Das japanische Magazin Nikkei berichtet, dass Panasonics Kamerageschäft inzwischen an einem kritischen Punkt angelangt ist.
In den letzten Jahren gab es mehrfach Meldungen, dass es um Panasonics Kamerasparte nicht sonderlich gut bestellt ist. Im Herbst 2020 beispielsweise hat das japanische Magazin Nikkei berichtet, dass Panasonic größere Veränderungen innerhalb der Kamerasparte erwägt, Mitte 2021 kamen dann Gerüchte zu einem Rückzug aus der Kamerabranche hinzu. Diese Gerüchte hat Panasonic kurze Zeit später dementiert.
Am 11. Januar 2022 hat Nikkei einen neuen Report veröffentlicht, in dem nach einem vorangegangenen Gespräch mit Akira Toyoshima, General Manager der Entertainment & Communication Business Division von Panasonic, auf die aktuelle Situation des Unternehmens eingegangen wird. Die Überschrift des Berichts lautet: “Panasonics Kamerageschäft ist an einem kritischen Punkt angelangt, der Videobereich ist der Weg in die Zukunft.”
Hier die interessantesten Auszüge des Artikels, automatisch übersetzt mit DeepL:
Panasonic hat als erster Hersteller überhaupt eine spiegellose Systemkamera auf den Markt gebracht, auch war das Unternehmen das weltweit erste, das einen Bildstabilisator in die eigenen spiegellosen Kameras integriert hat. Schade, dass Panasonic diesen technologischen Vorsprung von vor 14 Jahren so schlecht ausnutzen konnte und inzwischen laut Nikkei nur noch 8 Prozent Marktanteile im spiegellosen Sektor hält. Kleine Randbemerkung: Nikon scheint, zumindest laut der Zahlen von Nikkei, noch schlechter dazustehen.
Die Gründe für die schlechten Verkaufszahlen alleine beim Micro-Four-Thirds-Format zu suchen halte ich für nicht ganz richtig. Schließlich hat Panasonic zusätzlich auch spiegellose Vollformatkameras im Angebot. Trotzdem steht das Unternehmen in Bezug auf die Marktanteile schlechter da als OM Digital, die ausschließlich Micro-Four-Thirds-Kameras verkaufen. Der Sensor alleine ist es also nicht.
Ein gutes Stichwort ist meiner Meinung nach “Marketingstrategie”. Es geht nicht immer darum, ob ein Produkt nun gut oder schlecht ist, für die Hersteller vielleicht noch wichtiger ist die Frage: Lässt sich das Produkt gut vermarkten und verkaufen? Für Panasonic scheint das im Bereich der spiegellosen Systemkameras zuletzt nicht wirklich gut funktioniert zu haben.
Zwischen den Zeilen lässt sich recht eindeutig herauslesen, dass Panasonic sich in Zukunft wohl (noch) stärker auf den Videobereich konzentrieren möchte. Das ist grundsätzlich nichts Neues, wirft aber die Frage auf, wie es mit den Kameras, die vom Schwerpunkt her im Bereich Fotografie angesiedelt sind, langfristig weitergehen wird.
Was braucht Panasonic eurer Meinung nach, um im Bereich der spiegellosen Systemkameras wieder vorne mitspielen zu können?