APS-C-Kameras und Hollywood – die Verbindung macht man im Kopf vermutlich nicht allzu schnell. Diese Fotografin beweist, dass die Welten zusammengehören.
Update, 27.07.2023: Ich habe die Fotografin Melinda Sue Gordon kontaktiert und konkret nachgefragt, wie die Wahl ihrer Kamera zustandegekommen ist:
Ich wähle meine Kameraausrüstung nicht nach der Größe des Sensors aus, sondern danach, was sich am besten für meine Arbeit eignet. Sie muss bei allen Lichtverhältnissen schöne Bilder liefern, geräuschlos sein, scharfe Objektive haben, schnelle Action bieten und auch an unwirtlichen Orten und bei schlechtem Wetter funktionieren. Die Fuji X-H1 war ein großartiges Werkzeug. Seitdem bin ich auf die X-H2 und die X-H2s umgestiegen, als sie auf den Markt kamen, mit schnellerer Fokussierung und noch besserer Bildqualität bei wenig Licht.
Melinda Sue Gordon
Professionelle Fotos lassen sich nur mit großen Sensoren machen? Völliger Blödsinn, wie die Arbeit von Melinda Sue Gordon nochmal unterstreicht. Die US-Fotografin war für Fotos zum aktuellen Christopher-Nolan-Blockbuster “Oppenheimer” verantwortlich und hat diese Aufgabe mithilfe einer Fujifilm-Kamera mit Sensor im APS-C-Format (in meinen bescheidenen Augen) mit Bravour gemeistert.
Konkret hatte Melinda eine Fuji X-H1 im Einsatz, die sie mit drei verschiedenen Zoom-Objektiven kombiniert hat: XF 16-55mm f/2.8, XF 50-140mm f/2.8 und XF 18-135mm f/3.5-5.6, wie die ukrainische Abteilung von Fujifilm auf Instagram verrät.
Oppenheimer ist der erste Film, der in einigen Episoden großformatigen Schwarzweißfilm für IMAX-Kameras verwendet.
Fujifilm Ukraine auf Instagram
Diese Fotos vom Set des Films wurden mit einer Fujifilm X-H1☺️ aufgenommen.
Die X-H1, die Melinda für “Oppenheimer” wählte, ist trotz ihrer erwiesenen Eignung dafür zur Nutzung in professionellen Umgebungen umstritten.
Melinda Sue Gordon hatte übrigens schon zuvor mit Christopher Nolan zusammengearbeitet. Auch bei “Dunkirk” lieferte sie das Bildmaterial, nutzte damals ebenfalls eine Fujifilm-Kamera mit APS-C-Sensor, allerdings in dem Fall eine X-Pro2. Die X-H1 wurde schließlich auch erst ein Jahr nach Veröffentlichung des Films vorgestellt.
Trotz der kontroversen Diskussionen um die Notwendigkeit von Vollformatkameras für professionelle Arbeit, überzeugen die Fujifilm X-Kameras immer wieder durch ihre Leistung und wurden bereits für offizielle Aufnahmen bei Filmen wie “Joker”, “Mission Impossible: Fallout” und “Avatar: The Way of Water” verwendet.
Darüber hinaus haben Fotografen mit diesen Kameras beeindruckende Erfolge erzielt und gewannen unter anderem den World Wildlife Photography Award, waren auf dem Cover des Time Magazines zu sehen oder wurden vom Guardian als “Fotograf des Jahres” nominiert.
via: Fujirumors