Kaufberatung

Das sind die besten Systemkameras für Einsteiger 2020

Du suchst eine spiegellose Systemkamera für Einsteiger, weißt aber nicht, welches Modell du dir zulegen sollst? Kein Problem, wir helfen dir bei der Entscheidung.

Kaufberatung für spiegellose Systemkameras

Canon, Nikon, Sony, Fujifilm, Olympus, Panasonic – all diese Hersteller bieten seit einigen Jahren sogenannte spiegellose Systemkameras an. Du hast bisher noch nichts von spiegellosen Systemkameras, sondern nur von Spiegelreflexkameras gehört? Kein Problem: Systemkameras (kurz: DSLMs) stellen inzwischen eine vollwertige Alternative zu Spiegelreflexkameras (kurz: DSLRs) dar und sind den Spiegelreflexkameras in einigen Punkten sogar überlegen. So sehen wir von Photografix beispielsweise in vielen Fällen den elektronischen Sucher, die kompaktere Bauweise und den Autofokus als Stärken der spiegellosen Systemkameras.

Du bist dir noch nicht sicher, ob eine klassische Spiegelreflexkamera oder eine spiegellose Systemkamera für dich die richtige Wahl ist und kennst dich mit Kameras allgemein noch nicht so gut aus? Dann wirf doch zuerst einen Blick in diesen Artikel. Dort erklären wir dir ausführlich, wo die Unterschiede zwischen den beiden Arten von Kameras liegen und helfen dir dabei herauszufinden, welche Kamera am besten zu dir passt. Und falls für dich eine Spiegelreflexkamera doch interessanter ist als eine Systemkamera, dann findest du hier unseren Artikel mit den aktuell besten Spiegelreflexkameras für Einsteiger.

So haben wir unsere Auswahl getroffen

DSLMs sind seit einigen Jahren auf dem Vormarsch, das erkennt man auch an der aktuellen Auswahl von Systemkameras für Einsteiger. In der Preisklasse von unter 1.000 Euro tummeln sich verschiedenste Modelle von unterschiedlichen Herstellern. Da ist es schwer, als Laie den Durchblick zu behalten.

Aus diesem Grund wollen wir dir in diesem Artikel die unserer Meinung nach besten Systemkameras für Einsteiger vorstellen, die der Markt aktuell zu bieten hat.

Bei unseren Produktempfehlungen haben wir uns eine Preisgrenze von rund 1.000 Euro gesetzt, da man als Einsteiger unserer Meinung nach niemals mehr als ca. 1.000 Euro in eine neue Kamera investieren sollte. Natürlich geben wir aber auch Kaufempfehlungen für Kameras, die sich eher im Bereich von 500 Euro bewegen. Das ist für jemanden, der eine gute Kamera für Urlaubsfotos und ein Upgrade zu seinem Smartphone sucht, in der Regel absolut ausreichend.

Eine gebrauchte Kamera zu kaufen kann viel Geld sparen, allerdings würde es den Rahmen dieses Artikels sprengen, wenn wir auch den Gebrauchtmarkt berücksichtigen würden. Deshalb konzentrieren wir uns hier ausschließlich auf neue Kameras, die ganz regulär im Handel erworben werden können.

Außerdem haben wir bei unserer Auswahl darauf geachtet, dass im Preis bereits ein Objektiv inbegriffen ist. Das ist das sogenannte “Kit-Objektiv”, bei dem es sich normalerweise um ein Zoom-Objektiv mit etwa 18-55mm handelt. Das ist für den Anfang perfekt geeignet. Generell würden wir dir aber auch empfehlen, zusätzlich zum Kit-Objektiv relativ schnell eine lichtstarke Festbrennweite zu kaufen, wenn es dein Budget zulässt. Eine Festbrennweite ist ein Objektiv, mit dem es nicht möglich ist, an das Motiv heranzuzoomen, dafür ist eine Festbrennweite aber kompakter, ermöglicht oftmals einen unscharfen Hintergrund und besticht mit einer besseren Bildqualität.

Objektive: Großer Vorteil im Vergleich zum Smartphone

Eine “richtige Kamera” ist einem Smartphone immer deutlich überlegen, ganz egal ob spiegellose Systemkamera oder Spiegelreflexkamera. Das liegt vor allem an den Objektiven, diese sind in unseren Augen die größte Stärke einer Kamera im Vergleich zum Smartphone.

