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Für unter 500 €: Tamron 16-50mm f/2.8 begeistert die ersten Tester

Das neue Tamron 16-50mm f/2.8 A verspricht viel Leistung für wenig Geld. Wir fassen die ersten Reviews zusammen und ordnen das Objektiv im Vergleich zur Konkurrenz ein.

APS-C-Fotografen werden gerade verwöhnt. Erst vor wenigen Tagen hatte Sigma das 50-120mm f/2.8 für APS-C enthüllt, jetzt bringt Tamron mit dem 16-50mm f/2.8 A ein lichtstarkes Standardzoom für gleich vier Kamerasysteme (Canon RF, Nikon Z, Sony E, Fuji X). Verschiedene Medien konnten das Objektiv bereits vor der Markteinführung testen – und wir schauen uns jetzt an, was die ersten Reviews verraten.

Vorab nochmal eine kurze preisliche Einordnung: Das neue Tamron 16-50mm f/2.8 A bewegt sich je nach Bajonettanschluss zwischen 469 Euro und 499 Euro. Alle technischen Details könnt ihr in unserer News zur Neuheit nachlesen.

Schärfe überzeugt auf ganzer Linie

Chris Niccolls hat das Objektiv für PetaPixel unter die Lupe genommen und zeigt sich von der Schärfe beeindruckt. Schon bei Offenblende liefere das Objektiv im Bildzentrum exzellente Ergebnisse, bei 50 mm sei die Detailwiedergabe besonders gleichmäßig über das gesamte Bild. Die Ecken bei 16 mm seien bei f/2.8 erwartungsgemäß etwas weicher, ab f/5.6 aber bereits gut nutzbar. Bei 50 mm verhalten sich Bildzentrum und Ecken wohl fast identisch. Bryan Carnathan von The Digital Picture bestätigt diese Beobachtungen.

Bokeh und Flare mit kleinen Schwächen

Beim Bokeh gehen die Meinungen leicht auseinander. Niccolls beschreibt die Hintergrundunschärfe als solide, aber nicht herausragend. Hillary Grigonis von Digital Camera World urteilt hier positiver und beschreibt das Bokeh als gelungen, besonders bei 50 mm und kurzer Aufnahmedistanz.

Beim Thema Flare zeigt sich das Tamron dank BBAR-G2-Vergütung weitgehend kontrolliert. Niccolls bemerkt allerdings leichtes Ghosting bei stärker abgeblendeten Aufnahmen. Auch leichte chromatische Aberrationen in unscharfen Bereichen seien sichtbar, in der Praxis aber kaum relevant.

Verarbeitung und Handling

Beim Handling fällt die minimale Ausstattung auf. Das Objektiv verzichtet komplett auf physische Schalter oder Tasten, es gibt lediglich einen Zoom- und einen Fokusring. Was dem einen Fotografen zu wenig ist, dürfte den anderen freuen, denn das Gehäuse bleibt dadurch schlank und aufgeräumt.

Die Verarbeitung sei hochwertig und die Abdichtung gegen Feuchtigkeit überzeuge. Grigonis vergleicht das Gewicht mit dem eines Kit-Objektivs, betont aber, dass die f/2.8-Blende einen deutlichen Unterschied mache.

Autofokus schnell und leise

Einigkeit herrscht beim Autofokus. Der VXD-Linearmotor arbeite schnell, präzise und leise, was das Objektiv gleichermaßen für Foto und Video qualifiziere. Niccolls hebt hervor, dass Tamron hier einen leistungsfähigeren Motor verbaut als die bei günstigen Objektiven üblichen Schrittmotoren. Focus-Tracking und Motiverkennung funktionierten einwandfrei.

Wo steht das Tamron im Vergleich?

Das Segment der lichtstarken APS-C-Standardzooms ist in den letzten Jahren gewachsen. Die wichtigsten Konkurrenten haben wir in der Tabelle unten zusammengefasst.

Der direkteste Konkurrent ist das Sigma 18-50mm f/2.8 DC DN. Das Tamron bietet 2 mm mehr Weitwinkel und einen schnelleren VXD-Linearmotor statt eines Schrittmotors. Außerdem ist es an mehreren Stellen abgedichtet, das Sigma dagegen nur am Bajonett. Das Sigma kontert mit einem deutlich höheren Abbildungsmaßstab von 1:2,8 statt 1:4,5 und ist minimal kleiner und leichter.

Das Nikkor Z DX 16-50mm f/2.8 VR ist sehr ähnlich und liefert laut Niccolls ein noch schöneres Bokeh. Sein großer Vorteil ist der Bildstabilisator. Das zählt vor allem an Kameras wie der Z50 II, Zfc und Z30, die keinen Sensor-Stabilisator haben. Dafür ist das Nikkor teurer.

