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Canon RF 300-600mm rückt näher, Ankündigung vor der WM möglich

Das seit Langem erwartete Canon RF 300-600mm taucht erneut in Gerüchten auf – und so langsam wird es wirklich Zeit.

Canon arbeitet offenbar weiter an einem Supertele-Zoom mit 300 bis 600 Millimetern Brennweite für das RF-System. Wie Canonrumors berichtet, wurde das Objektiv kürzlich erneut bei einem Händler-Meeting erwähnt. Einen konkreten Ankündigungstermin gibt es allerdings nach wie vor nicht. Die Angabe “kommt 2026” erinnert an das vergangene Jahr, als es noch “kommt 2025” hieß.

Beim Design sind laut den Gerüchten weiterhin zwei Varianten im Gespräch. Einerseits ein RF 300-600mm f/4-5.6L IS USM mit variabler Blende, über das wir bereits berichtet haben, andererseits eine Version mit durchgehender Blende von f/5.6 und VCM-Autofokus. Letztere Variante hält die Quelle für wahrscheinlicher. Ein Voice Coil Motor wäre bei einem Supertele-Zoom eine Premiere für Canon und würde zum aktuellen Trend passen, diese Technologie aus den L-Festbrennweiten auch auf Zoomobjektive zu übertragen.

Interessant ist der Hinweis, dass das Objektiv leichter ausfallen soll als erwartet. Ein möglicher Grund: Canon könnte auf sogenannte diffraktive Optik (DO) setzen. Diese spezielle Linsentechnologie ermöglicht kürzere und leichtere Konstruktionen, weil sie chromatische Aberrationen mit deutlich weniger Glaselementen korrigiert als herkömmliche Designs.

Canon hat DO bereits bei älteren EF-Objektiven wie dem EF 400mm f/4 DO erfolgreich eingesetzt. Nikon verfolgt mit seinen Phase-Fresnel-Objektiven (PF) einen ähnlichen Ansatz und zeigt mit kompakten Supertele-Linsen wie dem Z 600mm f/6.3, was mit dieser Technik möglich ist.

Canon dürfte das Objektiv strategisch vor der Fußball-WM im Juni positionieren wollen. Zumindest eine Entwicklungsankündigung gilt als realistisch. Das 300-600mm würde eine Lücke zwischen dem beliebten RF 100-500mm f/4.5-7.1L IS USM und den deutlich teureren Festbrennweiten schließen. Preislich rechnen Beobachter mit rund 6.500 bis 7.000 US-Dollar.

Beitragsbild (Symbolbild): Alexandru Tabusca

Jonathan Kemper

Hat Technikjournalismus studiert, bloggt seit einer gefühlten Ewigkeit vor allem über die neusten Entwicklungen der Mobil-Branche und fotografiert lieber mit kompakten Kameras.