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Sony A7r V: Neue 61-MP-Kamera offiziell vorgestellt

Sony hat die bisher wichtigste Neuheit des Jahres 2022 vorgestellt, die Sony A7r V. Wir haben alle Details für euch aufbereitet.

Die neue Sony A7r V ist da

Die heutige Präsentation der Sony A7r V war keine Überraschung mehr, schließlich hatten zahlreiche Gerüchte, Leaks und offizielle Teaser-Bilder das baldige Erscheinen der Kamera in den letzten Tagen schon angekündigt. Wir haben die Vorstellung der A7r V trotzdem mit Spannung erwartet. Nicht nur, weil die DSLM die bisher wichtigste Sony-Neuheit des Jahres ist, sondern auch, weil hinter einigen Details zuletzt noch ein Fragezeichen stand. Und am Ende sind es ja oftmals bekanntlich genau diese Details, die den entscheidenden Unterschied ausmachen.

Sensor mit 61 MP, deutlich verbesserter IBIS

Gehen wir also direkt rein in die Materie und beginnen mit einem Blick auf den Sensor der Sony A7r V. Viel zu sagen gibt es hier nicht, es wird nämlich erneut der mit 61 Megapixeln auflösende BSI-CMOS-Sensor der A7r IV verbaut. Neu ist allerdings der Prozessor, hier haben wir es nun mit dem Bionz XR zu tun, der insgesamt deutlich mehr Rechenpower als der Prozessor der Vorgängerin mitbringt. Das soll sich nicht nur, aber auch positiv auf die Bildqualität auswirken. Zudem will Sony den Algorithmus für automatische Belichtung, automatischen Weißabgleich und Farbwiedergabe (vor allem bei Hauttönen) verbessert haben. Die automatische Belichtung soll beispielsweise 20 Prozent zuverlässigere Ergebnisse liefern als bei früheren Sony Kameras.

Eine wichtige Neuerungen ist beim 5-Achsen-Bildstabilisator der Sony A7r V zu finden. Der verbessert sich nun nämlich von den 5,5 Blendenstufen der Vorgängerin auf ganze 8 Blendenstufen bei der A7r V – beeindruckend. Damit dürfte Sony alle Kritiker, die dem E-Bajonett bisher eine weniger effektive Möglichkeit zur Stabilisierung nachgesagt hatten, vorerst verstummen lassen.

Der Beweglichkeit des Sensors hat man es außerdem zu verdanken, dass über den Pixel-Shift-Modus der Kamera Aufnahmen mit bis zu 240 Megapixeln erstellt werden können. In der Kamera lassen sich die Einzelaufnahmen aber nach wie vor nicht zusammensetzen, dafür braucht es die Imaging Edge Desktop Software.

In Sachen Serienbildgeschwindigkeit schafft die A7r V weiterhin 10 Bilder pro Sekunde, die nun aber für ganze 583 komprimierte RAW-Aufnahmen, 135 unkomprimierte RAWs oder mehr als 1.000 JPEGs gehalten werden können.

Autofokus: Das Highlight der Sony A7r V

Der komplett neu entwickelte Autofokus soll das Highlight der Sony A7r V darstellen. Obwohl bereits der Bionz XR Prozessor verbaut wird, stellt Sony dem Autofokus nochmal eine separate AI-Processing-Unit zur Seite, um den Autofokus im Allgemeinen und die Objekterkennung im Besonderen zu beschleunigen.

Überhaupt sind Objekterkennung und Objektverfolgung die entscheidenden Stichworte beim neuen Autofokus. Deep Learning, Machine Learning, künstliche Intelligenz – Sony fährt hier das volle Programm und neuste Technologien auf, um sich im Bereich des Autofokus wieder an die Spitze der Branche setzen zu können. Laut Sony soll der Autofokus der A7r V dank der neuen Technologien nicht mehr nur Gesichter und Augen erkennen können, vielmehr ist der AF nun auch in der Lage, einzelne Körperteile wie Nase, Kinn, Arme und Beine zu erkennen. Bei Tieren sollen derweil Köpfe und Körper deutlich besser erkannt und verfolgt werden können, Sony spricht von einer Verbesserung um 40 Prozent. Der Real-Time Eye AF soll sich sogar um 60 Prozent verbessert haben.

