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Canon arbeitet an Quad-Pixel-AF: Die nächste große Innovation?

Canon arbeitet am Nachfolger des Dual-Pixel-Autofokus – dem Quad-Pixel-Autofokus. Wird das die nächste große Innovation?

Dual-Pixel-Autofokus von Canon

Der Dual-Pixel-Autofokus war eine der wichtigsten technischen Entwicklungen und Innovationen von Canon in den letzten Jahren, wenn nicht sogar DIE wichtigste Innovation. Erstmals vorgestellt wurde er im Jahr 2013 bei der Canon EOS 70D und auch heute, sechs Jahre später, gehört der Dual-Pixel-AF noch zu den besten Autofokus-Systemen auf dem Markt. Vor allem die Tatsache, dass der Autofokus gleichermaßen bei Fotos und Videos ein hervorragendes Bild abgibt, ist beeindruckend.

Zeit für einen Nachfolger

Sechs Jahre sind in der Technikbranche eine lange Zeit und inzwischen hält der Dual-Pixel-Autofokus auch in den wirklich günstigen Einsteiger-Kameras von Canon Einzug. Anders ausgedrückt: Es wird langsam aber sicher Zeit für einen Nachfolger, denn auch wenn der Dual-Pixel-AF immer noch sehr gut ist, perfekt ist nicht. Und die Konkurrenz schläft nicht und hat in den letzten Monaten und Jahren kräftig aufgeholt und Canon teilweise auch überholt.

Patent für Quad-Pixel-Autofokus

Nun ist ein neues Patent aufgetaucht, welches zeigt, dass Canon an einem sogenannten „Quad-Pixel-Autofokus“ arbeitet. Wie genau dieses neue System funktionieren soll macht schon die Bezeichnung deutlich: Es soll nicht wie beim Dual-Pixel-AF jeder Pixel in zwei, sondern in vier verschiedene Bereiche geteilt werden:

Damit eine solche Teilung möglich ist und sinnvoll ist, könnte es für Canon notwendig werden, die Anzahl an Pixeln auf dem Sensor zu reduzieren bzw. nicht weiter zu erhöhen. Das Patent beispielsweise beschreibt einen Sensor mit einer Auflösung von „nur“ 20 Megapixeln. Das ist natürlich immernoch absolut ausreichend, doch ganz grundlegend könnte der Quad-Pixel-AF, so er denn jemals in einer echten Kamera zum Einsatz kommen wird, dafür sorgen, dass die Entwicklung hin zu immer mehr Megapixeln gestoppt oder zumindest verlangsamt wird.

Ein interessantes Patent! Man kann nur hoffen, dass Canon mit dem Quad-Pixel-Autofokus mal wieder eine echte Innovation und Weiterentwicklung gelingt.

via: Canonnews

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 3.000 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

24 Kommentare

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  • Schauen wir mal. Ich halte die aktuellen Autofocus Varianten schon für ausgezeichnet. Da kann man sicherlich noch einiges optimieren. Insbesondere in Kombination mit softwaremässiger KI. Die aktuellen Updates für A9 und A7 gehen ja in die Richtung. Ob Canon hier das grosse Ding bringt, wird sich zeigen. Warten wir es mal ab.

  • ich denke das könnte für Sport- und Tierfotografie interessant sein, da wahrscheinlich die Trefferquote und Messgeschwindigkeit erhöht sein dürfte, deshalb wahrscheinlich auch nur 20MP?

    • Die Trefferquote an Schärfe liegt meiner Information nach bei A9, A7 bei deutlich über 90%. Es erhebt sich daher für mich die Frage, wieviel technischen, und damit auch finanziellen, Aufwand man für sinnvoll hält, um vielleicht noch ein bis vier Prozentpunkte zu gewinnen!? Zumal bei Serienbildgeschwindigkeiten von 20 B/s ausreichend viele scharfe Bilder vorliegen!
      Mark formuliert wohlweislich „so er denn jemals in einer echten Kamera zum Einsatz kommen wird“; damit drückt er aus, dass eine Serienproduktion möglicherweise garnicht kommt. In diesem Fall wäre diese Aktion zunächst einmal wieder ein Werbe-Gag, der nur dazu dient Aufmerksamkeit auf Canon zu lenken und den Eindruck von Fortschrittlichkeit zu erzeugen. Kämen sie mit einer Protoypkamera heraus, dann könnte man Canon das positiv anrechnen, aber nur ein Patent ohne funktionierendes Muster ist Gerüchteküche und Werbepropaganda. Vielleicht hat Canon das wirklich nötig 🙁

      • Dem kann man zustimmen. Entscheidender als 2-4 Prozent Trefferquote ist vielmehr die Motivdifferenzierung, die Motiverkennung und der Autofocus bei Low Light. Ich denke die nächsten Entwicklungen erleben wir zunächst softwareseitig.

