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iPhone-Foto wegen KI-“Bauchgefühl” von Wettbewerb ausgeschlossen

KI hat offenbar die Wahrnehmung dessen verschoben, was wir als echt empfinden und was nicht. Das hat echte Konsequenzen.

KI-Fotos mischen Wettbewerbe

Es ist die eine Sache, wenn jemand mit voller Absicht ein Bild mit KI generiert, es dann in einen Fotografen-Wettbewerb schmuggelt (und dann auch noch gewinnt!). Das gab es schon vor Monaten – und seitdem haben sich die technischen Möglichkeiten nur noch weiter entwickelt, sodass in manchen Fällen kaum synthetisch erzeugte Bilder von echten Fotos zu unterscheiden sind.

Doch solche Vorfälle haben (berechtigte) Skepsis bei Betreibern von Fotografiewettbewerben ausgelöst. Problematisch wird es allerdings, wenn Teilnehmende völlig zu unrecht des Betrugs beschuldigt werden, wie jetzt Suzi Dougherty an eigenem Leib erfahren musste.

Vier Juroren können sich ja nicht täuschen, … oder?

Das Foto, das ihren Sohn in Kombination mit zwei Schaufensterpuppen bei einer Gucci-Ausstellung zeigt, wurde auf Instagram öffentlich angeprangert, wenn auch immerhin ohne namentliche Nennung der Fotografin.


Bei unserem letzten Fotowettbewerb erhielt CCP ein Bild, das zunächst alle Jurymitglieder faszinierte, dann aber in Verdacht geriet, so dass wir beschlossen, das Foto nicht in die Wertung aufzunehmen. Wir haben bereits darauf hingewiesen [sowohl in den sozialen Netzwerken als auch in den AGB des Wettbewerbs], dass wir zwar in Zukunft einen Bereich für KI-Bilder einrichten werden, diese aber im Moment nicht akzeptieren. […] @charingcrossphoto auf Instagram


Dabei stellen sie allerdings auch fest, dass sie nie mit absoluter Sicherheit sagen können, ob ein eingereichtes Bild von einer KI erstellt wurde. In diesem Fall könne man aber “das Bauchgefühl von vier Juroren nicht ignorieren” – meint man.

Nach dem Instagram-Beitrag hat sich Fotografin Suzi Dougherty bei den Ausrichtern des Wettbewerbs gemeldet und glaubhaft versichert, dass es sich eben um ein Werk aus ihrer iPhone-Kamera und nicht einer KI handele.

Richtiges Foto zur falschen Zeit

“Es ist in der Tat ein großartiges Spiel mit dem, was in unserer Welt real ist und was nicht”, heißt es in einem Update von Charing Cross Photo. “Leider war der Zeitpunkt für den Teilnehmer nicht gut gewählt, da KI ein so aktuelles Thema ist, und ohne die Hintergrundinformationen hatten wir das Gefühl, das gesamte Bild in Frage stellen zu müssen.”

Zum Glück der Veranstalter zeigte sich Suzi Dougherty verständnisvoll und freue sich darüber, zu dieser wichtigen Diskussion rund um den Umgang mit KI beizutragen. Vielleicht nimmt sie in Zukunft erneut teil.

In dubio pro KI?

“In der Zwischenzeit kann dies als Erinnerung daran dienen, bei einem Wettbewerb gültige Informationen zu den Bildern anzugeben. Die Preisrichter und das Wettbewerbsteam teilen diese Bildunterschriften nicht immer. Die erforderlichen Informationen werden gut überlegt, bevor ein Detail preisgegeben wird. Das Bild muss schließlich für sich selbst sprechen… und darf keine KI sein.”

Wie immer bei Themen rund um die Schnittstelle zwischen KI und Fotografie: Wir wissen, das ist ein emotionales Thema, aber bitte bleibt in eurer Diskussion sachlich. Vielen Dank!

via: PetaPixel | Beitragsbild: Mahavir-Shah

Jonathan Kemper

Hat Technikjournalismus studiert, bloggt seit einer gefühlten Ewigkeit vor allem über die neusten Entwicklungen der Mobil-Branche und fotografiert lieber mit kompakten Kameras.