Bei der Canon EOS RP mehren sich die Hinweise auf ein nahendes Aus. Ein Nachfolger ist bislang nicht in Sicht.
Die Canon EOS RP, die kleinste und günstigste spiegellose Vollformatkamera des Herstellers, steht offenbar vor dem Aus. Die japanische Webseite Asobinet hat mehrere Anzeichen zusammengetragen, die auf ein baldiges Produktionsende hindeuten. Im japanischen Onlineshop von Canon ist das Gehäuse inzwischen als nicht mehr verfügbar markiert, sowohl als Neuware als auch als generalüberholtes Modell.
Die EOS RP wäre nicht das erste Modell, das Canon momentan aus dem Programm nimmt. Erst kürzlich ließ der Hersteller die erste EOS R5 auslaufen und schloss mit der EOS 5D Mark IV das letzte Kapitel der 5D-Reihe.
Wichtig dabei: Eine solche Markierung ist nicht zwangsläufig eine offizielle Einstellung. Händler in Japan und den USA verwenden den Hinweis teils schon, wenn lediglich kein Nachschub mehr bestellt werden kann. Und selbst nach einem bestätigten Produktionsende dauert es erfahrungsgemäß Monate, bis die Lager der Händler geleert sind.
Vorgestellt wurde die EOS RP im Februar 2019 zu einer UVP von damals 1.499 Euro. Mit einem 26,2-MP-Sensor, Dual-Pixel-Autofokus der ersten Generation und einem Gewicht von rund 440 Gramm war sie der günstigste Einstieg in Canons RF-System. Oberhalb der RP positioniert Canon inzwischen die EOS R8, die beim Autofokus und im Video deutlich mehr bietet. Einen direkten Nachfolger für die RP hat Canon nicht angekündigt.
Für die limitierte Sonderedition “EOS RP (Gold)” endet der Reparaturservice in Japan laut Canon im Juni 2026. Für das reguläre Modell nennt der Hersteller bislang kein Datum. Wer noch eine RP als Neuware sucht, hat dafür voraussichtlich noch etwas Zeit, sollte sich aber nicht zu lange darauf verlassen.
Soll es Vollformat bleiben, ist die EOS R8, die man manchmal schon für unter 1.000 Euro bekommt, der naheliegende Schritt. Sie nutzt den 24,2-MP-Sensor der EOS R6 Mark II, bietet einen deutlich schnelleren Autofokus mit Motiverkennung und 4K60 ohne Aufnahmelimit. Beachten solltet ihr, dass auch hier ein Wechsel anstehen könnte: Laut aktueller Gerüchtelage ist bereits für Ende August eine EOS R8 Mark II mit Retro-Design im Gespräch.
Günstiger und kompakter wird es im APS-C-Bereich. Die EOS R100 ist ab etwa 450 Euro das preiswerteste RF-Gehäuse, fällt beim Autofokus und beim Display aber spürbar ab. Ein ausgewogeneres Paket bietet die EOS R50 für rund 650 Euro mit modernem Autofokus und Schwenkdisplay. Die EOS R10 (um die 800 Euro) richtet sich an alle, die schnellere Motive ablichten wollen, hier ist allerdings eine EOS R10 Mark II für Ende 2026 in Vorbereitung.
Insgesamt sortiert Canon sein Programm gerade neu. Das APS-C-Flaggschiff EOS R7 Mark II hat sich Berichten zufolge auf 2027 verschoben, während im Vollformat eher die EOS R8 als Nächstes einen Nachfolger bekommen dürfte. Wie es bei Canon in den nächsten Monaten weitergeht, haben wir an anderer Stelle zusammengefasst.