Auch die Pose eines Models kann dank der künstlichen Intelligenz der Sony A7r V korrekt analysiert werden. Das bedeutet: Wendet euch das Model kurz den Rücken zu, dann erkennt die A7r V den Hinterkopf und fokussiert weiterhin auf den Punkt, an dem sich (sobald sich das Model wieder umdreht) die Augen befinden. Auch ein Hut oder eine Sonnenbrille sollen den Autofokus nicht mehr aus dem Konzept bringen können.

Des Weiteren werden vom Autofokus ab sofort auch Insekten, Flugzeuge, Autos und Züge erkannt, zudem kann man in den Einstellungen der Kamera detaillierte und individuelle Einstellungen für jede Art von Motiv festlegen. Grundsätzlich arbeitet der Autofokus mit 693 Messfeldern, die nun etwa 86 Prozent des Sensors abdecken. Auch hier steigert sich Sony im Vergleich zur A7r IV mit ihren 567 Messfeldern und der 74-prozentigen Abdeckung.

Kurzum: Der neue Autofokus sieht – zumindest auf dem Papier – extrem vielversprechend aus.

EVF und spannendes neues Display

Der elektronische Sucher der A7r V wurde von der A1 übernommen und arbeitet nun mit 9,44 Millionen Bildpunkten und einer 0,90-fachen Vergrößerung mit bis zu 120 fps. Der Bildschirm der Kamera wächst im Vergleich zur Vorgängerin von 3 Zoll auf 3,2 Zoll und löst mit 2,1 Millionen Bildpunkten auf.

Zudem hat Sony auch die Art der Beweglichkeit grundlegend überarbeitet, das Display kann jetzt nämlich nicht nur hinter der Kamera zum Fotografen gezogen und nach oben und unten gekippt werden, sondern es lässt sich zusätzlich auch links neben das Gehäuse ausklappen. So lassen sich auch wesentlich unkomplizierter Kabel mit ausgeklapptem Monitor anschließen. Geschickt gelöst.

Videos in 8K für rund 30 Minuten

Videos nimmt die Sony A7r V maximal in 8K mit 25 Bildern pro Sekunde (10 Bit 4:2:2) auf, in 4K stehen 60 Bilder pro Sekunde zur Verfügung, in Full HD 120 Bilder pro Sekunde. Bei 8K und 4K 60p muss man sich mit einem 1,2-fachen Crop-Faktor anfreunden, dafür will Sony aber das Temperaturmanagement verbessert haben, sodass 8K-Aufnahmen mit einer Länge von 30 Minuten kein Problem darstellen sollen. Des Weiteren stehen S-Cinetone, eine neue Fokus-Breathing-Korrektur und 6K-Oversampling (bis 4K 30p in Super 35) zur Verfügung.

Weitere technische Daten

Abschließend hier einige weitere technische Details:

  • Sensorschutz, wenn das Objektiv entfernt wird (Verschluss wird geschlossen)
  • USB-C 3.2 Gen 2 (bis zu 10 Gbps), UVC, UAC
  • Mechanischer Verschluss für 500.000 Auslösungen ausgelegt
  • 1/250 Sekunde Blitzsynchronzeit
  • Platz für zwei Speicherkarten (CFexpress Typ A oder SD UHS-II)
  • HEIF-Format
  • vollwertiger HDMI-Ausgang
  • verlustfreie Komprimierung von RAW-Bildern, Größe und Qualität auswählbar
  • erheblich erweitertes Fokus- und Exposure Bracketing (Belichtungsreihen)
  • Bulb-Modus mit Timerfunktion (bis zu 900 Sekunden)
  • 2×2 MIMO WLAN-Verbindung (802.11ac)
  • neue USB-Streaming-Funktionen
  • Webcam-Support (Plug and Play)
  • Akkulaufzeit: ca. 440 Aufnahmen (EVF) bzw. 530 Aufnahmen (Display)
  • Gewicht: ca. 723 Gramm inklusive Akku und Speicherkarte

Preis und Verfügbarkeit

Die Sony A7r V soll ab Mitte November zum Preis von 4.500 Euro erhältlich sein.

Die Sony A7r V ist ab sofort vorbestellbar bei: Calumet | Foto Koch | Foto Erhardt

Mark Göpferich

Gründer von Photografix, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 5.000 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.