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Sigma FP2 offiziell vorgestellt: Kleiner, schneller und endlich mit neigbarem Display

Sigma enthüllt die FP2 mit teilweise gestapeltem 24-MP-Sensor, 6K60p-Video, Phasen-AF und ProRes RAW. Sie wird 2.199 Euro kosten.

Die Gerüchte haben sich bestätigt: Nachdem wir gestern noch über die zu erwartenden Neuheiten spekuliert hatten, hat Sigma heute die FP2 offiziell präsentiert. Die zweite Generation der ultrakompakten Vollformat-DSLM bleibt dem modularen Konzept der originalen fp von 2019 treu und ist weiterhin die kleinste Vollformat-Systemkamera der Welt. Unter der vertraut schlichten Oberfläche hat Sigma allerdings so einiges erneuert.

Teilweise gestapelter Sensor als Herzstück

Der 24,5 Megapixel auflösende Kleinbildsensor der FP2 ist nun teilweise gestapelt. Damit sind schnellere Auslesegeschwindigkeiten möglich, ohne die Kosten und Komplexität eines vollständig gestapelten Designs. Vergleichbare Technik kommt auch in der Nikon Z6 III und der Panasonic S1 II zum Einsatz.

Für die fp-Reihe ist das ein gewaltiger Sprung, denn die Kamera kommt nach wie vor komplett ohne mechanischen Verschluss aus. Der schnellere Sensor reduziert jetzt den Rolling-Shutter-Effekt erheblich und ermöglicht eine kürzeste Verschlusszeit von 1/25.600 Sekunde statt bisher 1/8.000 Sekunde.

Der Autofokus arbeitet erstmals mit integrierten Phasen-AF-Sensoren und erkennt neben Menschen mit Gesichtern und Augen jetzt auch Tiere und Vögel. Im Serienbildmodus sind 20 Bilder pro Sekunde für bis zu 200 JPEGs oder 180 DNGs am Stück möglich. Bei 8 fps steigen diese Werte auf 3.000 JPEGs beziehungsweise 630 DNGs.

Noch flacher und trotzdem mit Klappdisplay

Das gegen Spritzwasser und Staub geschützte Metallgehäuse misst 11,3 x 7 x 4,2 Zentimeter und ist damit 0,8 Millimeter schmaler und 3,5 Millimeter dünner als das der Vorgängerin. Trotzdem hat Sigma ein neigbares Display integriert, das sich 90 Grad nach oben und 45 Grad nach unten klappen lässt. Dass die Kamera mit 460 Gramm etwas schwerer geworden ist, liegt am neuen, deutlich größeren Akku BP-91 mit 2.200 mAh. Dessen über 80 Prozent höhere Kapazität sorgt für 370 statt 280 Aufnahmen nach CIPA-Standard.

Ebenfalls neu ist ein 70 GB großer interner Speicher, zusätzlich zum vorhandenen SD-Kartenfach (UHS-II). Fotos und Videos können außerdem auf eine per USB-C angeschlossene SSD gespeichert werden.

Videos auf höherem Niveau

Die Videofunktion der FP2 macht einen enormen Sprung nach vorne. Aufnahmen sind bis 6K Open Gate mit 60p möglich, also bei voller Sensorauflösung von 6.016 x 4.012 Pixeln im 3:2-Format. 4K lässt sich mit 60p aus der vollen Sensorbreite oder mit bis zu 120p im APS-C-Crop nutzen. Intern zeichnet die Kamera jetzt in 10-Bit auf, mit H.264- oder H.265-Kompression im MOV-Format. ProRes RAW und ProRes RAW HQ mit 12 Bit sind auf eine externe SSD möglich, was bei Bitraten von bis zu 5.800 Mbps (HQ) auch wenig verwundert.

Als Log-Profil setzt Sigma auf Leicas L-Log, was den Vorteil hat, dass es bereits von zahlreichen Programmen unterstützt wird und Sigma kein eigenes LUT-Ökosystem aufbauen muss. Ergänzend gibt es 13 Bildstile, darunter Cinema, 709 Look und Monochrome. Für professionelle Produktionen bietet die FP2 außerdem einen erweiterten “Directors Viewfinder”-Modus, der das Framing verschiedener Red-, Arri- und Sony-Kameras simulieren kann. Gyroflow-Support und ein integrierter DNG-Raw-Konverter runden das Paket ab.

Modular wie immer, nur besser

Das modulare Konzept bleibt das Markenzeichen der fp-Reihe. Für die FP2 gibt es jetzt komplett überarbeitetes Zubehör. Der neue optionale Sucher EVF-21 arbeitet mit einem 5,76 Millionen Bildpunkte auflösenden OLED-Display, vergrößert 0,88-fach und lässt sich um bis zu 90 Grad nach oben kippen.

Der neue Blitzschuhadapter HU-21 ist kompatibel zum TTL-Blitzsystem von Olympus, OM System und Panasonic und funktioniert auch mit Drittanbieter-Blitzen von etwa Godox. Besonders spannend für Videofilmer ist die Kompatibilität zum Panasonic DMW-XLR2-Adapter und zum digitalen Richtmikrofon DMW-DMS1, denn damit sind 32-Bit-Float-Audioaufnahmen möglich.

Clevere Doppel-USB-C-Lösung

Trotz der minimalen Abmessungen bietet die FP2 eine beeindruckende Anschlussvielfalt. Zwei USB-C-Ports übernehmen je nach Bedarf unterschiedliche Aufgaben. Der obere (USB 2.0) dient zum Anschluss des EVF-21, eines Kopfhöreradapters oder des Kabelfernauslösers CR-51, versorgt die Kamera per Power Delivery mit Strom und lädt den Akku.

Der untere (USB 3.2 Gen 2 mit 10 Gbps) ist für SSD-Aufnahmen, schnelle Dateiübertragung oder UVC/UAC-Verbindungen gedacht, kann aber bei Bedarf auch alle Funktionen des oberen Ports übernehmen. Dazu gibt es einen 3,5-mm-Klinkenanschluss mit Phantomspeisung und endlich einen vollwertigen HDMI-Typ-A-Port statt des Micro-HDMI-Anschlusses der Vorgängerin.

Preis und Verfügbarkeit

Die Sigma FP2 soll ab dem 11. November 2026 für 2.199 Euro erhältlich sein. Auf WLAN und Bluetooth verzichtet die Kamera im Übrigen weiterhin, Kameraeinstellungen lassen sich dafür per QR-Code exportieren und importieren.

Sigma-CEO Kazuto Yamaki hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, dass er enttäuscht sei, dass die originale fp primär als Videokamera wahrgenommen wurde. Die FP2 tritt nun mit dem Anspruch an, ein gleichwertiger Foto-Video-Hybrid zu sein. Ob das gelingt, werden Kunden und die kommenden Praxistests zeigen.

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2 Kommentare
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Thorsten

Da sie keinen IBIS besitzt, kommt sie für mich nicht infrage, ansonsten gefällt sie mir gut.

Jörg H

Sehe ich genau so.Ohne IBIS nicht so gut da kleine Linsen im L Mount auch keinen haben.
Schade das Mft bei Pana oder Om es nicht schaffen so viel Technik in einem kleinem Gehäuse zu bekommen.
Sprich die Maße der FP II oder etwas kleiner und dann Komplettausstattung.

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