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Canon EOS R6 Mark II: “Gute Videokamera, bessere Fotokamera”

Im ersten Canon EOS R6 Mark II Test von DPReview zeigen sich zahlreiche Stärken, aber auch einige Schwächen der neuen Kamera.

Canon EOS R6 Mark II: Testvideo von DPReview

Chris und Jordan von DPReview konnten die Canon EOS R6 Mark II bereits vor der offiziellen Präsentation ausprobieren und haben ihre ersten Eindrücke wie immer in einem ausführlichen Video geteilt.

Wir haben es schon in unserer Vorstellung der R6 Mark II geschrieben: Canon hat das Rad bei der EOS R6 Mark II nicht neu erfunden. Trotzdem gibt es natürlich einige spannende Neuerungen, zu denen vor allem der neue Sensor gehört. Der arbeitet nun mit 24 Megapixeln, ist nicht stacked und nicht rückwärtig belichtet. Werden da in der Praxis trotzdem Verbesserungen im Vergleich zum alten Sensor sichtbar?

Überraschend geringer Rolling-Shutter-Effekt

Ja, laut Chris schon. Er war insgesamt überrascht davon, wie gering der Rolling-Shutter-Effekt beim Fotografieren mit elektronischem Verschluss ausfällt. Auch sei die neue Serienbildgeschwindigkeit von 40 fps inklusive Autofokus beeindruckend gut und er habe häufiger darauf zurückgegriffen, als er im Vorfeld gedacht hätte – auch wenn bei 40 fps nur 12-Bit-RAWs aufgenommen werden können. Beim Rolling-Shutter-Effekt sieht Chris die EOS R6 Mark II im Übrigen vor der Sony A7 IV, wobei die im Gegenzug natürlich 9 Megapixel mehr zu bieten hat.

Der Autofokus der R6 Mark II sei sehr gut für Action und Sport geeignet und wurde in Bezug auf Tracking und Motiverkennung verbessert. In der Praxis macht sich das zwar bemerkbar, aber es wirkt im Video eher wie einer kleine Verbesserung, die nicht allzu sehr ins Gewicht fällt.

Am Gehäuse hat Canon im Großen und Ganzen nichts verändert, dementsprechend liegt die Kamera weiterhin sehr gut in der Hand. Für Vorbesitzer der R5 und R6 sei es aber eine Umgewöhnung, dass der An-/Aus-Schalter jetzt auf der rechten Seite zu finden ist. Chris habe einige Male zwischen Foto- und Videomodus gewechselt, als er die Kamera eigentlich ausschalten wollte.

Ebenfalls erwähnenswert sei die neue Pre-Burst-Funktion, dank derer Fotos und Videos schon kurz vor dem Durchdrücken des Auslösers aufgezeichnet werden können. Das sei in einigen Situation eine hilfreiche Neuerung.

Kritikpunkte im Video-Bereich

Im Video-Bereich berichtet Jordan von einigen kleinen Verbesserungen, so entfalle bei 4K 60p beispielsweise der Crop-Faktor, außerdem können Full-HD-Videos jetzt mit 180 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet werden. Grundsätzlich sei die Canon EOS R6 Mark II eine sehr gute Videokamera, aber Jordan hat auch einige Kritikpunkte und äußerst das Gefühl, dass die Kamera mit einigen (Firmware-)Anpassungen deutlich besser sein könnte.

So hinterlässt der Video-Tracking-Autofokus beispielsweise nicht den allerbesten Eindruck, außerdem springt die Video-Auflösung nach Deaktivierung von “High Frame Rate” immer auf FHD 60p zurück. Des Weiteren bemängelt er einen leichten Wackel-Effekt und die Tatsache, dass nach Start der Videoaufzeichnung der Zugang zu vielen Werkzeugen und Informationsanzeigen wie zum Beispiel dem Histogramm fehlt. Konkurrenten würden das inzwischen besser machen.

Positives erstes Fazit

Somit ist DPReviews erstes Fazit: Die Canon EOS R6 Mark II ist eine gute Videokamera und eine noch bessere Fotokamera. Insgesamt sei die DSLM sehr vielseitig und eine würdige Nachfolgerin der R6, die wichtigste Neuerung dürfte der 24-Megapixel-Sensor sein, der mit einem überraschend geringen Rolling-Shutter-Effekt überzeugt.

Die Canon EOS R6 Mark II ist ab sofort im Fachhandel vorbestellbar:

Mark Göpferich

Gründer von Photografix, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 5.000 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.