Sowohl bei einer Spiegelreflexkamera als auch bei einer spiegellosen Systemkamera hast du die Möglichkeit, die Objektive zu wechseln und unterschiedlichen Linsen anzubringen, die in verschiedenen Situationen ihre Stärke ausspielen können. So gibt es beispielsweise Objektive, mit denen besonders schöne Porträts möglich sind, mit anderen lassen sich hingegen besonders weite Bildbereiche einfangen, was perfekt für Landschaftsbilder geeignet ist.

Eine Sache solltest du aber unbedingt wissen: Man kann die Objektive von Hersteller A nicht an der Kamera von Hersteller B nutzen. Teilweise haben die Hersteller selbst auch Objektive mit unterschiedlichen Anschlüssen im Angebot. Nur weil sowohl auf der Kamera als auch dem Objektiv “Canon” steht, heißt das also noch nicht automatisch, dass beide kompatibel sind.

Das bedeutet, dass man beim Kamerakauf auch ein Auge darauf haben sollte, wie viele passende Objektive für diese Kamera zur Verfügung stehen und wie teuer diese sind. Theoretisch gibt es zwar die Möglichkeit, auch Objektive von anderen Herstellern mit Hilfe von Adaptern zu nutzen, davon würden wir einem Neueinsteiger aber abraten. Das macht nur dann Sinn, wenn man von früher noch ein paar alte Spiegelreflexkamera-Objektive rumliegen hat und diese jetzt an einer neuen Systemkamera weiterverwenden möchte.

  Objektive spielen eine sehr wichtige Rolle beim Fotografieren und sind im Normalfall NICHT mit den Kameras von anderen Herstellern kompatibel. Achte beim Kauf also niemals nur auf die Kamera, sondern auch auf das dazugehörige Objektivangebot.

Finger weg von Vollformatkameras

Vorab noch eine kurze Info, falls du davon bisher noch nichts gehört hast: Kameras können mit unterschiedlich großen Bildsensoren arbeiten. Der Sensor ist das Bauteil, das am Ende das Bild aufnimmt. Hier siehst du einige Beispiele von verschiedenen Sensorgrößen:

Wenn man es vereinfacht ausdrücken möchte könnte man sagen, dass ein größerer Sensor immer eine bessere Bildqualität liefert. Manche Systemkameras arbeiten mit wirklich großen Vollformatsensoren, einem kompletten Neueinsteiger würden wir von einer Vollformatkamera aber stets abraten. Das ist ungefähr so, als würdest du dir als Fahranfänger direkt einen Porsche kaufen wollen. Vollformatkameras sind für Einsteiger einfach zu teuer und auch die passenden Vollformatobjektive können teilweise mehrere tausend Euro kosten.

Wie du siehst ist aber auch ein Four-Thirds- oder APS-C-Sensor deutlich größer als der Sensor in einem Smartphone. Das bedeutet, dass du mit einer richtigen Kamera eine bessere Bildqualität erhälst, als mit einem Smartphone.

  Mach als Einsteiger einen Bogen um teure Vollformatkameras und schaue dich lieber nach einer Kamera mit APS-C- oder Micro-Four-Thirds-Sensor um.

Welche Systemkameras für Einsteiger NICHT geeignet sind

Weiter unten in diesem Artikel sprechen wir noch etwas detaillierter über die Kamerahersteller und die verschiedenen Objektivanschlüsse der jeweiligen spiegellosen Systemkameras. Falls du dich aber nicht so sehr für die Details interessierst, wollen wir hier vorab kurz unsere Einschätzung abgeben, welche spiegellosen Systemkameras für Einsteiger interessant sind und welche nicht:

  • Canon EOS M: Für Einsteiger gut geeignet, aber für Profis zu wenig Auswahl bei den Objektiven
  • Canon EOS R: Für Einsteiger nicht geeignet
  • Fujifilm GFX: Für Einsteiger nicht geeignet
  • Fujifilm X: Für Einsteiger und Profis gut geeignet
  • Nikon Z: Für Einsteiger nicht geeignet
  • Olympus: Für Einsteiger und Profis gut geeignet
  • Panasonic S (Vollformat): Für Einsteiger nicht geeignet
  • Panasonic G (Micro-Four-Thirds): Für Einsteiger und Profis gut geeignet
  • Sony E: Für Einsteiger und Profis gut geeignet

Aufgrund der schlechten Objektivauswahl und/oder der hohen Preise der Kameras und Objektive kann man manche Kamerasysteme also schon von vorne herein ausschließen. Mit den übrig gebliebenen haben wir uns intensiv beschäftigt, um dir schlussendlich die unserer Meinung nach besten Systemkameras für Einsteiger empfehlen zu können.

