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Panasonic TZ300 vorgestellt: Bekannte Technik und fragwürdiges Downgrade

Nach fast acht Jahren Wartezeit bringt Panasonic mit der Lumix TZ300 endlich den Nachfolger der beliebten TZ202D auf den Markt. Doch die Neuerungen fallen überschaubar aus.

Panasonic hat heute offiziell die Lumix TZ300 enthüllt. Die kompakte Reisezoomkamera tritt die Nachfolge der TZ202D aus dem Jahr 2022 an, die wiederum zu großen Teilen auf der TZ202 aus dem Jahr 2018 basierte. Dass die Kamera kommt, war nach einem Leak in der vergangenen Woche bereits absehbar. Nun sind alle Details bekannt.

Bekanntes Innenleben im neuen Gewand

An der grundlegenden Technik hat Panasonic nichts verändert. In der TZ300 steckt nach wie vor ein rückwärtig belichteter 1-Zoll-CMOS-Sensor mit 20,1 Megapixeln, vor dem das Leica DC Vario-Elmar mit 24-360mm Brennweite (15-facher optischer Zoom) bei einer variablen Blende von f/3.3 bis f/6.4 sitzt. Der native ISO-Bereich reicht von 125 bis 12.800, abgeblendet werden kann bis f/8. Fotos werden als JPEG oder RAW (.RW2) gespeichert und wer mag, kann auf 22 integrierte Kreativfilter und 25 Motivprogramme zurückgreifen.

Der rückwärtige Touchscreen misst 3 Zoll und löst mit feinen 1,84 Millionen Bildpunkten auf. Allerdings ist er fest verbaut und weder klapp- noch schwenkbar. Zum Vloggen oder Streamen taugt die TZ300 ohnehin nicht so wirklich, denn es fehlen sowohl ein Mikrofonanschluss als auch USB Video Class.

Geschwindigkeit und Autofokus

Auch bei der Serienbildgeschwindigkeit bleibt alles beim Alten. Mit 8 Megapixeln nimmt die TZ300 mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde auf, in voller Auflösung sind es 10 Bilder pro Sekunde, mit Autofokus-Nachführung 6 Bilder pro Sekunde. Der AF-Makromodus mit einer Naheinstellgrenze von nur 3 cm ist ebenfalls wieder mit an Bord. Für verwacklungsfreie Aufnahmen sorgen weiterhin der 5-Achsen-Hybrid-O.I.S. und der Power O.I.S. Die Belichtung erfolgt mechanisch mit 1/2.000 bis 60 Sekunden oder elektronisch mit bis zu 1/16.000 Sekunde.

Beim Autofokus setzt Panasonic auf die hauseigene DFD-Technik. Einen modernen Hybrid-AF mit auf dem Sensor integrierten Phasen-AF-Pixeln und umfangreicher Motiverkennung sucht man vergeblich. Immerhin werden Gesichter und Augen erkannt, außerdem ist die 4K-Photo-Funktion wieder mit an Bord, über diese ist intern in der Kamera z. B. auch Fokus-Stacking möglich.

Video, Konnektivität und die eine echte Neuerung

Bei den Videospezifikationen hat sich ebenfalls nichts getan. Die TZ300 filmt in 4K mit 30 fps und in Full HD mit bis zu 120 fps für fünffache Zeitlupen. Per WLAN und Bluetooth lässt sich die Kamera mit der Panasonic Image App auf dem Smartphone verbinden, wodurch unter anderem Geotagging, Fernsteuerung mit Livebildübertragung und der Bildtransfer aufs Mobilgerät möglich sind. Gespeichert wird auf einer SD-Karte (SDHC/SDXC, UHS I).

Die offensichtlichste Neuerung steckt an der Unterseite. Panasonic hat den Micro-USB-Anschluss der Vorgängerin durch einen zeitgemäßen USB-C-Port ersetzt. Dieser Schritt dürfte nicht zuletzt den EU-Vorschriften zur einheitlichen Ladeschnittstelle geschuldet sein, ist aber natürlich trotzdem willkommen. Der wechselbare Akku lässt sich darüber laden und soll für 360 Aufnahmen nach CIPA-Standard reichen.

Optisch hat Panasonic das Design dezent überarbeitet. Die zweifarbige Optik der TZ202 mit ihrem markanten roten Akzent am Griff ist Geschichte, die TZ300 gibt es in schlichtem Schwarz oder Grau. Mit 11,1 × 6,6 × 4,5 Zentimetern und einem Betriebsgewicht von 337 Gramm bleibt die Kamera angenehm kompakt und hosentaschentauglich. Ein integrierter Pop-Up-Blitz ist weiterhin vorhanden.

Der EVF wird komplett gestrichen

So erfreulich es grundsätzlich ist, dass Panasonic die beliebte TZ-Serie wiederbelebt, so fragwürdig ist das Gesamtpaket der TZ300. Denn die größte Änderung gegenüber der Vorgängerin ist nicht etwa ein Upgrade, sondern ein Downgrade. Der elektronische Sucher mit seinen 2,33 Millionen Bildpunkten, den die TZ202 noch besaß, wurde ersatzlos gestrichen. An seiner Stelle befindet sich bei der TZ300 schlicht eine Plastikabdeckung. Panasonic hatte diesen Schritt bereits Ende 2024 bei der TZ99 vollzogen, doch gerade bei einer Kamera mit 360mm Brennweite ist ein EVF für viele Fotografen ein unverzichtbares Werkzeug, um das Motiv bei hellem Umgebungslicht sicher zu erfassen.

Überhaupt wirkt die TZ300 weniger wie ein echter Nachfolger und mehr wie ein Pflicht-Update, um die seit Langem nicht mehr lieferbare TZ202(D) im Handel zu ersetzen. Sensor, Objektiv, Bildstabilisator, Autofokus, Videofähigkeiten, Serienbildgeschwindigkeit, ISO-Bereich: Alles identisch, und das nach fast acht Jahren (potenzieller) Entwicklungszeit. Einzig USB-C ist dazugekommen. Wer bereits eine TZ202 oder TZ202D besitzt, hat keinen Grund zum Umstieg. Und wer sich erstmals für die Serie interessiert, bekommt im Grunde Technik von 2018 in einem neuen Gehäuse, dafür aber ohne Sucher.

Preis und Verfügbarkeit

Die Panasonic Lumix TZ300 soll Anfang Mai 2026 in den Handel kommen und wird 999 Euro kosten. Das sind 200 Euro mehr als die TZ202 bei ihrem Marktstart im Frühjahr 2018 gekostet hat.

Was haltet ihr von der Panasonic TZ300?

Mark Göpferich

Gründer von Photografix, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 5.000 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.