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Zeiss Otus ML 35mm f/1.4 vorgestellt: Manueller Fokus für bewusste Bildgestaltung

Zeiss erweitert seine Otus ML-Serie mit einem 35mm-Objektiv und setzt weiterhin auf rein mechanische Fokussierung bei spiegellosen Kameras.

Nach den im vergangenen Jahr vorgestellten 50mm und 85mm Brennweiten erweitert Zeiss seine Otus ML-Reihe nun um ein 35mm f/1.4. Das manuelle Objektiv für Vollformatkameras richtet sich an Fotografen, die ihre Bildkomposition präzise kontrollieren möchten. Es wird für Sony E-Mount, Canon RF-Mount und Nikon Z-Mount verfügbar sein.

Premiere bei 35mm

Interessant ist, dass Zeiss erstmals ein 35mm-Objektiv in die Otus-Familie aufnimmt. Bei den früheren Otus-Objektiven für Spiegelreflexkameras hatte der Hersteller auf 28mm, 55mm, 85mm und 100mm gesetzt. Mit der neuen ML-Generation für spiegellose Systeme entschied sich Zeiss für klassischere Brennweiten.

Der optische Aufbau besteht aus 15 Elementen in 11 Gruppen. Asphärische Linsen sollen Verzeichnungen und chromatische Aberrationen minimieren. Die T*-Vergütung kennt man von anderen Zeiss-Objektiven – sie reduziert Reflexionen und erhöht den Kontrast. Die Blende arbeitet mit zehn Lamellen.

Mechanischer Fokus als Konzept

Während nahezu alle modernen Objektive auf elektronische Fokussteuerung setzen, bleibt Zeiss bei der Otus ML-Serie beim rein mechanischen Fokus. Der Fokusring bietet einen Drehbereich von 257 Grad – mehr als beim 85mm (244 Grad), aber minimal weniger als beim 50mm (259,5 Grad) der Serie.

Die Naheinstellgrenze liegt bei 30 Zentimetern, was einen maximalen Abbildungsmaßstab von 1:5,7 ermöglicht. Für Videoaufnahmen lässt sich die Rasterung der Blende deaktivieren, um stufenlose Übergänge zu ermöglichen. Gelbe Markierungen auf dem Objektiv sollen das schnelle Ablesen der Einstellungen erleichtern.

Größe und Gewicht

Mit einer Länge zwischen 112 und 116 Millimetern (je nach Anschluss) und einem Durchmesser von 77 Millimetern fällt das neue 35mm kompakter aus als man es von der alten Otus-Generation gewohnt war. Das Gewicht variiert zwischen 698 Gramm (E-Mount) und 737 Gramm (Z-Mount), die RF-Mount-Version liegt mit 717 Gramm dazwischen. Zum Vergleich: Das alte Otus 28mm f/1.4 für DSLRs wog 1.350 Gramm.

Das Filtergewinde misst 67 Millimeter – identisch zum Otus ML 50mm f/1.4. Das längere 85mm der Serie nutzt 77mm-Filter. Die Vollmetall-Konstruktion soll für Haltbarkeit und eine wertige Haptik sorgen.

Preis und Verfügbarkeit

Mit den drei Brennweiten 35mm, 50mm und 85mm deckt Zeiss nun die klassischen Reportage- und Porträt-Brennweiten ab. Der Hersteller bewirbt die Serie gezielt für Fotografen, die eine besondere Bildästhetik mit hohem Mikrokontrast und plastischer Wirkung suchen.

Das Zeiss Otus ML 35mm f/1.4 soll ab Frühjahr 2026 erhältlich sein. Der Preis liegt bei nicht gerade preiswerten 2.399 Euro. Damit positioniert sich das Objektiv deutlich über den Autofokus-Alternativen vieler anderer Hersteller, auch das heute neu vorgestellte Sigma 35mm f/1.4 DG II Art ist deutlich günstiger.

Mark Göpferich

Gründer von Photografix, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 5.000 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.