Canon Objektive

Canon RF 300mm f/2.8 und 500mm f/5.6: Neue Patente wecken große Hoffnungen

Canon hat in Japan drei spannende Patentanmeldungen für neue RF-Objektive eingereicht, darunter ein lang ersehntes 300mm f/2.8 und ein kompaktes 500mm f/5.6.

Die drei im Oktober 2024 eingereichten und am 21. April 2026 veröffentlichten Patentanmeldungen beschreiben optische Entwürfe für ein 130mm f/1.8, ein 300mm f/2.8 und ein 500mm f/5.6. Beim 130-mm-Entwurf handelt es sich technisch gesehen um ein 128-mm-f/1.8-Objektiv mit einer Formel aus 14 Elementen in 9 Gruppen inklusive Bildstabilisierung und Ultraschall-Autofokus.

Für Porträtfotografen klingt das zwar verlockend, allerdings wäre das Objektiv noch größer als das bereits sehr geschätzte RF 135mm f/1.8 L IS USM mit rund 935 Gramm Gewicht und einem Preis von 2.299 Euro (derzeit mit 200 Euro Frühlings-Rabatt). Ein direkt konkurrierendes, noch schwereres 130mm f/1.8 ohne klares Alleinstellungsmerkmal wäre daher wenig sinnvoll.

Die wirklich spannenden Kandidaten: 300mm und 500mm

Deutlich aufregender sind die beiden anderen Entwürfe. Ein RF 300mm f/2.8 fehlt bislang im nativen RF-Portfolio von Canon, obwohl das EF-Pendant (oben im Bild) über Jahrzehnte ein Klassiker für die Sport- und Naturfotografie war. Zwar gibt es das RF 100–300mm f/2.8 L IS USM, doch mit einem Preis von 11.999 Euro und einer Länge von über 32 Zentimetern ist es alles andere als kompakt. Das patentierte 300-mm-Festbrennweiten-Design käme dagegen auf knapp 27 Zentimeter. Laut dem Patent umfasst die optische Formel 17 Elemente in 13 Gruppen, darunter Fluorit- und UD-Elemente, die Farbfehler minimieren.

Das RF 500mm f/5.6 ist vielleicht der interessanteste Entwurf von allen. Mit einer Länge von knapp 30 Zentimetern und einer kompakten Formel aus 15 Elementen in 10 Gruppen könnte es für Naturfotografen das sein, was Nikons leichte Supertele-Reihe für Z-Nutzer ist: eine ernstzunehmende Reichweite in einem handlichen Paket. Canons DO-Technologie (Diffraktive Optik) könnte dabei helfen, Größe und chromatische Aberrationen gleichzeitig zu reduzieren.

Natürlich gilt an dieser Stelle wie immer: Patente sind keine Produktankündigungen. Viele patentierte Designs werden nie produziert. Aber gerade beim 300mm f/2.8 zeigt Canon mit mehreren ähnlichen Patenten, dass die Entwicklung einer solchen Festbrennweite ernsthaft verfolgt wird – und das RF-System damit endlich geschlossen werden könnte, was viele als echte Lücke empfinden.

Welches der drei patentierten Objektive würdet ihr euch am meisten für das Canon RF-System wünschen?

via: Canonaddict

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Mehret

Ist die Länge des 5,6/500 wirklich mit knapp 300mm angegeben? die von Sigma und Nikon liegen unter 240mm.

Mehret

Danke für die Antwort. Dann ist dafür hoffentlich der Naheinstellbereich besser.

joe

Ist bei nahezu allen Canon Objektiven besser als bei Sony und Nikon.

Daniel_S

Also mein 4,0/500mm ist glaube 36cm lang. Was soll das zu einem 5,6 jetzt ein Vorteil sein?

Mehret

Hä?

Daniel_S

Ich meinte die ca. 30cm Länge bei Blende 5,6 zu 36cm bei Blende 4,0.
Ein 5,6er kann man doch viel kompakter bauen als ein 4,0er. Wie oben geschrieben, schafft Sigma das mit ca. 24cm Länge.

Leonhard

Ehrlich gesagt gar keins, bin bekennender Zoom-Fan!

Aber jeder wie er möchte, jeder hat seine Art zu fotografieren.

joe

Ich auch, aber das 100-300/2.8 ist mir schlichtweg zu teuer.

Peter

Ja, Zoomflexibilität ist dchon gut!!!
Vom Varuablen Telekonverter hört man leider gar nichts mehr….

