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A7 V, RX1R III, E-Mount: Sony “beantwortet” die drängendsten Fragen

Auch auf konkrete Fragen kann man unkonkrete Antworten geben, wie Sony mit seinem jüngsten Interview mal wieder beweist.

Auf der CP+ 2026 in Yokohama konnte das französische Fotomagazin Phototrend mit Yu Takae sprechen, Senior Manager der Produktplanung für Wechselobjektivkameras bei Sony. Die im Dezember 2025 vorgestellte A7 V verkaufe sich seit dem Start in allen Regionen konstant gut, so Takae. Das Modell richtet sich an ein breites Publikum. Laut Sony sei die A7 V “die ideale Wahl für Nutzer, die alltägliche Momente kreativ festhalten möchten, denen Reaktionsgeschwindigkeit wichtig ist und die eine Weiterentwicklung ihres fotografischen Erlebnisses suchen.”

Dass die Markteinführung später erfolgte als von vielen erwartet – Beobachter hatten mit einem Launch Ende 2024 gerechnet –, begründete Takae lediglich damit, dass man den Zeitplan anhand vieler Parameter festlege, um den besten Moment zu finden

Warum die Videofunktionen im Vergleich zur Konkurrenz zurückhaltend ausfallen, etwa ohne 6K, OpenGate oder internes RAW, antwortete Takae ausweichend. Man bestimme die Spezifikationen mit Blick auf den Gesamtwert des Produkts. “Wir schätzen es aufrichtig, diese verschiedenen Anforderungen zu erhalten, denn wir sehen sie als Ausdruck der Erwartungen, die Videografen in Sony setzen”, so Takae. Die Rückmeldungen wolle man in die künftige Produktplanung einfließen lassen. Auch zur Frage, wie Sony die 16 Blendenstufen Dynamikumfang beim mechanischen Verschluss erreicht hat, wollte Takae keine technischen Details nennen.

RX1R III: Rückkehr nach zehn Jahren

Überraschend hat Sony mit dem RX1R III die Kompaktkamera-Reihe mit Vollformatsensor wiederbelebt. Der Vorgänger RX1R II stammte noch aus dem Jahr 2015. Laut Takae habe man auf viele Anfragen reagiert: “Während die Alpha-Serie über die Jahre weiterentwickelt wurde, haben wir zahlreiche Anfragen von Profis und führenden Kreativen weltweit erhalten, die ungeduldig auf ein Nachfolgemodell warteten.”

Das neue Modell kombiniert das bewährte Zeiss-Objektiv mit einem hochauflösenden Sensor auf dem Niveau der A7R V, dem Bionz-XR-Prozessor und einer KI-Recheneinheit. Kritik an fehlendem Bildstabilisator und dem festen Display kommentierte Takae nur knapp: Man bestimme die Spezifikationen mit Blick auf den Gesamtwert und die Ausgewogenheit des Produkts.

APS-C und A7S: Keine konkreten Pläne

Zum APS-C-Segment gab sich Sony zurückhaltend. Die A6700 von 2023 und die ältere A6400 verkauften sich weiterhin gut, man beobachte den Markt aufmerksam.

Ähnlich vage blieb Takae zum möglichen Nachfolger der A7S III: Die S-Serie verzeichne weiterhin regelmäßige Verkäufe und werde von Kreativen für Foto und Video genutzt, konkrete Aussagen zu künftigen Produkten wollte er aber nicht machen.

E-Mount: Offenes System

Beim Objektivsystem betonte Sony die kontinuierliche Erweiterung. Die G-Master-Reihe stehe für überlegene optische Leistung und Geschwindigkeit in kompaktem Format, während lichtstarke Zooms mit Blende f/2 neue Möglichkeiten bieten sollen. Zur wachsenden Präsenz chinesischer Hersteller wie Viltrox, 7Artisans oder TTArtisan, die momentan etwa im Clinch mit Nikon liegen, äußerte sich Takae diplomatisch: “Die Basisspezifikationen der E-Mount-Schnittstelle werden über etablierte Verfahren kommuniziert, und weder die Offenlegungspolitik noch die Spezifikationen selbst haben sich seit der Bekanntmachung 2011 geändert.” Eine Unterscheidung zwischen traditionellen Drittanbietern wie Sigma oder Tamron und neueren Herstellern aus China deutete er damit nicht an.

Jonathan Kemper

Hat Technikjournalismus studiert, bloggt seit einer gefühlten Ewigkeit vor allem über die neusten Entwicklungen der Mobil-Branche und fotografiert lieber mit kompakten Kameras.