Schafft die Canon EOS R3 in der Praxis gar keine 30 Bilder pro Sekunde? Erste Berichte deuten das zwar an, andere Tests hingegen halten dagegen.
Die Canon EOS R3 ist dank elektronischem Verschluss in der Lage, 30 Bilder pro Sekunde inklusive AF/AE Tracking zu schießen – zumindest behauptet Canon das. Doch kann diese extrem hohe Serienbildgeschwindigkeit in der Praxis auch tatsächlich erreicht werden? Oder ist das vielmehr eine theoretische Geschwindigkeit, die Canon im Labor gemessen hat?
Fotograf Tony Northrup hatte da so seine Zweifel und hat genauer nachgeforscht. Dabei will er herausgefunden haben, dass die Canon EOS R3 in Situationen, in denen der Autofokus gefordert ist, eher 20 anstatt 30 Bilder pro Sekunde schafft.
Das Kuriose: Tony Northrup hat die Canon EOS R3 noch gar nicht selbst ausprobiert. Da ihm zum Zeitpunkt seines Videos scheinbar keine R3 zur Verfügung stand, hat er deshalb Testvideos von anderen Fotografen analysiert und die Videos Frame für Frame durchlaufen lassen. So will er dann herausgefunden haben, dass die Canon EOS R3 oftmals gar nicht in der Lage ist, die vollen 30 fps zu erreichen.
Fotograf Jared Polin hat auf das Video von Tony Northrup mit einem eigenen Video reagiert, in dem er die Serienbildgeschwindigkeit der Canon EOS R3 genauer unter die Lupe nimmt. Der Unterschied: Jared Polin hat die R3 bereits selbst getestet und konnte somit auf eigenes Bildmaterial und eigene Erfahrungen zurückgreifen.
Das Ergebnis: Die Canon EOS R3 ist durchaus in der Lage, in der Praxis 30 fps zu liefern. Auch dann, wenn sich das Motiv schnell bewegt und der Autofokus gefordert ist. Untermauert wird das durch die Zeitangaben der Bilder, die Polin bei voller Serienbildgeschwindigkeit geschossen hat. Erst bei Bild Nummer 31 springt die Sekundenanzeige nämlich eine Sekunde weiter. Somit wurden volle 30 Bilder innerhalb von einer Sekunde aufgenommen.
Und wie sieht es nun mit der Trefferrate aus? In den bisherigen Tests von Jared Polin weiß die Canon EOS R3 dabei auf der ganzen Linie zu überzeugen. Bei einer Serienbildgeschwindigkeit von 30 fps und einem sich bewegenden Motiv waren 76 von 78 Bildern im Fokus, obwohl Polin mit f/1.2 fotografiert hat. Bei einer anderen Szene, bei der Polin einen Skateboarder fotografiert hat, waren sogar 57 von 57 Bildern scharf. Dabei hat Polin das RF 70-200mm f/2.8 benutzt.
Hier könnt ihr euch sein komplettes Video anschauen:
Die 30 fps der Canon EOS R3 scheinen keineswegs eine Marketing-Lüge zu sein. Ganz im Gegenteil, in Jared Polins Video sehen Serienbildgeschwindigkeit und Treffsicherheit der R3 ziemlich beeindruckend aus.
Trotzdem ist klar, dass man weitere Tests abwarten muss, bevor man zu einem finalen Fazit kommt. Zudem muss man immer im Hinterkopf behalten, dass das Objektiv einen ganz entscheidenden Einfluss auf die Serienbildgeschwindigkeit und den Autofokus hat. Polin hat die 30 Bilder pro Sekunde mit dem RF 85mm f/1.2 und dem RF 70-200mm f/2.8 erreicht, mit zwei adaptierten EF-Objektiven hätte das Ganze sicherlich anders ausgesehen.
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