Vivo bringt das X300 Ultra jetzt auch außerhalb Chinas auf den Markt. Im Mittelpunkt steht ein Kamerasystem mit drei Zeiss-Festbrennweiten und zwei optionalen Telekonvertern.
Die drei Kameras decken 14 mm (Ultraweitwinkel, f/2.0), 35 mm (Hauptkamera, f/1.9) und 85 mm (Periskop-Tele, f/2.7) ab. Die Hauptkamera nutzt einen 200-Megapixel-Sensor im 1/1,12-Zoll-Format (Sony Lytia 901) mit einer mehrachsigen Bildstabilisierung. Die 85-mm-Telekamera setzt ebenfalls auf 200 Megapixel, hier auf einem 1/1,4-Zoll-Sensor mit optischer Stabilisierung und Autofokus-Tracking bei bis zu 60 Bildern pro Sekunde. Das Ultraweitwinkel löst mit 50 Megapixeln auf einem für diese Brennweite ungewöhnlich großen 1/1,28-Zoll-Sensor auf und ist ebenfalls optisch stabilisiert. Alle Objektive tragen Zeiss T*-Vergütungen.
Ungewöhnlich ist die Brennweite der Hauptkamera: Statt der bei Smartphones üblichen 24 mm arbeitet sie mit 35 mm, was Nahaufnahmen mit weniger Verzerrungen ermöglicht, aber bei gleichem Abstand einen engeren Bildausschnitt liefert. Vivo gibt für die Telekamera einen 3,7-fachen optischen Zoom an, berechnet diesen Faktor allerdings auf Basis der gängigen 24 mm und nicht der eigenen 35-mm-Hauptkamera.
Optional lässt sich das System um zwei Telekonverter erweitern. Vivo hatte bereits zum Vorgänger X200 Ultra einen 200-mm-Telekonverter vorgestellt, der auch mit dem X300 Pro kompatibel ist. Solche aufsteckbaren Teleobjektive für Kamera-Smartphones gehören inzwischen zum festen Repertoire mehrerer Hersteller, darunter auch Oppo mit einem Hasselblad-Telekonverter.
Der neue 400-mm-Telekonverter feiert mit dem X300 Ultra seine globale Premiere. Er besteht aus 15 Glaselementen in zwei Gruppen, unterstützt 200-Megapixel-Ausgabe und bietet kardanische Stabilisierung. Die zweite Generation des 200-mm-Konverters wurde von 210 auf 153 Gramm reduziert.
Die Videofähigkeiten umfassen 8K bei 30 fps sowie 4K bei 120 fps mit 10-Bit-Log oder Dolby Vision auf allen drei hinteren Kameras. Vivo unterstützt den ACES-Workflow und erlaubt den Import eigener 3D-LUTs zur Echtzeitvorschau beim Filmen. Als Zubehör bietet Vivo ein Pro Video Rig Kit in Zusammenarbeit mit SmallRig an.
Die Kollegen von Heise haben das X300 Ultra bereits getestet und bescheinigen der Hauptkamera und dem Tele sehr gute Ergebnisse mit hoher Schärfe und natürlichen Farben. Bei voller 200-Megapixel-Auflösung seien die Fotos hervorragend, im reduzierten 12-Megapixel-Modus zeigten sich allerdings sichtbare Artefakte. Das Ultraweitwinkel falle qualitativ deutlich ab und zeige weniger Details. Den optionalen 400-mm-Telekonverter loben die Tester für scharfe Aufnahmen, bemängeln aber die umständliche Handhabung.
Als Prozessor kommt der Snapdragon 8 Elite Gen 5 zum Einsatz. Der Akku fasst je nach Region 6.400 oder 6.600 mAh und unterstützt kabelgebundenes Laden mit 100 Watt sowie kabelloses Laden mit 40 Watt. Das Smartphone wiegt je nach Farbvariante 232 oder 237 Gramm und ist nach IP68/IP69 geschützt.
Mit einem Preis von knapp 2.000 Euro bewegt sich das Vivo X300 Ultra im selben Segment wie das Leica Leitzphone, das technisch auf dem Xiaomi 17 Ultra basiert und ebenfalls für 1.999 Euro erhältlich ist. Leica setzt dort auf einen 1-Zoll-Hauptsensor, einen mechanischen Kameraring und eigene Bildstile, die legendäre Leica-Kameras nachempfinden. Wer beim Vivo das volle Kameraerlebnis will, muss zusätzlich 599 Euro für das Zubehörpaket mit Telekonverter, Kameragriff und Hülle einplanen. Zum Marktstart bis zum 23. April ist es allerdings im Kaufpreis enthalten.