Joachim

Habe früher gerne mit dem 5,6/500 von Sigma (Contaxanschluss) fotografiert. War ideal für Helgoland. Basstölpel und Robben. Von daher wäre das 500er eine Option.

joe

Dann kannst auch das 100-500 nehmen, mit den aktuellen Bearbeitungsprogrammen bringt 5.6 versus 7.1 bei 500mm nicht wirklich viel und ist erheblich flexibler und startet bei 4.5, dazu hat es gute Makro Eigenschaften und sehr geringe Naheinstellgrenze unter 1m.

Joachim

Wird eine Frage des Preises sein. Bevorzuge Festbrennweiten.

Daniel_S

Nee, der verharmloste Vergleich von 5,6 zu 7,1 ist genauso falsch wie der von WRDS zu den 4,0-Optiken von Canon/Nikon zum neuen Sony 4,5/100-400mm.
In den Grenzbereichen ist jede 1/3 Blende wichtig, und erst recht jede 1/2 und 2/3 Blende.
Bei gutem Licht ist fast alles fein.
Eine tolle Naheinstellgrenze ist nur nice-to-have.

weinsack

Ich benutze das Sigma 500mm f5.6 und kombiniere bei wenig Licht und für die Umgebung mit einem 135mm f1.8.
Dazwischen brauche ich nichts.
Mein ziel ist es nicht möglichst in jeder Situation abdrücken zu können. Ich lasse mich gerne auf eine Perspektive, eine Brennweite ein, vertiefe oder verliere mich im Visuellen und habe am ende vielleicht ein Bild das mir etwas bedeutet.
Ein Zoom behindert mich eher bei diesem Prozess und zudem ist nicht nur die Lichtstärke sondern auch die Bildqualität bei einem „günstigen“ zum Zoom wesentlich schwächer.
Hätte es eine kleine Rf Tele Festbrennweite in guter Qualität geben, wie bei Nikon oder eben Sigma, wäre ich wohl bei Canon geblieben.

Daniel_S

Ja, eine schöne Kombi. Bei mir ist das 500er lichtstärker (und schwerer), dafür mein 2,0/135er etwas lichtschwächer (und leichter). Dazwischen möchte ich jedoch nicht auf das EF 100-400mm L verzichten.

joe

ISO 12’800, Blende 7.1, Verschlusszeit 1/1000Sek – ISO 12’800, Blende 5.6, Verschlusszeit 1/1250. Habe mehrere Versuchsreihen bei unterschiedlicher Helligkeit gemacht, der Unterschied ist wie gesagt, bei allen Versuchen marginal! Wenn, dann müsste es 4.0 oder besser sein, dann macht eine Festbrennweite Sinn, ist dann aber für den Normalsterblichen unbezahlbar und schwer. Würde ich beide geschenkt bekommen, würde ich immer das 100-500 wählen, weil ich den Unterscheid kenne und müsste ich es bezahlen würde ich sowieso zum 100-500 greifen. Naheinstellgrenze 90cm mit 1:3 Abbildungsmassstab ist kein “nice to have”, sondern super für Makros wo man nicht zu nah ran kann oder darf. Das 100-500 ist ein immer drauf, wenn es in die Natur geht. Der wirkliche Nachteil des RF 100-500 ist nicht die Blende bei 500mm, sondern dass es mit Konverter nicht voll eingefahren werden kann und genau da merkt man, wie wichtig Flexibilität ist, denn dann geht es nur von 380 bis 700mm anstatt von 160 bis 700mm.

weinsack

„ISO 12’800, Blende 7.1, Verschlusszeit 1/1000Sek – ISO 12’800, Blende 5.6, Verschlusszeit 1/1250.“
Mit was für einem Objektiven hast du verglichen? Einer Festbrennweite? Empfindest du den Unterschied in der Bildqualität auch als marginal?
Bei der Naheinstellgrenz bin ich mir dir einig.

Rolf Carl

joe, die Freistellung hast du komplett vergessen, da zählt jede Drittelblende, und in der Dämmerung auch, denn auch bei modernen Kameras kann man die ISO nicht einfach ins Unendliche hochschrauben ohne enormen Qualitätsverlust. Deshalb ist man gut beraten, so lichtstark zu kaufen, dass man sich das Tele gerade noch leisten und auch tragen kann. Und noch was, an ein Telezoom würde ich jetzt gar nie einen Konverter schrauben, da hat man noch weniger Licht, der AF-C wird langsamer und die BQ grässlich.

