Kameras

Panasonic S1 II: Dynamikumfang laut Tests deutlich besser als bei der Nikon Z6 III

Sowohl die Panasonic S1 II als auch die Nikon Z6 III arbeiten mit einem teilgestapelten 24,1-Megapixel-Sensor, aus dem Panasonic aber scheinbar einen deutlich besseren Dynamikumfang herausholt.

Mit der S1 II geht Panasonic, ähnlich wie Nikon mit der Z6 III, einen spannenden Weg: Die spiegellose Vollformatkamera setzt auf einen teilgestapelten 24,1-Megapixel-Sensor, bei dem nur bestimmte Schaltkreise unter der Pixelmatrix platziert sind. Das sorgt für eine effizientere Datenverarbeitung, ohne die Bildqualität zu sehr zu kompromittieren – und spart im Vergleich zu vollständig gestapelten Sensoren zudem auch Kosten. 

Teilgestapelte Sensoren bieten damit scheinbar einen guten Kompromiss aus Leistung, Energieeffizienz und Produktionsaufwand, bei gleichzeitig hoher Bildqualität.

Dynamikumfang der Panasonic S1 II

Wie leistungsfähig dieser Sensor ist, zeigen aktuelle Messwerte: Laut Photons to Photos erreicht die S1 II einen maximalen Photographic Dynamic Range (PDR) von 11,75 Blendenstufen. Damit liegt sie auf ungefähr Augenhöhe mit der Canons EOS R3 und dicht hinter Mittelformatmodellen wie der Fujifilm GFX100 II – ein beachtlicher Wert für eine Kamera ihrer Klasse. Panasonic beweist damit, dass teilgestapelte Sensoren das Potenzial haben, die neue Referenz in der Mittelklasse zu werden.

© William J. Claff

Beachtlich ist außerdem, dass es Panasonic dem Testbericht zufolge schafft, aus dem teilweise gestapelten Sensor einen deutlich besseren Dynamikumfang als Nikon bei der Z6 III herauszuholen. Vor allem im Bereich unterhalb von ISO 800 ist der Unterschied wirklich beachtlich und beträgt ungefähr eine Blendenstufe.

Wie genau dieser Unterschied zustande kommt, können wir aus der Ferne natürlich nicht genau erkennen. Verantwortlich sein dürfte vor allem eine andere Priorisierung der beiden Hersteller (bessere Auslesegeschwindigkeit vs. besserer Dynamikumfang), auch eine interne Rauschreduzierung würde sich auf den Dynamikumfang auswirken. Diese wird bei Photons to Photos in den Diagrammen aber normalerweise mit einem kleinen Dreieck gekennzeichnet, wie zum Beispiel bei den Messergebnissen der EOS R3.

Mehr Spielraum durch besseren Dynamikumfang

Ein hoher Dynamikumfang bringt euch in der Praxis echte Vorteile. Ihr könnt in kontrastreichen Situationen, etwa bei Gegenlicht oder in Landschaften, mehr Zeichnung in den Schatten und gleichzeitig gut durchgezeichnete Lichter erhalten – ohne Bildrauschen oder Überstrahlungen zu riskieren. Besonders bei Low-Light-Aufnahmen oder bei der Arbeit mit Log-Profilen habt ihr so deutlich mehr Reserven in der Nachbearbeitung.

Die Panasonic S1 II besitzt zudem einen DR-Boost-Modus, der bei Videoaufnahmen mit weniger als 30 Bildern pro Sekunde den Dynamikumfang sogar auf bis zu 15 Blendenstufen erweitert. Wenn ihr ruhige Szenen filmt, könnt ihr so einen besonders natürlichen Look mit weichen Übergängen zwischen Licht und Schatten erzeugen. Allerdings müsst ihr bedenken, dass sich bei diesem Modus die Auslesegeschwindigkeit deutlich verringert. 

Wie steht ihr bisher zu teilweise gestapelten Sensoren? Denkt ihr diese werden sich langfristig durchsetzen?

via PetaPixel / Chart: Photons to Photos

Jürgen Wolf

Jürgen Wolf ist seit über zwei Jahrzehnten als Autor von Büchern und Artikeln zum Thema Fotografie tätig. Im Einsatz verwendet er bevorzugt Kameras von Fujifilm und Sony und bietet Fotoreisen in Mexiko an, wo er mittlerweile auch einen Großteil seines Lebens verbringt.