Fans und Mitarbeiter von Nikon dürfen sich freuen, denn das Unternehmen hat offenbar genügend Budget für ein neues Hauptquartier in Tokio.
Die Verantwortlichen von Nikon können wieder etwas aufatmen. Nach besorgniserregenden Nachrichten, dass die Kamerasparte des japanischen Unternehmens im letzten Jahr einen “historischen Verlust” verzeichnen müsse, geht es langsam, aber sicher wieder bergauf. Die im August 2021 veröffentlichten Quartalszahlen ließen bereits die Hoffnung aufkommen, dass Nikon eine Art Befreiungsschlag gelungen sei. Diese Erfolgskurve scheint man beibehalten zu können, denn sonst gäbe es wohl nur wenig Gründe für den Traditionshersteller, in ein neues Hauptquartier in Japans Hauptstadt Tokio zu investieren. Dazu gleich mehr.
Anfang November 2021 hat Nikon die Zahlen für das 1. Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt, das im März 2022 endet. Bisher hat Nikon mit der Kamerasparte ein Plus von 12,5 Milliarden Yen, umgerechnet gut 95 Millionen Euro, erwirtschaftet. Die Umsatzerlöse seien nach Nikons eigener Analyse durch eine Verbesserung des Umsatzmixes mit einer Verlagerung zu Profi-/Hobbymodellen wie der Z fc, Z6 II und Z7 II gestiegen.
Für das 2. Halbjahr rechnet Nikon innerhalb des Imaging Products Business mit einem Gewinn von 2,5 Milliarden Yen, sodass das gesamte Geschäftsjahr dann mit einem Gewinn von ca. 15 Milliarden Yen (etwa 115 Millionen Euro) abgeschlossen werden soll.
Dass der Gewinn zuletzt deutlich erhöht werden konnte, liegt laut Nikon daran, dass die im vergangenen Geschäftsjahr vorgenommenen Wertminderungen auf langfristige Vermögenswerte keinen Einfluss hatten und zudem die Betriebskosten gesenkt werden konnten. Alle offiziellen Zahlen findet ihr hier.
Der erste Spatenstich des neuen Hauptsitzes soll bereits im Sommer 2022 gesetzt werden. Nicht einmal zwei Jahre später, nämlich Anfang 2024, will Nikon das Projekt beenden. Das Gebäude soll sechs Stockwerke besitzen und insgesamt knapp 13.000 Quadratmeter Fläche bieten.
Wie es sich für einen modernen Arbeitsplatz gehört, soll die Einrichtung flexible Arbeitsformen begünstigen und natürlich auch Wert auf eine umweltfreundliche und nachhaltige Bauweise legen. Auf ersten Visualisierungen lassen sich zum Beispiel einige Grünflächen entdecken, die in die Architektur integriert wurde. Über die Kosten, die durch den Neubau entstehen, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt nur spekulieren. Ein Experte, den PetaPixel zitiert, beziffert den Preis eines Gebäudes dieser Größenordnung auf etwa 600 Millionen US-Dollar. Das spricht dafür, dass sich Nikon optimistisch in die Zukunft bewegt.
Abgesehen von der Hauptgeschäftsstelle soll das Gebäude übrigens auch das Nikon-Museum beherbergen, das ihr in seiner aktuellen Form an dieser Stelle virtuell besuchen könnt.
Was meint ihr: Hat sich Nikon inzwischen gefangen – und wenn ja, woran hat’s gelegen?