Sechs Jahre nach der GR III soll die GR IV im Herbst erscheinen. Ricoh hat Sensor, Objektiv und Prozessor erneuert.
Ricoh hat wie gestern Abend noch vermutet die Entwicklung der GR IV angekündigt, die im Herbst 2025 als neues Modell der Kompaktkamera-Serie auf den Markt kommen soll. Laut Hersteller ist die Kamera “dem Grundkonzept treu geblieben und wird dank neuer Komponenten zu einer völlig neuen Art von Kamera, die die Anforderungen und Erwartungen von Fotografen erfüllt.”
Die technischen Spezifikationen umfassen einen neuen APS-C-Bildsensor mit 25,74 MP, ein neu entwickeltes Objektiv sowie einen neuen Bildprozessor. Das 28mm-Objektiv (Kleinbildäquivalent) bietet wieder eine Lichtstärke von f/2.8 und ist aus sieben Elementen in fünf Gruppen aufgebaut, davon drei asphärische Linsen.
Auf den ersten Blick gleichen sich die Gehäuse von GR III und GR IV aufs Haar – jedenfalls von vorne. Auf der Rückseite hat sich ein wenig getan, denn Ricoh holt die Plus-Minus-Wippe zur Einstellung der Belichtungskorrektur zurück und positioniert sie über dem Knopf zur Ansicht der Bildgalerie.
Kein großes Fass macht Ricoh in der Ankündigung beim Speichermedium auf, denn hier hat man sich in meinen Augen zum Schlechteren entwickelt. Zwar ist der interne Speicher von 2 auf 50 GB drastisch gestiegen, sodass man eigentlich auch auf ein externes Speichermedium verzichten könnte. Wer jedoch seine Kamera nicht immer per USB-C an den Rechner anschließen möchte, muss jetzt unweigerlich mit den deutlich kleineren microSD- statt SD-Karten hantieren.
Wofür Ricoh diesen freigewordenen Platz im Gehäuse nutzt, ist aktuell ungewiss, zum Akku hat der Hersteller aber bislang keine Angaben gemacht. “To be finalized”, heißt es noch im Datenblatt bei der Akkulaufzeit.
Die Kamera unterstützt WLAN-Verbindungen im 2,4-, 5,2- und 5,8-GHz-Band. Parallel dazu kündigt Ricoh die neue “GR WORLD”-App an, die nicht nur mit der GR IV, sondern mit allen GR-Modellen ab der GR II kompatibel sein wird. Was genau die Software kann, verrät Ricoh zum jetzigen Zeitpunkt leider nicht, aber angesichts der mehr als ausbaufähigen aktuellen App “Image Sync” kann es eigentlich nur besser werden.
Nach der regulären GR IV plant Ricoh wie auch bei der vorangegangenen Generation eine Variante mit Highlight-Diffusion-Filter (HDF) statt ND-Filter für die Zeit nach Winter 2025. Die Produktion der aktuellen GR III wird wegen Teilemangel im Juli 2025 eingestellt, während die GR IIIx weiter produziert wird.
Der Preis steht noch nicht fest, werde aber “mit den gestiegenen Kosten entsprechend angepasst”. Die Ricoh GR III wurde für rund 900 Euro eingeführt, liegt mittlerweile jedoch bei 1.049 Euro. Vierstellig wird es für die GR IV demnach sehr wahrscheinlich.
Mit der Ankündigung ist nun auch klar, was Ricoh alles nicht verändert hat: Keine deutlich höhere Auflösung wie bei der Fujifilm X100VI, kein Blitz, (wenig überraschend) kein Sucher, kein Schutz vor Wasser. Sicherlich wird die GR IV unterm Strich die besseren Fotos schießen. Insgesamt ist es aber nur ein eher gemächliches Upgrade, das zumindest mich als GR-III-Besitzer basierend auf dem Datenblatt noch nicht zum Kauf verleitet. Wie sieht es bei euch aus?