Die drei besten Systemkameras für Einsteiger

Beste Leistung: Fuji X-T30 und Sony A6400

Wer sich sicher ist, dass die neue Systemkamera nicht schon nach einer Woche in der Ecke verstaubt und dementsprechend bereit ist, das Budget bis 1.000 Euro voll auszuschöpfen, dem würden wir ganz klar die Fujifilm X-T30 oder die Sony A6400 ans Herz legen.

Beide Kameras sind absolut erstklassig und es ist uns auch nach stundenlangen Tests, Vergleichen und Recherchen nicht gelungen, uns klar für eines der beiden Modelle zu entscheiden. Beide Kameras liegen unserer Meinung nach auf Augenhöhe, allerdings sind die Stärken und Schwerpunkte unterschiedlich verteilt. Es kommt also auf den persönlichen Geschmack an, ob man die Fuji X-T30 oder die Sony A6400 bevorzugt.

Fuji X-T30

Bei uns trifft die Fuji X-T30 etwas mehr den persönlichen Geschmack. Das liegt an zwei Dingen. Zum einen ist bei Fujifilm das Angebot an passenden APS-C-Objektiven größer als bei Sony. Klar, bei Sony hat man auch die Möglichkeit, die vielen vorhandenen Vollformatobjektive (Sony hat sowohl Kameras mit APS-C- als auch mit Vollformatsensoren im Angebot) an der A6400 zu nutzen. Doch Vollformatobjektive sind oftmals schwerer und teurer, was nicht unbedingt ideal ist, wenn man mit APS-C fotografieren möchte. Wer hingegen langfristig gesehen mit einer Vollformatkamera liebäugelt, für den ist die Sony vielleicht interessanter.

Zu anderen setzt Fujifilm bei der Bedienung der eigenen Kameras mehr auf analoge Bedienelemente und Rädchen, mit denen sich direkt verschiedene Einstellungen verändern lassen. Das fühlt sich unserer Meinung nach in der Praxis einfach wahnsinnig gut an. Natürlich ist man es im Smartphone-Zeitalter gewohnt, das Display als zentrales Bedienelement zu benutzen. Doch analoge Einstellräder vermitteln beim Fotografieren einfach ein anderes Gefühl. Da hat Fujifilm – zumindest bei uns – genau den Geschmack getroffen.

Ansonsten kann die Fujifilm X-T30 als herausragende Kamera mit einer erstklassigen Bildqualität, einem tollen Autofokus sowie einer flotten Serienbildgeschwindigkeit bezeichnet werden. Auch für Videos ist sie hervorragend geeignet. Somit ist die X-T30 in unseren Augen die beste Systemkamera für Einsteiger in der Preisklasse um rund 1.000 Euro.

Tipp: Wenn es dein Geldbeutel hergibt, dann kauf dir die X-T30 in Kombination mit dem XF 18-55mm Objektiv. Das ist ein absolut erstklassiges Objektiv, das deutlich besser ist als ein “normales” Kit-Objektiv. Wenn dir das zu teuer ist, hat Fujifilm aber auch noch ein günstigeres Kit-Objektiv im Angebot, das XC 15-45mm. Das wird ebenfalls als Kit zusammen mit der X-T30 angeboten.

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Sony A6400

Die Sony A6400 besticht mit einem wahnsinnig guten (Augen-)Autofokus und einem großen Griff, der wirklich gut in der Hand liegt, deutlich besser als bei der Fuji X-T30. Außerdem kann das Display um 180 Grad nach oben geklappt werden. Das ist praktisch, wenn man sich selbst filmen oder fotografieren möchte. Dieses Klappsystem wurde von Sony zwar nicht perfekt umgesetzt, doch bei der Fuji X-T30 ist ein “Selfie-Display” überhaupt nicht vorhanden. Dort kann das Display lediglich nach oben oder unten gekippt werden.

Auch für die Sony sprechen also einige Punkte. Ansonsten schenken sich Fuji X-T30 und Sony A6400 nicht viel, beides sind erstklassige Systemkameras. Tolle Bildqualität, wahnsinnig guter Autofokus (führender Eye-AF auf dem Markt), schnelle Serienbildgeschwindigkeit und gute Videoqualität sprechen für die Sony A6400. Somit ist sie eine vollwertige Alternative zur X-T30 und es ist eine Sache des persönlichen Geschmacks, welche Kamera und welchen Hersteller man denn nun bevorzugt.

