Sony zeigt einen seiner größten Kinosensoren überhaupt. Filmemacher sollen ihre Venice 2 damit aufrüsten können.
Sony entwickelt mit dem Rialto 65 einen neuen Bildsensorblock, der die Kinokamera Venice 2 auf ein 65-mm-Format hebt. Statt einer komplett neuen Kamera bringt der Hersteller ein Modul, das an die bestehende Venice 2 andockt und sie in eine Großformat-Kinokamera verwandelt. Der Marktstart ist für die erste Jahreshälfte 2027 geplant.
Der Rialto 65 lässt sich direkt am Gehäuse der Venice 2 montieren oder über ein Kabel davon getrennt betreiben. Das Prinzip kennt man bereits vom Venice Extension System, das Sensor und Body voneinander löst und so flexiblere Aufbauten am Set erlaubt.
Der Sensor misst rund 64,6 mm in der Diagonale, bei einer Breite von 53,75 mm und einer Höhe von 35,83 mm im Seitenverhältnis 3:2. Die Angabe 65-mm-Format meint dabei eine Formatklasse aus dem Kinofilm, nicht die Sensorbreite. Vorgesehen ist eine 9,6K-Aufzeichnung im 3:2-Open-Gate, also über die gesamte Sensorfläche, was im Schnitt mehr Spielraum zum Beschneiden lässt. Genaue Angaben zu Frameraten, Codecs und Pixelzahl nennt Sony noch nicht.
Nach Sonys Angaben bietet der Sensor etwa die 2,2-fache lichtempfindliche Fläche eines Vollformatsensors. Die Venice 2 arbeitet bisher mit wechselbaren Vollformatsensoren. Bei gleichem Bildausschnitt und gleicher Blende fängt die größere Fläche mehr Licht ein und ermöglicht eine geringere Tiefenschärfe.
“Es ermöglicht Kameraleuten, sowohl feine Charakterdetails als auch weite räumliche Tiefe einzufangen, und verleiht dem visuellen Erzählen eine eindringlichere, geradezu epische Präsenz, wie sie nur das Großformat bietet”, beschreibt Sony das Ziel.
Zum Vergleich: Das 3:2-Seitenverhältnis ist breiter gestreckt als das 4:3 üblicher Digital-Mittelformatkameras. Den 43,8 x 32,9 mm großen Sensor, wie ihn die Hasselblad X2D 100C mit 100 Megapixeln und Fujifilms GFX-Reihe mit 102 Megapixeln nutzen, übertrifft der Rialto 65 in Breite und Höhe.
Damit kein Objektiv überfordert wird, soll der Block laut Sony mehrere Auslesemodi unterstützen und so auch Optiken mit engerem Bildkreis einbinden. Welche Objektivanschlüsse der Rialto 65 akzeptiert, hat Sony aber noch nicht genannt. Wie relevant das ist, zeigt Zeiss’ Panoptes 65: Die Reihe von 65-mm-Objektiven deckt einen Bildkreis von 59,9 mm ab und liegt damit unter der 64,6-mm-Diagonale des Rialto 65.
Dedizierte Großformat-Kameras gibt es bereits mit der Blackmagic Ursa Cine 17K 65 sowie den Arri-Modellen Alexa 65 und Alexa 265. Solche Workflows bleiben vor allem im professionellen Cine-Umfeld zu Hause, auch wenn Fujifilm und Blackmagic die Einstiegshürde zuletzt gesenkt haben.
In Sonys CineAlta-Reihe ordnet sich die Venice 2 oberhalb kompakterer Modelle wie der Burano ein, die mit einem 8,6K-Vollformatsensor arbeitet. Am kompakten Ende kursierte zudem kürzlich zur FX3 II ein Gerücht über einen Doppelprozessor und einen Global Shutter, belastbare Daten fehlen dazu aber noch.
Erste Eindrücke zum Rialto 65 dürfte die Cine Gear Expo liefern, die am 5. Juni 2026 in Los Angeles beginnt. Konkrete Preise nennt Sony noch nicht, ebenso bleibt die endgültige Ausstattung bis zum Marktstart offen.