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Sony A9 Tests: „Das Anfang vom Ende für DSLRs“

Die ersten echten Testberichte zur Sony A9 sind online! Wir fassen Meinungen und Reviews von verschiedenen Fotografen zusammen.

Sony A9: Neue Testberichte sind online

Schon kurz nach der Präsentation der Sony A9 haben zahlreiche Einschätzungen zur neuen DSLM den Weg ins Netz gefunden, doch erst seit dem 27. April ist es Fotografen erlaubt, ausführlichere Reviews zur Sony A9 zu veröffentlichen. Inzwischen haben zahlreiche Fotografen und Magazine Testvideos und neue Artikel online gestellt. Das bedeutet für uns, dass es mal wieder an der Zeit ist, die wichtigsten Aussagen der Tests zusammenzufassen – auch wenn viele Testberichte noch nicht vollständig sind und beispielsweise ausführliche Tests zur Bildqualität unter Studiobedingungen fehlen.

Viel Lob und wenig Kritik von Tony Northrup

Tony Northrup zeigt sich in vielerlei Hinsicht beeindruckt von der Sony A9. Besonders wichtig ist in seinen Augen die Möglichkeit, lautlos fotografieren zu können. Das bezeichnet er als „huge thing“ und wirft in den Raum, ob die Sony A9 vielleicht die ideale Kamera für Hochzeits- oder Kozertfotografen sein könnte.

Der Sucher, der auch bei voller Serienbildgeschwindigkeit ein absolut flüssiges Bild zeigt, entlockt Tony Northrup folgende Aussage:

Ich weiß nicht wie ich jemals zurück zu einer DSLR gehen soll!

Außerdem ist er begeistert vom Sony A9 Autofokus und auf dem Eye-Autofokus, sodass er die A9 in Bezug auf den AF insgeamt in einer Kategorie mit Kameras wie der D5, 1D X Mark II oder D500 sieht, die bisher mit dem weltweit besten Autofokus zu überzeugen wussten.

Wie wir inzwischen alle wissen hat Sony bei der Akkulaufzeit der Sony A9 nachgebessert. In der Praxis bedeutete das im Falle von Tony Northrup, dass er fünf Stunden lang rund 6.500 Bilder schießen konnte und der Akku noch nicht leer war – das sind Werte, mit denen man sich als Profi anfreunden kann.

Das klingt soweit alles ziemlich positiv, doch es gibt auch Kritik: So braucht der Zwischenspeicher unter Umständen zum Beispiel mehr als 2 Minuten, bis er komplett leer geschrieben wurde – und in dieser Zeit ist die Kamera nur eingeschränkt nutzbar. Des Weiteren sind die Möglichkeiten des Touchscreens beschränkt und die Balance bei langen Brennweiten ist nicht optimal. Zudem scheint die Bildqualität etwas schlechter als bei der Sony A7r II zu sein. Positiv ist allerdings, dass Northrup den Autofokus der Sony A9 auch bei 400mm mit dem neuen Objektiv noch auf einem Niveau mit der Nikon D5 sieht. Hier das komplette Video von Tony Northrup:

Enttäuschungen im Video-Bereich

Jordan von TheCameraStoreTV, der sich bekanntlich vor allem im Video-Bereich extrem gut auskennt, hebt bei der Sony A9 einen großen Vorteil und einen großen Nachteil hervor.

Der größte Vorteil: Die Bildqualität bei Videos ist sowohl im Full-Frame-Modus als auch im Super-35-mm-Format absolut erstklassig, was bisher bei anderen Sony Kameras nicht der Fall war. Absolut enttäuschend („I think this is madness“) ist seiner Meinung nach aber, dass Sony die Picture Profiles und Dinge wie S-Log – eigentlich große Stärken von Sony Kameras im Video-Bereich – bei der A9 komplett gestrichen hat! Sony möchte die Kamera anscheinend primär als Fotokamera verkaufen. Hier Jordans Einschätzung im Video:

Dan Watson bestätigt viele Aussagen von Jordan und Tony und sieht die Sony A9 als „das Anfang vom Ende für DSLRs“. Doch er hebt hervor, dass er mit dem etwas zu kleinen Gehäuse der A9 nicht ganz glücklich ist und es für Sony außerdem im Objektiv-Bereich noch einiges zu tun gibt, um mit Canon und Nikon wirklich mithalten zu können:

Weitere Testvideos zur Sony A9


Übrigens: Die Sony A9 kann schon jetzt in Deutschland vorbestellt werden, zum Beispiel hier bei Calumet Photografic.