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Favorit der Mittelklasse: Panasonic G81

In der Mittelklasse – also im Preisbereich von rund 650 Euro – haben wir uns für die Panasonic G81 als beste Systemkamera für Einsteiger entschieden. Diese Entscheidung war gar nicht so einfach, da es in diesem Preissegment mit der Sony A6000, Fuji X-A7, Canon EOS M50 usw. jede Menge sehr interessante Optionen gibt.

Warum also am Ende die Panasonic G81? Ganz einfach, wegen des absolut stimmigen Gesamtpakets, das die anderen Kameras in dieser Form unserer Meinung nach nicht ganz zu bieten haben. Die Panasonic G81 hat keine großen Schwächen, dafür aber zahlreiche Stärken. Das Gehäuse ist leicht, gleichzeitig aber hochwertig verarbeitet und sogar wetterfest. Der Touchscreen ist extrem beweglich und kann auch seitlich aus dem Gehäuse herausgeklappt werden, die Bildqualität ist sehr gut, der Autofokus flott.

Ein Highlight der Panasonic G81 ist außerdem der 5-Achsen-Bildstabilisator, den man ansonsten in dieser Preisklasse meist vergeblich sucht. Und: Es gibt nicht nur jede Menge passende Objektive von Panasonic selbst, sondern auch von anderen Herstellern wie Olympus. Das liegt daran, dass die Panasonic G81 eine Micro-Four-Thirds-Kamera ist und dann alle Micro-Four-Thirds-Objektive kompatibel sind, die es auf dem Markt gibt. Auch wenn sie von einem anderen Hersteller als Panasonic stammen.

Zudem hat die Panasonic G81 auch einen elektronischen Sucher zu bieten, was unserer Meinung nach ein wichtiges Merkmal ist in der Preisklasse ab 500 Euro ist. Günstigere Systemkameras für Anfänger verzichten oftmals auf einen Sucher. Natürlich kann man auch nur über das Display fotografieren, doch ein Sucher vermittelt beim Fotografieren doch nochmal ein anderes Gefühl.

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Für Sparfüchse: Canon EOS M100

Canon EOS M100 + 15-45mm Objektiv
244 Bewertungen
Canon EOS M100 + 15-45mm Objektiv
  • Beste Kamera für unter 450 Euro
  • Sehr leicht und kompakt
  • Einfach Bedienung + tolle Bildqualität

Wer so wenig Geld wie möglich ausgeben möchte, dem würden wir die Canon EOS M100 als beste Systemkamera für Einsteiger empfehlen. Mit einem Preis von rund 350 Euro inklusive Objektiv ist die Canon EOS M100 einfach unglaublich günstig. Klar, man muss bei den Funktionen dann einige Abstriche machen. So verzichtet die EOS M100 beispielsweise auf einen Sucher und auf einen Griff. Außerdem gibt es, wie weiter oben bereits erwähnt, nicht allzu viele Objektive für die Canon EOS M Kameras.

Doch für diesen Preis ist die Canon EOS M100 unserer Meinung nach eine hervorragende Wahl. Sie ist sehr leicht und kompakt, dementsprechend kann sie unkompliziert transportiert werden. Außerdem ist die Bedienung sehr einfach, was natürlich vor allem für Einsteiger perfekt ist. Hinzu kommt eine tolle Bildqualität. Für 350 Euro ist die Canon EOS M100 die perfekte Wahl für einen Neueinsteiger, der ein günstiges Upgrade zu seinem Smartphone sucht. Und wenn man sich irgendwann doch mehr Funktionen wünscht, dann ist die M100 auch schnell wieder verkauft und man kann sich eine etwas bessere Canon Kamera zulegen – da hat Canon mit der EOS M50 und der M6 Mark II nämlich interessante Optionen im Angebot.

Fazit: Wer nicht mehr als 450 Euro für eine Systemkamera für Einsteiger ausgeben möchte, der findet aktuell nichts Besseres auf dem Markt als die Canon EOS M100.

Details zu den Herstellern und ihren Objektiven

Du interessierst dich für die Details und Hintergrundinformationen zu den Objektiven und willst dir einen Überblick verschaffen, welche Kameras mit welchen Objektiven kompatibel sind? Dann sollte der folgende (relativ lange) Abschnitt interessant für dich sein.

