Sony • Marktgeschehen

Neuer Sony-Sensor hat 0,5 Megapixel auf einem Quadratmillimeter

Sony hat mit dem IMX742 einen Bildsensor vorgestellt, dessen Chip nur 1 x 1 Millimeter groß ist und trotzdem 720 x 720 Pixel liefert.

Der IMX742 hat rund 0,51 effektive Megapixel. Die einzelnen Pixel sind nur 1,0 Mikrometer groß, die Bildfläche misst diagonal gerade einmal 1,02 Millimeter. Zum Vergleich: Ein Vollformatsensor ist mit 36 x 24 Millimetern 864-mal so groß, seine Pixel messen je nach Auflösung meist zwischen 3,5 und 6 Mikrometern.

Möglich wird das durch einen Kniff im Chipdesign. Sony hat die Schaltkreise rund um die Pixel so stark verkleinert, dass genug Platz für die Pixelfläche bleibt. Dazu gehört der Analog-Digital-Wandler, der die elektrische Ladung jedes Pixels in Zahlenwerte übersetzt, mit denen die Kamera das Bild berechnet. Der Sensor ist rückseitenbelichtet, arbeitet mit Bayer-Filter und liefert 30 oder 60 Bilder pro Sekunde.

Digitales Signal über fünf Meter Kabel mit nur sechs Pins

Der IMX742 wandelt das Bild bereits auf dem Chip in digitale Daten um und schickt es auch digital weiter. Laut Sony ist er der erste CMOS-Sensor für medizinische Endoskope, dessen digitales Signal über ein 5 Meter langes Kabel kommt. Sony hat das mit einem hauchdünnen Kabel getestet, dessen Adern nach der US-Norm AWG 44 nur etwa 0,05 Millimeter dick sind, also dünner als ein Haar. Steuerbefehle und Videosignal laufen über dasselbe Kabel, der Chip braucht dafür nur sechs Anschlüsse. Das digitale Signal soll außerdem weniger rauschen als ein analoges, vor allem bei wenig Licht.

Eingesetzt werden soll der Sensor in dünnen Einweg-Endoskopen, mit denen Ärzte etwa die Bronchien der Lunge oder die Harnleiter von innen untersuchen. Sony bietet ihn als Bauteil an, das Gerätehersteller in ihre Endoskope einbauen, und nicht als fertiges Medizinprodukt. Für Kameras ist er nicht gedacht, dafür wäre die Auflösung auch zu gering.

Ab November 2026 sollen Muster ausgeliefert werden, einen Preis nennt Sony nicht. Interessant ist die Meldung trotzdem, weil sie zeigt, wie weit sich Pixel und Schaltkreise verkleinern lassen. Ob solche Ideen irgendwann in Kameras oder Smartphones landen, ist offen.

Um winzige Kameratechnik ging es bei uns auch schon früher. Wir haben euch Metaoptik-Kameras in der Größe eines Salzkorns vorgestellt und eine Ultraweitwinkel-Kamera, die dünner als eine Münze ist und sich die Augen von Parasiten zum Vorbild nimmt.

Wie viel Megapixel braucht ihr eigentlich wirklich, und was fasziniert euch mehr: ein Sensor auf diesem winzigen Raum oder die Auflösung der aktuellen Kameras?

Quelle: Sony

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2 Kommentare
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Thomas Nordsee

Es gibt bösartige Erkrankungen der Harnblase, die eine dreimonatige Kontrolluntersuchung über Jahre notwendig machen. Gerade beim Mann sind diese Spiegelungen kein Wohlfühltag. Lassen sich die Leiter noch verkleinern / im Lumen einschränken – ein Gewinn für den Untersucher und die Patienten. Kurze Vollnarkosen wären bei Angst-Patienten unnötig. Fortschritte z. B. bei den Kameras – Fortschritte in der Medizintechnik. Klasse!

Radioreinhard

Es gibt also inzwischen Weitwinkelkameras. Wozu bitte, braucht man dann noch Weitwinkelobjektive?

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