Daniel_S

Hi Joe, klar ist bei ISO 12.800/Blende 7,1 zu ISO 12.800/Blende 5,6 der Unterschied marginal, weil hier die ISO das entscheidende Kriterium sind. Und ISO 12.800 ist ja schon echt grenzwertig. Das Rauschen ist mit DXO usw. am besten zu korrigieren, aber es sind ja auch noch die anderen Parameter wie Dynamik, Schärfe, Belichtungsumfang, Farbtreue, die bei höheren ISO einfach nicht mehr in dem Rahmen vorhanden, bzw. zu korrigieren sind. ISO 12.800/7,1 wäre schon vergleichbar zu ISO 8.000/5,6 oder zu ISO 4.000/4,0. Das sind Welten. Dazu kommt die höhere Genauigkeit und Schnelligkeit des AF bei höheren Blendenwerten. Du hast natürlich recht, dass ein Abbildungsmaßstab von 1:3 bei einem Telezoom mehr als nice-to-have ist. Ich habe ja das EF 100-400mm L ii, das auf ca. 1:3,1 kommt, aber es ist eben doch kein richtiges Makro, was erst bei größeren Abbildungsmaßstäben beginnt. Der große Abstand zum Motiv bei 1:3 ist aber unbestritten ein riesen Vorteil. Diese eingeschränkte Konvertertauglichkeit beim 100-500, finde ich gar nicht so schlimm. Den Konverter schaltet man eh nicht für die kurzen Brennweiten dazwischen, sondern für die Verlängerung der Endbrennweite. Trotz allem ist die Verwendung eines Konverters bei einem Zoomobjektiv immer eine Krücke, was die Bildqualität massiv verschlechtert (Ausnahme… Weiterlesen »

Joachim

habe auch das EF 4-5,6/70-300. Da bin ich sehr mit zufrieden. Das 500 auf APS-C wäre dann mit 800mm schon eine Ansage.

Peter

Das 100-500 ist schon fein…leider hatte ich es vkft…wann kommt endlich ein langbrennweitiges Makro v Canon?

Ric

Ich wünsche mir das RF 300 f2.8 für die Fußball-Fotografie. Bin aber auf den Preis gespannt.

Jörg G.

Ich entdecke gerade die Freuden des 500/5,6 im L-Mount. Einfach super für Leute, die die ganz großen Brocken nicht schleppen wollen oder können. Oder denen diese Brocken einfach zu langsam in der Bewegung bei der Verfolgung von klein und schnell sind.
Ich weiß gar nicht, ob die Canonista sowas auch haben sollten. Die haben ja schon genug anderes Zeugs 😉

X9000000

Da muss ich dir 100% Zustimmen 🙂

joe

Also ich brauche das nicht, zu unflexibel und viel zu teuer, das RF 100-500 ist meiner Meinung nach flexibler und trotz 7.1 bei 500mm alleine schon wegen der super Makro Eigenschaften und unter 1,5kg einfach die intelligentere Wahl.

J.Friedrich

Mit “Intelligenz” ist Dir in diesem Bedarfs-Fall also nicht beizukommen – wahrscheinlich brauchst Du es nicht wirklich – da geht’s mir so wie Dir, aber ob es deshalb die intelligentere Wahl ist – nunja, ist ‘nen Ticken zu hart …

Daniel_S

Ja, da eröffnet sich ein ganz neues Dreieck (neben dem Belichtungsdreieck) mit den Komponenten Preis-Gewicht-Anforderung.
Ich habe ein 4,0/500 und liebe es. Ich würde es mir glaube ich aber nicht noch einmal kaufen, da es sehr groß und sehr schwer ist. Ein 5,6/500 würde ich mir aber auch nicht kaufen, da zu wenig Unterschied zu meinem EF 5,6/100-400mm. Ein 5,6/600 fände ich dagegen schon wieder sehr interessant, besonders mit eingebautem Konverter.
Das Sigma 4,0/300-600mm finde ich auch sehr interessant, aber das ist ja noch größer und schwerer als mein 4,0/500 (losgelöst davon, dass es das für Canon gar nicht gibt).
Ich kann auch Joe schon verstehen, wenn er für das 7,1/100-500 argumentiert, fände aber die Nikon-/Sony-Varianten 180/200-600mm interessanter.

joe

Ich hätte gerne das 100-300/2.8 aber zum halben Preis.