Bei Spiegelreflexkameras ist es im Grunde gar nicht notwendig, sich genauer mit den verschiedenen Herstellern und ihren Objektivanschlüssen zu beschäftigen. Denn es gibt – mal abgesehen von Pentax, einem ziemlich kleinen Hersteller – eigentlich nur Canon und Nikon, die noch klassische DSLRs anbieten. Beides sind große Unternehmen, die regelmäßig neue Produkte auf den Markt bringen und zudem jede Menge erstklassige Objektive im Angebot haben. Da gibt es keine großen Unterschiede, die sich auf die Kaufentscheidung eines Einsteigers auswirken würden.

Bei spiegellosen Systemkameras sieht das anders aus. Hier gibt wesentlich mehr Unterschiede bei der Objektivauswahl, weil es deutlich mehr Hersteller gibt und diese teilweise noch nicht so lange mit DSLMs auf dem Markt vertreten sind. Dementsprechend gibt es für manche Systemkameras auch noch nicht so viele Objektive, was natürlich ein Nachteil ist.

Aus diesem Grund wollen wir hier nochmal detailliert die verschiedenen Hersteller und Objektivanschlüsse vorstellen und so unsere kurze Auflistung von weiter oben ergänzen. Die Größe der zur Verfügung stehenden Objektivauswahl hat auch bei unseren Produktempfehlungen für die besten Systemkameras für Einsteiger eine wichtige Rolle gespielt.

Canon

Canon hat zwei Arten von spiegellosen Systemkameras im Angebot, manche arbeiten mit APS-C-Sensoren, andere mit Vollformatsensoren.

Canon EOS M (APS-C)

Die Canon EOS M Kameras sind Canons spiegellose Systemkameras mit APS-C-Sensoren. Diese arbeiten mit einem eigenen Objektivanschluss (EF-M Bajonett) und die Auswahl an den sogenannten “EF-M Objektiven” ist ziemlich überschaubar. Canon behandelt die EF-M Objektive ein wenig stiefmütterlich, weshalb wir jemanden, der die Fotografie als langfristiges Hobby mit gewissen Ambitionen sieht, von einer Canon EOS M aktuell eher abraten würden.

Trotzdem gibt es ein paar tolle und auch relativ günstige Gläser für die Canon EOS M Kameras. Gerade für Neueinsteiger, die ein günstiges Upgrade zu ihrem Smartphone suchen, ist die Auswahl an EF-M Objektiven absolut ausreichend. Zudem bieten langsam auch einige Dritthersteller Objektive mit EF-M-Anschluss an.

Canon EOS R (Vollformat)

Die Canon EOS R Kameras arbeiten mit Vollformatsensoren und dem RF-Bajonett. Die passenden “RF-Objektive” sind allesamt extrem teuer, weshalb man von einer EOS R als Einsteiger unbedingt die Finger lassen sollte. Außerdem hat Canon das EOS R System erst im Jahr 2018 vorgestellt, dementsprechend gibt es sowohl bei den Kameras als auch bei den Objektiven momentan noch zu wenig Auswahl. Somit ist die EOS R oder EOS RP keine gute Systemkamera für Anfänger.

Nikon

Nikon hat wie Canon auch spiegellose Systemkameras mit APS-C- und Vollformatsensoren im Angebot. Es gibt allerdings einen großen Unterschied, denn anders als bei Canon arbeiten die zwei verschiedenen Systeme NICHT mit unterschiedlichen Objektivanschlüssen. Vielmehr verwendet Nikon das sogenannte Z-Bajonett sowohl für APS-C und Vollformatkameras.

Objektive sind stets abwärtskompatibel. Das bedeutet, dass man ein Vollformatobjektiv ohne Einschränkungen auch an einer APS-C-Kamera verwenden kann. Es ist dann lediglich etwas größer (und teurer) als es eigentlich sein müsste, da es ursprünglich für eine Kamera mit einem größeren Sensor gebaut wurde.

