Es gibt ein neues Canon Patent für Objektive. Es verspricht mit einem vereinfachten Drei-Gruppen-Aufbau spürbar schnellere Autofokus-Geschwindigkeiten.
Kern des Patents ist ein reduzierter Aufbau aus nur drei Gruppen. Die vordere Gruppe hat negative, die hintere positive Brechkraft, beide sitzen fest. Bewegt wird ausschließlich die mittlere Gruppe, sie übernimmt komplett die Fokussierung.
Weil dabei nur wenig und vergleichsweise leichtes Glas bewegt werden muss, können die Autofokusmotoren kleiner sein und schneller arbeiten, was sich direkt auf Baugröße und Fokussiergeschwindigkeit des gesamten Objektivs auswirkt.
Das Prinzip passt zu einem Trend, den Canon bereits mit seinen VCM-Objektiven verfolgt, die Voice-Coil-Motoren mit Nano-USM-Fokussierung kombinieren, um kompakte, leise und schnelle Autofokus-Systeme zu realisieren. Hier erwarten wir demnächst das RF 105mm f/1.4L VCM.
Canons Mechanik-Entwickler Nobuyuki Nagaoka, der am RF 14mm f/1.4L VCM mitgearbeitet hat, bringt es bei PetaPixel auf den Punkt: Man wolle Objektive entwickeln, die begeistern, mit besonderem Fokus auf leichte Bauweisen.
Unter den im Patent aufgeführten Beispielen finden sich unter anderem Weitwinkel-Festbrennweiten mit 14mm f/2, 15mm f/1.4, 16mm f/1.8 und 12mm f/1.2. Laut Canonrumors ist die Technologie nicht auf Fotoobjektive beschränkt, das Patent (JP 2026-122508) deckt Anwendungen für EOS-R-Kameras ebenso ab wie für Camcorder, Sicherheits- und Broadcast-Kameras.
Wie immer bei Patenten gilt: Keines der 21 Designs ist eine Ankündigung, viele solcher Entwürfe verschwinden in der Schublade. Interessant ist das Patent trotzdem, weil es zeigt, in welche Richtung Canons Objektiventwicklung aktuell denkt, gerade in Kombination mit anderen aktuellen Patenten wie jenen für ein RF 300mm f/2.8 und ein RF 500mm f/5.6, die zeigen, wie systematisch Canon derzeit an neuen Optiken arbeitet.
Dazu passt auch, dass von Canon zwei “noch nie dagewesene” Objektive erwartet werden, konkrete Serienprodukte lassen sich daraus aber nicht ableiten.