Sony hat die neue A6700 präsentiert – und will mit ihr im APS-C-Bereich wieder ganz nach oben. Wir stellen die neue DSLM im Detail vor.
Ziemlich genau vier Jahre lag die Präsentation der letzten Sony-Neuheit innerhalb der A6000-Reihe zurück. Im August 2019 hatte Sony die A6100 und die A6600 präsentiert, danach konzentrierte man sich vor allem auf die ZV-Reihe und somit Kameras, die auf Vlogger und Content Creator zugeschnitten sind.
Heute richten sich die Scheinwerfer aber wieder auf eine klassische APS-C-Kamera – die Sony A6700 nämlich, die nach vielen Gerüchten in den letzten Wochen und Monaten nun endlich offiziell vorgestellt wurde.
Der Name verrät es bereits, die Sony A6700 ist die Nachfolgerin der A6600 und somit die aktuell beste APS-C-Kamera, die Sony im Line-up hat. Wie gut die A6700 wirklich ist, wollen wir – soweit das ohne einen Praxistest möglich ist – in diesem Artikel mit einem ausführlichen Blick auf die technischen Daten herausfinden.
Die Sony A6700 ist ab sofort vorbestellbar bei: Calumet | Foto Koch | Foto Erhardt
Werfen wir zunächst einmal einen Blick auf den APS-C-Sensor der Sony A6700. Dieser arbeitet mit einer Auflösung von 26 Megapixeln, die Auflösung steigt im Vergleich zur A6600 also minimal an. Außerdem handelt es sich um einen rückwärtig belichteten Sensor, der im Vergleich zur Vorgängerin eine bessere Low-Light-Performance und einen größeren Dynamikumfang verspricht. Flankiert wird der Sensor vom Bionz XR Prozessor.
Ein grundsätzlicher Vorteil dieser Kombination ist die deutlich höhere Auslesegeschwindigkeit, die beispielsweise den Rolling-Shutter-Effekt spürbar minimieren dürfte. In Sachen Serienbildgeschwindigkeit hat sich hingegen nichts getan, hier bleibt es bei 11 Bildern pro Sekunde, sowohl mit mechanischem als auch elektronischem Verschluss. Die maximale Geschwindigkeit kann – unter anderem dank UHS-II-Unterstützung des Speicherkartenslots – für mehr als 1.000 JPEGs, 59 RAWs oder 44 JPEGs + RAWs gehalten werden.
Selbstverständlich ist der Sensor wieder beweglich gelagert, ein 5-Achsen-Bildstabilisator ist also mit an Bord. Dieser erlaubt rund 5 Blendenstufen längere Belichtungszeiten – diesen Wert kennt man bereits von der A6600.
Verbessert haben will Sony die Farbwiedergabe, insbesondere die Hauttöne sollen jetzt natürlicher wirken.
Sony hat im vergangenen Jahr bei der Sony A7r V mit einem neuen Autofokus für Aufsehen gesorgt, der jetzt auch der Sony A6700 spendiert wird.
Die Kombination aus Bionz XR Prozessor und separater AI-Einheit soll für eine erstklassige Objekterkennung und Objektverfolgung sorgen. Erkannt werden nicht nur Menschen, Tiere, Insekten, Vögel, Autos, Flugzeuge und Züge, vielmehr ist die Kamera auch in der Lage, einzelne Körperteile und Posen zu erkennen. Grundsätzlich besitzt die A6700 jetzt 759 statt 425 Messfelder, die rund 93 Prozent der Sensorfläche abdecken.
Insgesamt sollte der neue Autofokus eine der wichtigsten Verbesserungen der A6700 darstellen.
Keine Neuerungen findet man derweil beim elektronischen Sucher, dieser wird von der A6600 übernommen und arbeitet dementsprechend mit 2,36 Millionen Bildpunkten und einer 0,7-fachen Vergrößerung. Die Bildwiederholrate liegt wahlweise bei 60 oder 120 Hz.
Das Display lässt sich jetzt links neben das Gehäuse klappen und löst mit 1,03 Millionen Bildpunkten auf. Der Klappmechanismus ist im Vergleich zur A6600 also neu, dort ließ sich das Display nur nach oben und unten kippen.
Videografen werden sich freuen, dass Sony bei den Video-Spezifikationen der A6700 ordentlich nachgebessert hat. 4K-Videos werden jetzt mit 60 Bildern pro Sekunde mit 6K-Oversampling ohne Crop-Faktor aufgezeichnet. Auch 4K 120 fps sind möglich, dann kommt aber ein 1,58-facher Crop-Faktor hinzu.
Grundsätzlich kann mit 10 Bit 4:2:2 in XAVC S-I und XAVC HS gefilmt werden, S-Log3 und S-Cinetone werden unterstützt. Zudem gibt es weitere Funktionen wie eine praktische Auto-Framing-Funktion, bei der mit einem digitalen Zoom gearbeitet und ein bestimmtes Objekt im Fokus gehalten wird. Focus-Peaking, Zeitrafferaufnahmen und UVC/UAC Streaming sind ebenfalls mit von der Partie, zudem wird der Import von benutzerdefinierten LUTs im .cube-Format unterstützt.
Das wetterfeste Gehäuse der A6700 ist minimal größer geworden (etwas größerer Griff) und wurde in einigen Punkten angepasst. So besitzt die Kamera jetzt beispielsweise ein Einstellrad auf der Vorderseite unterhalb des Auslösers und eine Video-Record-Button auf der Oberseite. Neu ist außerdem ein AF-ON-Button auf der Rückseite, ein Joystick wird hingegen nicht verbaut.
Das Gewicht der A6700 beläuft sich auf weiterhin leichte 493 Gramm, die Abmessungen beziffert Sony mit 122 x 69 x 64 mm. Außerdem kommt das neuere Menü von Sony zum Einsatz, das auch Touch-Eingaben unterstützt.
Wer bereits den NP-FZ100 Akku von der A6600 besitzt, kann diesen in der A6700 weiterverwenden. Die Akkulaufzeit ist aufgrund der neuen Hardware allerdings etwas geschrumpt, von 710 Bildern mit elektronischem Sucher auf immer noch gute 550 Bilder mit elektronischem Sucher. Bei Benutzung des Displays sind 570 Bilder möglich.
Zu den weiteren Spezifikationen bzw. Neuerungen der Sony A6700 gehören:
Die Sony A6700 wird ab Juli 2023 zum Preis von 1.699 Euro im Handel erhältlich sein. Sony hat außerdem zwei Sets mit Objektiven geplant, zusammen mit dem 16-50mm f/3.5-5.6 OSS PZ werden 1.800 Euro fällig, in Kombination mit dem 18-135mm f/3.5-5.6 beträgt der Preis 2.100 Euro.
Die Sony A6700 ist ab sofort vorbestellbar bei: Calumet | Foto Koch | Foto Erhardt
Zusätzlich zur A6700 hat Sony auch das neue ECM-M1 Shotgun-Mikrofon für 400 Euro sowie ein grundlegend überarbeitetes FE 70-200mm f/4 Macro vorgestellt.