Ein APS-C-Objektiv hingegen kann nicht ohne Einschränkungen an einer Vollformatkamera genutzt werden, auch wenn der Objektivanschluss der gleiche ist und das Objektiv ohne Probleme an die Kamera geschraubt werden kann. Das Objektiv ist einfach für einen kleineren Sensor ausgelegt. Wenn man es an einer Vollformatkamera benutzt, werden auf den Bildern dunkle Ecken sichtbar. Allerdings kann bei vielen Kameras in einen sogenannten Crop-Modus geschaltet werden, bei dem dann nicht mehr der komplette Vollformatsensor genutzt wird. Die Kamera nutzt dann nur noch den mittleren Teil des Sensors, das ist dann ungefähr so, als würde man eine APS-C-Kamera benutzen – was man in der Regel aber natürlich nicht möchte, wenn man denn schon eine Vollformatkamera besitzt.

Nikon Z (Vollformat und APS-C)

Die Nikon Z50 ist aktuell Nikons einzige Systemkamera mit APS-C-Sensor. Als Vollformatkameras stehen die Z6 und Z7 zur Verfügung. Alle diese Kameras arbeiten mit dem Z-Bajonett.

Die Z-Vollformatobjektive können an allen Kameras genutzt werden. Es gibt allerdings auch zwei spezielle Z-APS-C-Objektive, diese erkennt man an einem “DX” im Namen. Diese können ohne Einschränkungen NUR an der Nikon Z50 genutzt werden.

Die Auswahl an Z-Objektiven ist aktuell noch deutlich zu klein, außerdem gibt es nur zwei echte APS-C-Objektive für die Nikon Z50. Das ist zu wenig, weshalb die Nikon Z50 unserer Meinung nach aktuell (noch) keine gute Systemkamera für Einsteiger ist. Und die Vollformatkameras sind für Einsteiger, wie bereits erwähnt, sowieso nicht interessant.

Fujifilm

Auch Fujifilm hat zwei verschiedene Kamerareihen im Bereich der Systemkameras im Angebot.

Fuji GFX (Mittelformat)

Die Fuji GFX Kameras arbeiten mit großen Mittelformatsensoren, diese sind sogar noch größer als Vollformatsensoren. Damit können wir es kurz machen: Finger weg von allen Fuji GFX Kameras und den dazugehörigen “GF-Objektiven”, wenn du ein Einsteiger bist.

Fuji X (APS-C)

Fujis X-Kameras sind hingegen sehr interessant für Einsteiger, denn sie arbeiten nicht nur mit einem APS-C-Sensor, vielmehr hat Fujifilm auch eine extrem große Auswahl an passenden APS-C-Objektiven im Angebot. Diese erkennt man entweder an einem “XF” (das sind die hochwertigeren Objektive) oder einem “XC” (das sind die günstigeren Objektive) im Namen. Die Objektive sind teilweise schön kompakt und überzeugen darüber hinaus mit einer hohen Qualität. Das macht die Fuji X Kameras in unseren Augen sehr attraktiv für Einsteiger, auch wenn die XF-Objektive manchmal etwas teuer sind.

Sony

Sony E (Vollformat und APS-C)

Bei Sony verhält es sich wie bei Nikon. Das Unternehmen hat sowohl Systemkameras mit APS-C- als auch Systemkameras mit Vollformatsensoren im Angebot, beide teilen sich aber das gleiche Bajonett – das sogenannte E-Bajonett. Vollformatobjektive erkennt man bei Sony an einem “FE” in der Bezeichnung und sie können an allen Kameras verwendet werden. APS-C-Objektive hingegen können, wie bei Nikon auch, ohne Einschränkungen nur an den APS-C-Kameras angebracht werden. Zu den APS-C-Kameras gehören die A6xxx Kameras (z.B. Sony A6100, A6400 oder A6600), Vollformatkameras hören auf die Bezeichnung Sony A7, A7r, A7s oder A9.

Sonys A6xxx Kameras sind für Einsteiger definitiv eine sehr interessante Option. Die Auswahl an APS-C-Objektiven ist zwar kleiner als bei Fujifilm, dafür gibt es aber noch jede Menge Vollformatobjektive. Diese könnte man dann natürlich auch an einer Vollformatkamera der A7 Reihe weiterverwenden, wenn man irgendwann später mal aufs Vollformat wechseln möchte.

Panasonic

Panasonic “S” (Vollformat)

Panasonics Vollformatkameras beginnen stets mit einem “S”, also S1, S1R oder S1H. Diese Kameras arbeiten mit dem sogenannten L-Bajonett, auf welches auch Kameras von Leica und Sigma setzen. Das bedeutet, dass sich diese Hersteller das Bajonett teilen und es dementsprechend eine größere Auswahl an Objektiven gibt, da alle drei Unternehmen nicht nur Kameras, sondern auch Objektive produzieren. Trotzdem bleiben die Panasonic S Kameras Vollformatkameras, die für Einsteiger völlig uninteressant sind.

