Das Ende von Überhitzungen? Canon hat ein ungewöhnliches Patent eingereicht, das eine Kamera mit Wasserkühlung beschreibt.
Spiegellose Systemkameras sind teilweise deutlich kompakter als ihre Pendants mit Spiegelbox im Inneren. Gleichzeitig sind in den letzten Jahren die Auflösungen, Geschwindigkeiten und Prozessorleistungen deutlich gestiegen. Diese Kombination führt unweigerlich zu einem Hitzeproblem, das sich vor allem bei Kameras mit einer besonders hohen Video-Auflösung bemerkbar macht. Ein prominentes Beispiel ist hier die Canon EOS R5, bei der kurz nach der offiziellen Präsentation im Jahr 2020 eine große Overheating-Diskussion entbrannt war. Inzwischen hat Canon da aber mit mehreren Firmwareupdates nachgebessert und die Überhitzungs-Probleme deutlich besser in den Griff bekommen.
Trotzdem: Die enorme Hitzeentwicklung aktueller Kameras bleibt weiterhin ein Problem, das die Hersteller auf unterschiedlichen Wegen zu lösen versuchen. Teilweise sind die Unternehmen dazu übergegangen, interne (Panasonic S1H, Canon EOS R5C) oder externe (Fuji X-H2s) Lüfter zu verbauen bzw. anzubieten, doch das macht die Gehäuse der Kameras natürlich schwerer und anfälliger gegen extreme Wetterbedingungen.
Canon scheint nun allerdings an einer neuen Kühllösung zu arbeiten, die nicht auf Luft basiert und somit auch keinen Lüfter benötigen würde. Konkret ist ein Patent des Marktführers aufgetaucht, das eine Art Wasserkühlung für Kameras zeigt. Das Patent beschreibt eine Leitung im Inneren der Kamera für eine magnetische Flüssigkeit, die mit Hilfe eines kleinen Magnetfeldgenerators zirkulieren soll. Die Leitung besteht im Grunde aus insgesamt vier Abschnitten, im ersten Abschnitt wird die Hitze der Hardware durch die Flüssigkeit aufgenommen, der zweite Abschnitt der Leitung führt zur Kühleinheit, im dritten Abschnitt wird die Flüssigkeit dann gekühlt und der vierte Abschnitt führt zurück zur Hitzeeinheit.
Wasser in der Kamera? Klingt im ersten Moment natürlich nach etwas, das man tunlichst vermeiden möchte, auch wenn es sich hier natürlich nicht um normales “Wasser” handeln würde – die genaue Viskosität der Flüssigkeit ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich. Gleichzeitig kann man sich aber vorstellen, dass eine solche Kühllösung deutlich effektiver als aktuelle Kühllösungen sein könnte. Warten wir also ab, ob wir Canons Patent jemals in einer marktreifen Kamera zu Gesicht bekommen werden.
Was denkt ihr: Wird es irgendwann Kameras mit Wasserkühlung geben?
via: DPReview