Das Sony E 16-55mm f/2.8 G und das Fujifilm XF 16-55mm f/2.8 II sind optisch hervorragend. Beide sind aber größer, schwerer und ebenfalls teurer.

Canon hat dieses Segment bislang ignoriert. Für Canon-Fotografen bleiben nur das Sigma und das neue Tamron. Wer einen Bildstabilisator braucht, findet ihn im größeren Tamron 17-70mm f/2.8 VC.

Lichtstarke APS-C-Standardzooms im Vergleich:

Tamron 16-50mm f/2.8 ASigma 18-50mm f/2.8 DC DN CNikkor Z DX 16-50mm f/2.8 VRSony E 16-55mm f/2.8 GFuji XF 16-55mm f/2.8 R LM WR II
AnschlüsseSony E, Canon RF, Nikon Z, Fujifilm XSony E, Canon RF, L-Mount, Fujifilm XNikon ZSony EFujifilm X
Bildstabilisatorneinneinja (bis 5 Stufen)neinnein
AutofokusVXD-LinearmotorSchrittmotorSchrittmotor2 XD-LinearmotorenLinearmotor
Optischer Aufbau14 Linsen / 10 Gruppen13 Linsen / 10 Gruppen12 Linsen / 11 Gruppen17 Linsen / 12 Gruppen16 Linsen / 11 Gruppen
Blendenlamellen779911
Naheinstellgrenze0,15–0,29 m0,121–0,30 m0,15–0,25 m0,33 m0,30 m
Max. Abbildungsmaßstab1:4,51:2,81:4,21:51:4,8
Filtergewinde55 mm55 mm67 mm67 mm72 mm
Gewicht305 g (Nikon Z: 315 g)290 g (Canon RF: 300 g)330 g494 g410 g
Länge79,6 mm76,5 mm88 mm100 mm95 mm
Abdichtungja nur Dichtung am Bajonettjajaja
BesonderheitenUSB-C (nicht bei Fuji X), keine Schalter–SteuerringAF/MF-Schalter, Fokus-Halte-TasteBlendenring
Preis aktuell 469 € (E, X) / 499 € (RF, Z)ca. 500 €ca. 750 €ca. 800 €ca. 1.200 €

Fazit der Tester

Das Urteil der ersten Reviews fällt eindeutig aus. Niccolls empfiehlt den Kauf ohne Einschränkung und sieht im 16-50mm eines der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse am Markt. In seinem Fazit heißt es, es sei selten, ein Objektiv zu finden, das so viel Nutzen zu so einem niedrigen Preis für so viele Kamerasysteme bringe.

Grigonis sieht im 16-50mm eine fantastische Option als Ersatz für ein lichtschwaches Kit-Objektiv und lobt die Balance zwischen Bildqualität, Kompaktheit und Preis.

Für APS-C-Fotografen, die ein hochwertiges Allround-Zoom zu einem fairen Preis suchen, dürfte das Tamron 16-50mm f/2.8 A also eine der spannendsten Neuvorstellungen des Jahres sein.

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2 Kommentare
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Benjamin

Mich “nervt”, dass das Tamron überall mit dem Sigma 18-50 verglichen wird, da meiner Meinung nach der Unterschied zwischen 16 mm und 18 mm so gravierend ist, dass man nicht einmal vom selben Objektivtyp sprechen kann. Das ist wie am Vollformat 24-70 vs 28-70. Um so erstaunlicher, was Tamron da zu diesem Preis und in dieser Größe abgeliefert hat.

maddin

Es geht halt primär um die Größe/Gewicht weswegen sich der Vergleich aufdrängt – zudem sind beide auch für andere Mounts wie etwa Fuji X verfügbar, beide nicht stabilisiert und bieten bis auf die 2mm untenrum schon viel Anlass um einen Vergleich zu bemühen.

Ich empfinde das als nachvollziehbar – bin selbst am überlegen für Fuji X ein kompaktes Standardzoom anzuschaffen.

Ein Innenzoom wäre mir noch lieber gewesen – aber da müsste ich zum Fuji eigenen Derivat mit variabler Blende greifen. Bleiben also eher die Optionen von Sigma und Tamron und ja, letzteres ist untenrum spürbar weiter – für mich wäre das aber nicht kaufentscheidend.

Bis gestern hätte ich wohl das Sigma gewählt – einfach Mangels Konkurrenz wenn’s klein und leicht sein soll. Jetzt gibt es eine gute Alternative von Tamron die vermutlich die sinnvollere Wahl sein könnte.

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