Panasonic “G” (Micro-Four-Thirds)

Micro-Four-Thirds-Sensoren sind kleiner als APS-C-Sensoren und somit grundsätzlich sehr gut für Einsteiger geeignet. Panasonics Micro-Four-Thirds-Kameras beginnen alle mit einem “G”, erhältlich sind verschiedenste Modelle in unterschiedlichen Preisstufen. Man hat hier also die Möglichkeit, alle seine Objektive weiter zu verwenden, wenn man auf eine teurere Kamera wechseln möchte. Insgesamt ist die Auswahl an Objektiven sehr groß, da auch Olympus Micro-Four-Thirds-Kameras anbietet und hier das gleiche Bajonett genutzt wird.

Olympus

Olympus OMD (Micro-Four-Thirds)

Olympus hat ausschließlich Micro-Four-Thirds-Kameras im Angebot. Hier gilt natürlich das gleiche, was wir schon bei Panasonic geschrieben haben: Die Systemkameras sind grundsätzlich sehr gut für Einsteiger geeignet, da die Auswahl an Objektiven sehr groß ist. Außerdem sind Micro-Four-Thirds-Kameras häufig angenehm leicht und kompakt und lassen sich gut transportieren.

Warum nicht die…?

Vielleicht hast du vor dem Lesen dieses Artikels schon eine ganze bestimmte spiegellose Systemkamera für Einsteiger im Sinn gehabt und fragst dich jetzt, warum wir diese nicht als eine der drei besten DSLMs für Anfänger aufgelistet haben. Da wollen wir natürlich für Klarheit sorgen. Im folgenden Abschnitt erklären wir kurz und knapp, was aus unserer Sicht gegen die anderen spiegellosen Systemkameras in der Preisklasse von unter 1.000 Euro spricht.

In diesem Zusammenhang möchten wir aber nochmal erwähnen, dass es inzwischen wirklich einige erstklassige DSLMs und somit sehr gute Alternativen zu unseren Produktempfehlungen gibt. Manche Kameras sind quasi auf Augenhöhe mit den Kameras, die wir empfohlen haben und es ist eher eine Sache des persönlichen Geschmacks, für welches Modell man sich entscheidet. Nur weil eine Systemkamera nicht weiter oben im Artikel genannt wird, heißt das also nicht automatisch, dass sie “schlecht” ist.

Sony A6000

Empfehlung: Sehr gute Kamera für ca. 500 Euro

Die Sony A6000 kostet inzwischen etwas weniger als 500 Euro und ist dementsprechend eine wirklich günstige Systemkamera für Einsteiger. Hätten wir neben der Canon EOS M100, Panasonic G81 und Fuji X-T30 noch eine vierte Kamera empfehlen wollen, wäre es vielleicht die A6000 gewesen. Vorteile im Vergleich zur Canon EOS M100 sind zum Beispiel der vorhandene Sucher und die schnellere Serienbildgeschwindigkeit.

Sony A6100

Für die Sony A6100 werden derzeit etwa 800 Euro inklusive Kit-Objektiv fällig. Da sollte man lieber 100 Euro mehr in die Hand nehmen und die bessere A6400 kaufen, auch wenn die A6100 grundsätzlich eine gute Kamera ist.

Canon EOS M200

Die Nachfolgerin der Canon EOS M100 hat natürlich einige Verbesserungen im Vergleich zur Vorgängerin zu bieten, zum Zeitpunkt dieses Artikels ist die EOS M200 aber mit mehr als 500 Euro unserer Meinung nach noch etwas zu teuer und die wenigen Neuerungen rechtfertigen diesen großen Preisunterschied nicht. Dann lieber die EOS M100 und eine zusätzliche Festbrennweite für das gleiche Geld kaufen oder gleich zur Canon EOS M50 greifen.

Canon EOS M50

Empfehlung: Sehr gute Kamera für ca. 500 Euro

Eine sehr gute Option und eine absolut empfehlenswerte Kamera. Vorteile im Vergleich zur EOS M100 und M200 sind der vorhandene Sucher, das beweglichere Display und die schnellere Serienbildgeschwindigkeit. Wem die EOS M100 und M200 etwas zu schwach auf der Brust sind, der greift zur M50.