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Student, freiberuflicher Redakteur und Gründer von Photografix, der seit einigen Jahren im Netz unterwegs ist und sich für beinahe alles begeistern kann, was irgendwie mit Technik zu tun hat.

10 Kommentare

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  • Das Ende der DSLR ist nach meiner Meinung noch nicht soweit.
    Wir müssen warten,wie Nikon und Canon reagieren.Natürlicht macht Sony
    ein Riesennschritte nach vorne in Richtung Sportfotografie.Die Kamera ist rundum
    gelungen.Nur verstehe ich gar nicht,Warum der Erfinder der schnellen XQD Karte doch für zwei SD Kartenschächte
    entschieden hat.

    • Ah, danke für die Ergänzung mit den XQD-Karten! Das wurde in den Videos auch kritisiert. LG, Mark

  • Welche Objektive erreichen die 20 fps ? Man sieht immer nur die neuesten, vorallem das unhandliche 100-400. Wie steht es mit den älteren Modellen (vorallem die beiden 70-200 (mit f 2.8 bzw. f 4.0) und wie schnell sind die Objektive mit Converter ?

  • Mit Nikon D500 und Lexar XQD Karte und 10 B/S arbeitet die Kamera viel flotter
    als die A9 mit langsamer SD Karte.Besonders der langsame Buffer ?
    Warum hat Sony diesen Fehler nicht erkannt?

  • Naja, das Ende der Spiegelreflexkameras wird wahrscheinlich noch lange nicht kommen, aber es werden (und gibt ja schon) sicher interessante Varianten von spiegelosen Kameras kommen. Ich würde eine geräuscharme Kamera mit einem Sensor à al Canon 5D Mark IV sofort zulegen, aber als Ergänzung und nicht als Ersatz für die Spiegelreflexkamera. Ich besitze bereits eine M5, die ist aber leider etwas laut, sonst aber sehr brauchbar. Auch im Mittelformat tut sich ja einiges in Sachen spiegelos mit Fuji und Hasselblad. Die Fuji konnte ich einen halben Tag testen, eine hervorragende, verhältnismässig kleine und leichte Kamera (für Mittelformat), nur etwas ist schlecht und „zerstört“ für mich die ganze Kamera: die Blitzsynchronzeit von 1/125 s. Ein no-go für eine Kamera in diesem Segment. Bei Hasselblad muss man sicher Software-mässig nachbessern, dann ist es aber eine hervorragende „Reise-Mittelformatkamera“. Sicher werden in naher Zukunft Vollformat-Spiegellose von Canon oder Nikon kommen. Bei Sony kann ich nicht mitreden, aber für Sportfotografen, wie ich sie kenne, ist die A9 einfach zu klein. Die wollen eine „rechte“ Machine in den Händen haben.

    • Natürlich ist das Ende der DSLR noch nicht gekommen, dazu gibt es zu viele Objektive und Besitzer, die dieses Systeme zufrieden benutzen! Das ist zugleich das sehr große Problem für CANON und NIKON, wie werde ich die Geister wieder los, die ich mal rief! Von den bereits verkauften Kameras/Objektiven kann der Kamin nicht weiter rauchen. Ergo, wird man nicht daran herum kommen, sich dem in der Herstellung profitableren Mirrorless zu beschäftigen, denn sonst gehen da die Lichter aus!

      Alle Retrofokus-Objektive kann man per Adapter im Prinzip per Smartadapter an den neueren SONY A7/9 mit leichten Einschränkungen problemlos weiter verwenden. Das spart schon ein Menge Pulver!

  • die a9 wird wieder am AF kranken so wie jede DSLM. erkaufte vorschuss lorbeeren a la tony northrupp & co gibt es doch beim launch jeder neuen kamera. 😀 und täglich grüßt das murmeltier.

    • „jede DSLM“ würde ich einschränken. Die Schnelligkeit und Treffsicherheit des AF der Lumix GH2 sogar noch bei Kerzenlicht wird von manchen DSLRs noch nicht einmal heute erreicht (verglichen mit Nikon D800 und Canon 70D). Aber das Sony ein Problem mit dem AF hat, ist mir bis heute die größte Gram (LA EA 4 an der A7 M2, ein Trauerspiel)…