-150mm.
Kritikpunkte fand der Tester dennoch: Mit rund 3.500 Euro koste das neue Objektiv fast dreimal so viel wie das alte 40-150mm f/2.8 PRO. Zudem sei es mit einem Gewicht von 1,25 Kilogramm (inklusive Stativschelle) etwa 50 Prozent schwerer. Gordon bemerkte auch, dass das Objektiv während des Zoomens manchmal geringfügig den Fokus verliere, allerdings stelle die Kamera schnell wieder scharf.