Jörg G.

Ich auch!

Bezüglich 100-500 versus FB 500 und andere Vergleiche:
Die intelligentere Wahl wird nur durch den jeweiligen Nutzer und Anwendungsfall festgelegt. Da gibt es dann auch Konstellationen, wo die FB mit 500/5,6 deutlich zu bevorzugen ist. Stichworte Telekonvertertauglichkeit, Handlichkeit, Blendenöffnung so groß, wie man gerade noch schleppen möchte, maximale Schärfe usw usf.
Bei mir sind etliche unterschiedliche Anwendungsfälle vorhanden, deswegen werden es Zoom 100-500mm und FB 500/5,6. Und ein anderer greift vielleicht besser zum einem 400/2,8 + TCs, einem 100-400 oder 200-800 und gut ist.

joe

Also wäre ich Profi und hätte keine anderen Hobbys und Geld würde keine Rolle spielen, ja dann hätte ich auch alles was gut und teuer ist, selbst wenn es nur gefühlt besser wäre, aber da ich recht stark von Rationalität getrieben bin, bleibt es so wie es ist.

Daniel_S

Nee, auch 6.000€ wäre mir zu teuer.
Ich würde aber das „alte“ EF 2,8/300mm L IS ii USM für ca. 3.000€ sofort kaufen. 🤷‍♂️

joe

In der Schweiz kostet es unter 10’000.- also 5’000.- würde ich bezahlen

Daniel_S

Wäre mir für das 2,8/100-300mm auch noch zu teuer.
So gut es auch ist (ich hatte es mal übers Wochenende), brauche ich längere Brennweiten.

J.Friedrich

😉 – Release 2024, 500mm, 5.6, IS(OS) 235mm, 1350g, Sealed, HLA-AF –> NP aktuell €2600,–, tja geht auch anders– 😇

Alfred Proksch

Muss mal ein wenig stänkern – bitte nicht ernst nehmen!

Für 450 Euro bekommt man ein 60x optisches Zoom Objektiv (20-1200mm äquiv. 35mm KB) von Panasonic inklusive Kamera FZ82D. Gewicht: 640 g (mit SD Karte und Akku). Abmessungen: (B x H x T): 13,0 x 9,4 x 12,5 cm. Das Teil hat locker in jeder Fototasche Platz. Sozusagen eine komplette Ausrüstung für alles was so anfällt.

Daniel_S

Oder man benutzt seine Praktica weiter…

Jörg G.

Genau. Eigentlich braucht man echt nicht mehr. Auch das ganze Leica- und MF-Gedönse ist total überflüssig und kann dann verkimmelt werden.

Rolf Carl

Bei dieser Ausrüstung darf sich einfach nichts bewegen, denn sonst fangen die Probleme erst richtig an.

Jürgen Zerbin

Ich könnte mir höchstens vorstellen, dass das 130er einSTM wird, für die preisbewussten

J.Friedrich

👍 Macht Sinn! Das wäre natürlich eine wirklich spannende Sache für die Hobbyisten im RF-Mount, analog dem 1,2 45er, mit einem €7-800,– Teil um die Ecke zu kommen, selbst wenn dann Abstriche gemacht werden müssen. Ja, das macht Sinn!

Meckern könnte dann keiner mehr hinsichtlich Low-Budget Portfolio mit 1,8 24, 1,8 35, 1,2 45, 1,8 50, 2,0 85 und dann 1,8 130mm …

Daniel_S

Geiler Aspekt. Wäre ich nie drauf gekommen, aber würde von dem Gesichtspunkt eine wahnsinnige Erweiterung sein. Genauso wie das 1,2/45mm STM. Dies ist bisher das einzige RF-Objektiv, das mich schwach werden lässt.

Reinhard Riek

Tamron hätte in den 90ern ein 1,8/500 im Programm, dass etwas schlanker war als heutuge Modelle. Ich benutze es immer noch gerne, da es wesentlich handlicher ist als viele andere Teleobjektive ähnlicher Brennweite.

Kann man solche Objektive nicht heute noch bauen? ich vermute, die Gewichtsrrsparnis wäre bei einigen Spezialisten, die viel mit sich Herumschleppen, enorm.

Joachim P

1,8 bestimmt nicht aber ein 1:8 Spiegel, leider nicht besonders hochauflösend.

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