OM System hat die neue OM-1 Mark II präsentiert und spendiert der Kamera u. a. einen besseren Autofokus und einen größeren Zwischenspeicher.
Ist die OM System OM-1 Mark II ein würdiger Nachfolger der OM-1 oder überwiegt ob der überschaubaren Anzahl von Neuerungen am Ende doch eher die Enttäuschung? Die Beantwortung dieser Frage überlassen wir vorerst euch und konzentrieren uns in diesem Artikel stattdessen darauf, möglichst nüchtern auf die technischen Daten und vor allem die Neuerungen der neuen Micro-Four-Thirds-Kamera einzugehen.
Beginnen wir damit, was sich nicht geändert hat – nämlich Sensor und Prozessor. Es bleibt beim Stacked-CMOS-Sensor mit 20 Megapixeln und beim TruePic X Prozessor. Auch der elektronische Sucher mit einer Auflösung von 5,76 Millionen Bildpunkten und 0,82-facher Vergrößerung sowie das bewegliche 3-Zoll-Display mit einer Auflösung von 1,62 Millionen Bildpunkten werden von der Vorgängerin übernommen.
Die wichtigsten Hardware-Komponenten bleiben also unangetastet. Einen Sprung in Sachen Bildqualität oder Geschwindigkeit bringt die neue OM-1 Mark II dementsprechend nicht mit, doch OM System ist es gelungen, aus der Software der OM-1 Mark II mehr herauszuholen.
Das macht sich vor allem beim Autofokus bemerkbar. Die Objekterkennung wurde verbessert und die Algorithmen setzen stärker auf künstliche Intelligenz. So ist die Kamera jetzt beispielsweise auch in der Lage, abgewandte Gesichter zu erkennen, die Motivverfolgung soll sich bei unterschiedlichen Motiven ebenfalls verbessert haben.
Die alte OM-1 soll den besseren Autofokus wohl nicht erhalten, auch wenn es aus technischer Sicht problemlos möglich sein sollte, ein entsprechendes Firmwareupdate bereitzustellen.
Was man der Vorgängerin nicht zur Verfügung stellen kann, ist der größere Pufferspeicher. Der hat sich bei der OM-1 Mark II nämlich verdoppelt, sodass auch bei einer Serienbildgeschwindigkeit von 120 Bildern pro Sekunde und voller Auflösung mehr als 200 RAWs geschossen werden können. An den Geschwindigkeiten an sich hat sich aber nichts verändert, es bleibt bei 50 fps mit AF- bzw. AE-Nachführung bzw. 10 fps mit mechanischem Verschluss. Beim Pre-Capture-Modus können jetzt maximal 99 statt 70 Bilder vor der eigentlichen Aufnahme gespeichert werden.
Eine weitere Verbesserung ist beim 5-Achsen-Bildstabilisator zu finden, der kann jetzt nämlich nicht mehr 7 Blendenstufen, sondern 8,5 Blendenstufen ausgleichen. Zudem können beim Pixel-Shift-Modus für hochauflösende Bilder mit 50 Megapixeln aus der Hand und 80 Megapixeln vom Stativ jetzt auch 14-Bit-RAWs gespeichert werden (zuvor nur 12-Bit-RAWs).
Das Gehäuse der OM-1 Mark II wird im Großen und Ganzen von der Vorgängerin übernommen, kleine Verbesserungen im Detail gibt es allerdings. Die Einstellräder vorne und hinten sind jetzt nämlich gummiert und somit etwas griffiger. Zudem kann die Menü-Taste optional auf die Löschen-Taste gelegt werden, das soll die Bedienung mit einer Hand verbessern.
Der Olympus-Schriftzug, der auf der OM-1 noch zu sehen war, ist bei der OM-1 Mark II im Übrigen verschwunden. Hier wird jetzt nur noch auf den Namen OM System gesetzt. Denkbar, dass dieses Rebranding ein Mitgrund für die Vorstellung der OM-1 Mark II war.
Die Live-ND-Funktion der OM-1 ist eine spannende Funktion für alle, die gerne mit langen Belichtungszeiten arbeiten. Selbstverständlich werden die digitalen Graufilter auch der OM-1 Mark II bereitgestellt, zudem wird hier nun erstmals auch der Faktor 128 erreicht. Des Weiteren wird ein Live-GND-Effekt implementiert, also ein digital simulierter Grauverlaufsfilter, bei dem auch die Härte der Übergänge gewählt werden kann.
Bei den Video-Auflösungen hat sich grundsätzlich nichts geändert, es bleibt bei C4K mit 60 Bildern pro Sekunde. Die OM-1 Mark II unterstützt jetzt allerdings auch UVC / UAC und kann somit unkompliziert als Webcam verwendet werden, zudem werden vertikale Videos unterstützt.
Damit hätten wir die relevanten Neuerungen der OM System OM-1 Mark II abgehandelt. Die weiteren technischen Daten werden von der Vorgängerin übernommen, es bleibt dementsprechend bei rund 600 Gramm Gewicht, einem extrem robusten Gehäuse mit IP53-Zertifizierung, 1.053 Phasendetektions-Messfeldern, Funktionen für Fokus-Bracketing sowie Fokus-Stacking, einer Akkulaufzeit von rund 500 Bildern laut CIPA sowie einer minimalen Verschlusszeit von 1/8.000 Sekunde.
OM System OM-1 Mark II jetzt bestellen: Calumet | Foto Koch | Foto Erhardt | Fotoprofi
Ab Mitte Februar 2024 soll die OM System OM-1 Mark II zum Preis von 2.399 Euro im Handel erhältlich sein. Im Vergleich zur OM-1 erhöht sich die unverbindliche Preisempfehlung damit um 200 Euro.
Zur Einführung der neuen Kamera gibt es ein spezielles Angebot von OM System. Wer die OM-1 Mark II bis zum 13.03.2024 zusammen mit einem Aktionsobjektiv kauft, erhält 300 € Cashback.