Wer Makrofotografie liebt, aber sperrige Optiken hasst, dürfte aufhorchen. Eine neue Patentanmeldung zeigt, wie sich eine Makrooptik für den Transport verkleinern lässt.
Das Patent mit der Nummer P2026104790 wurde kürzlich von Asobinet entdeckt. Die Zeichnungen zeigen dabei einen Objektivtubus mit einem Schaltring, der drei Zustände definiert. Und zwar eine eingefahrene Transportposition, eine normale Aufnahmeposition und eine ausgefahrene Makroposition.
Der Ring treibt dabei mechanisch die Linsengruppen entlang der optischen Achse an. Im eingefahrenen Zustand zieht sich das Objektiv Richtung Kamera zurück, für normale Aufnahmen fährt es auf Standardlänge aus, für den Makrobereich lässt es sich per Dreh am Ring noch weiter ausfahren. Jede Position bringt laut Patent eine eigene Entfernungsskala mit, damit die Fokussierung in allen drei Modi präzise bleibt.
Klassische Makroobjektive behalten ihre volle Baulänge auch dann, wenn ihr sie nicht in Gebrauch habt. Das ist beim Transport unpraktisch, besonders für alle, die mit kleinerer Fototasche unterwegs sind oder bewusst leicht packen wollen. Ein einziehbares Design würde genau dieses Problem lösen.
Retractable-Objektive gibt es bereits von anderen Herstellern, etwa Nikons Z 24-50mm f/4-6.3 und Z 26mm f/2.8, Canons RF-S 18-45mm f/4.5-6.3 oder Sonys 16-50mm f/3.5-5.6 OSS. Keines davon ist jedoch ein Makroobjektiv. Panasonics Ansatz kombiniert die einziehbare Bauweise erstmals mit echter Makrofunktion. Auch Laowa ist mit dem kompakten 65mm f/2.8 2x Ultra Macro in eine ähnliche Richtung unterwegs, allerdings ohne einziehbaren Tubus.
Panasonics aktuelles Makroobjektiv für L-Mount, das Lumix S 100mm f/2.8 Macro, gilt als sehr guter Performer im L-Mount-System. Sollte Panasonic aus dem Patent ein Serienobjektiv ableiten, das kürzer als die aktuellen 82mm Baulänge des 100mm-Macro ausfällt, wäre das ein interessanter Fortschritt für die Systemgröße.
Wie bei Patenten üblich, ist offen, ob und wann die Technik tatsächlich in ein Serienprodukt einfließt. Die Detailtiefe der Zeichnungen deutet aber darauf hin, dass Panasonic hier ein konkretes Problem lösen will und nicht nur auf Vorrat patentiert. Falls ihr noch keine Berührungspunkte mit Makrofotografie hattet, können wir euch unsere Artikelserie zum Thema ans Herz legen.
Würdet ihr für ein einziehbares Makroobjektiv Kompromisse bei Baulänge oder Lichtstärke in Kauf nehmen, wenn ihr dafür mehr Platz in der Tasche spart?