Fuji X-A7

Die Fuji X-A7 ist eine sehr gute Kamera, an der uns eigentlich nur eine Sache stört: Sie hat keinen Sucher. Das heißt man kann hier nur über das Display fotografieren. Wen das aber nicht stört, der erhält für aktuell rund 750 Euro eine wirklich erstklassige Kamera mit toller Technik.

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Fuji X-T100

Empfehlung: Sehr gute Kamera für ca. 500 Euro

Die Fuji X-T100 kostet inklusive Objektiv rund 500 Euro, hat aber im Gegensatz zur X-A7 einen Sucher zu bieten. Klingt unlogisch? Nicht unbedingt, denn natürlich spart Fujifilm dafür an anderer Stelle. 4K-Videos gibt es beispielsweise nicht, auch sind Autofokus, Display und Bildqualität schlechter als bei der X-A7. Trotzdem ist die X-T100 für diesen Preis eine sehr interessante Kamera. Wer so günstig wie möglich ins Fuji System einsteigen will, der greift zur X-T100.

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Fuji X-T20

Wenn wir die Fuji X-T30 als beste Systemkamera für Einsteiger im 1.000 Euro Bereich empfehlen, dann kann die Fuji X-T20 als Vorgängerin ja nicht so schlecht sein, oder? Stimmt absolut. Allerdings ist die X-T20 inzwischen kaum noch verfügbar und die schlechte Verfügbarkeit sorgt auch für einen etwas zu hohen Preis.

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Olympus E-M10 Mark III

Eine interessante Alternative zur Panasonic G81, auch weil beide Kameras mit einem Micro-Four-Thirds-Sensor arbeiten. Bei einigen Kleinigkeiten liegt die E-M10 Mark III aber unserer Meinung nach knapp hinter der G81, zum Beispiel bei Videos, weshalb wir uns am Ende für die G81 entschieden haben.

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Schlusswort und Zusammenfassung

Wir fassen zusammen: Lass als Einsteiger immer die Finger von einer Kamera mit einem Vollformatsensor. Wenn man die Vollformatkameras und die Hersteller mit einem etwas mageren Objektivangebot aussortiert, dann kommen am Ende noch folgende Systemkameras für Einsteiger in Frage:

  • Canon EOS M Reihe (z.B. Canon EOS M100, M200, M50)
  • Sony A6000 Reihe (z.B. Canon EOS A6000, A6100, A6400)
  • Fuji X Reihe (z.B. Fuji X-A7, X-T100, X-T30)
  • Panasonic G Reihe (z.B. Panasonic G81, G70, GX80)
  • Alle Olympus Kameras

Wir würden absoluten Einsteigern, die ein günstiges und kompaktes Upgrade zum Smartphone suchen, zur Canon EOS M100 raten. In der Preisklasse von unter 450 Euro bekommt man aktuell nichts Besseres.

Im Bereich von 500 Euro sind die Canon EOS M50, die Sony A6000 und die Fuji X-T100 interessante Optionen. Hier spielen kleine technische Unterschiede unserer Einschätzung nach nur eine untergeordnete Rolle, vielmehr sollte den Ausschlag geben, mit welchem Hersteller man sich am wohlsten fühlt (Objektivauswahl berücksichtigen!) und welche Kamera am besten in der Hand liegt.

Im Bereich von rund 650 Euro tut sich unserer Meinung nach die Panasonic G81 hervor. Und wer bereit ist ca. 1.000 Euro in eine Kamera der Mittelklasse zu investieren, der sollte sich genauer mit der Sony A6400 und der Fuji X-T30 beschäftigen.

Ganz egal für welche Systemkamera du dich entscheidest, am Ende lassen sich mit jedem der in diesem Artikel genannten Modelle hervorragende Bilder schießen. Schließlich macht am Ende der Fotograf das Bild – und nicht die Kamera.

Hast du Fragen zu diesem Artikel oder brauchst Hilfe bei der Kaufentscheidung? Dann hinterlasse einfach einen Kommentar!


Dieser Artikel wurde im Januar 2020 komplett überarbeitet und auf den neusten Stand gebracht.

Im nächsten Update werden wir uns unter anderem mit der Fuji X-T200 beschäftigen. Diese wurde im Januar 2020 vorgestellt, ist im Moment aber noch zu teuer, um es in die Top 3 zu schaffen.

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 3.300 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

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