Leica

Leica M11 hat den besten Vollformatsensor laut DxOMark

Leica hat mit der M11 vor Kurzem ein lang erwartetes Kameramodell vorgestellt, jetzt trudeln die ersten Testergebnisse ein.

Nur Mittelformatkameras sind besser

DxOMark hat nicht nur ein renommiertes Ranking für die Kamerasensoren von Smartphones, sondern beschäftigt sich natürlich auch mit den großen Geräten. Jetzt gibt es einen Neuzugang in der Liste der ihrer Meinung nach besten Vollformat-Sensoren: die Leica M11. Auf den weiteren Plätzen in der Top 5: Panasonic Lumix DC-S1R, Nikon D850, Sony A7R III und Nikon Z7 II.

Das neuste Modell des deutschen Herstellers wartet unter anderem mit einem viel beachteten 60-MP-Sensor auf, der von DxOMark in den Kategorien Farbtiefe, Dynamikumfang und Low-Light-ISO auf die Probe gestellt und mit der Sony A7R IV (weil sie mit einem ähnlichen 61-MP-BSI-CMOS-Sensor ausgestattet ist) sowie der Leica M10 (dem Vorgängermodell) verglichen wird. Insgesamt erzielt die Leica M11 eine Punktzahl von 100, wobei 102 das aktuelle Maximum darstellt (Hasselblad X1D-50c).

Besonders hohe Farbtiefe im niedrigen ISO-Bereich

Dem Benchmark zufolge weise der Sensor in der Leica M11 (bei ISO 64) eine sehr hohe Farbtiefe von 26,3 Bit auf. Die neue Leica M11 habe außerdem einen hohen maximalen Dynamikumfang von fast 15 Blendenstufen (14,8 EV) bei der gleichen ISO-Einstellung. In der Kategorie Sport (Low-Light-ISO), die auf der Grundlage bestimmter Schwellenwerte für Rauschen (SNR), Farbtiefe und Dynamikumfang berechnet wird, schneide die Leica M11 bei ISO 3361 “recht gut” ab.

Leica M11 auf Augenhöhe mit Sony A7R IV

Die niedrige Basis von ISO 64 helfe der Leica M11, “das letzte Quäntchen Farbtiefe aus dem Sensor herauszuholen”. Der Unterschied zur Sony A7R IV betrage auf dieser Grundlage jedoch nur +0,3 Bit. “Dennoch zeigen die beiden ein ähnliches Ansprechverhalten über den gesamten Empfindlichkeitsbereich, wenn auch mit einem kleinen Anstieg in der Kurve der A7R IV ab ISO 25.600, was hauptsächlich den erweiterten Werten bei hohen ISO-Werten entspricht”, stellen die Experten fest.

Auch in puncto Dynamikumfang ist die Leica M11 dem Benchmark zufolge auf einem ähnlichen Level wie die Sony A7R IV. In diesem Fall bringe die niedrigere native Basis der Leica keinen Vorteil gegenüber der Sony bei ihrer echten Basis von ISO 100, da beide einen maximalen Dynamikumfang von 14,8 EV aufweisen würden. In der dritten Disziplin “Sport” sind Leica M11 (ISO 3.376) und Sony A7 R IV (ISO 3.344) praktisch gleichauf.

Deutliche Verbesserungen gegenüber Leica M10

Gegenüber der Leica M10 könne laut DxOMark jedoch vor allem bei niedrigen ISO-Werten eine “deutliche Verbesserung” bezogen auf die Farbtiefe beobachtet werden. Genauso ist der Dynamikumfang optimiert worden, über den gesamten ISO-Bereich liegt die M11 mehr als 1 EV höher.

Unterm Strich nennen die Tester die Leica M11 die “am meisten verfeinerte Version der digitalen Messsuchermodelle vom Typ M”, was einerseits an der führenden Sensorleistung, andererseits an der vereinheitlichten Bedienung liege. Zwar sei die Leica M11 mit einer UVP von 8.350 Euro bestimmt keine günstige Kamera, doch könne man nicht behaupten, dass es der Leica M11 in irgendeiner Weise an etwas fehlt: “Jeder, der im Bereich der Dokumentation, der Straßenfotografie, der Porträtfotografie und der Landschaftsfotografie tätig ist, wird sie haben wollen.”

Jonathan Kemper

Hat Technikjournalismus studiert, bloggt seit einer gefühlten Ewigkeit vor allem über die neusten Entwicklungen der Mobil-Branche und fotografiert lieber mit kompakten Kameras.