      • Eine Patentanmeldung einzureichen ist weder Gerüchteküche noch ein Werbegag. Es ist schlicht ein Versuch, eine mögliche kommende Technologie zu schützen, solange dies noch möglich ist. Möglich ist dies nämlich nur solange, wie die Erfindung zumindest noch neu und nicht vorveröffentlicht ist. Sobald Canon ein „funktionierendes Muster“ gebaut und vorgestellt hat, oder ein Wettbewerber auf die gleiche Idee gekommen ist, ist die Erfindung (vor-)veröffentlicht und die Patentfähigkeit genommen, falls bis dahin noch keine Patentanmeldung eingereicht worden ist. Jeder Beliebige könnte die Erfindung nachbauen und selbst benutzen. Darauf, dass die Patentanmeldung dann 18 Monate nach dem Anmeldetag veröffentlicht wird, hat Canon keinen Einfluss, das wird vom jeweiligen Patentamt aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen und nicht von der Marketing-Abteilung von Canon vorgenommen.

    • 20 MP vermutlich deswegen, weil das Gap zwischen den Subpixeln noch zu groß ist und bei höheren MP Werten das Rauschen unerträglich werden würde.

  • Hier wurde vergessen zu erwähnen, dass das Patent einen APS-C Sensor beschreibt, für diese Sensorgröße ist 20MP mehr als ausreichend. Man kann also davon ausgehen, dass sich bei Vollformat ein 32MP Sensor ergibt.

    Noch interessanter wäre natürlich, wenn Canon es schaffen würde, diese 4 Pixel zum Erhöhen den Dynamik zu nutzen, indem 4 verschiedene ISO Werte ausgelesen und miteinander verrechnet werden, ähnlich wie bei Magic Lanterns Dual ISO. Leider verschläft Canon aber gerne immer solche Chancen.

      • @Jürgen W

        weiss ja nicht womit du fotogarfierst (was auch unwichtig ist), aber ich muss Mirko zustimmen, tolle Bilder, gefallen mir sehr gut!

      • Danke euch. Fettes Lob 🙂

        Ich fotografiere zur Zeit mit

        – Sony A65 (SLT) mit Minolta 24-105mm f3.5-4.5 und Minolta 70-210mm f3.5-4.5
        – Sony NEX-7 (Spiegellose) mit Sigma 19mm f2.8 und Sigma 30mm f2.8 und Sony 50mm f1.8 OSS
        – Sony RX100 II (Kompaktkamera)

        Wor Jahren hatte ich mal ein paar Nikons, D200 ,D300 und D5000 und zwei Panasonic, GF3 und LX5.

        Mit anderen Worten: solche Fotos kann man mit quasi jeder Kamera machen. Man muss nur wissen, wie. Ist gar nicht schwer.

      • Guten Morgen Jürgen,
        verpasst Du deinen Fotos im Nachgang den „analogen Touch“ oder machst Du was vorher schon Kameraseitig ?
        Mir gefällt sowas ungemein, seit kurzem bin ich in einer „Helios Gruppe“ aktiv und finde es Klasse was manche mit ihren modernen Kameras und Altglas so anstellen. Dort ist auch ein bosnischer Streetfotograf aktiv und was dieser mit seiner Leica SL und dem alten russischen Helios anstellt ist einfach beeindruckend.
        Danke nochmals für das Zeigen deiner Bilder 📸

      • Wie man schon an meinen Kameras und Objektiven sieht, ist das relativ billiges Equipment, meistens gebraucht gekauft. Genau so ist es mit meiner Software.

        Ich benutze seit Jahren Elements, mache aber neuerdings auch viel mit Nik Silver Efex und Nik Analog Efex. Nik Color Efex mag ich nicht. Bei Analog Efex schalte ich die Funktionen zum Filmkorn und zum Schmutz, Staub, Kratzern etc. aus, denn ich will nicht, dass meine Fotos um jeden Preis analog aussehen. Was ich aber mag sind die Farben.

        Helios Objektive hatte ich auch mal, ein 85mm f1.5 und ein 58mm f2, beide super.

        Mehr noch als Kamera, Objektive und Software mache ich aber den Look meiner Fotos durch das richtige Licht und dadurch, dass ich oft (wie Saul Leiter und andere) durch Scheiben hindurch fotografiere und mit Spiegelungen arbeite. Interessanterweise sehen meine Fotos „irgendwie immer gleich“ aus, obwohl sie aus der Karibik, aus Nordafrika, aus England und von sonstwo sind.

        Meine Inspitation waren immer Fotografen wie Ernst Haas, Saul Leiter, Gueorgui Pinkhassov, Constantine Manos etc., und wenn man sich deren Bilder nur lange genug ansieht, macht man irgendwann selber nur noch solche Bilder 😉

      • Jürgen,
        Danke für die kleinen Einblicke in deine Arbeitsweise, sehr interessant 👍
        Waren gerade unten bei den Schwiegereltern und der Vater hat mir seine uralte Praktina gezeigt, nun benötige ich auf jeden Fall einen Praktina- Fuji Adapter 😂 Einmal das Original zum Helios, das CZJ Biotar und 4 wunderschöne und gut erhaltene Schacht-München Objektive, wenn ich richtig gezählt habe hatte das 135 iger 18 Blendenlamellen 😳
        Schönen Sonntag noch ….

  • Wenn Canon Innovationspotential zeigt, ist das doch gut.
    Nur wird vielen Anwendern der derzeitige AF gut genug funktionieren und sie hätten wohl lieber IBIS und eine so heiße Innovation, wie einen zweiten Kartenslot. Wobei ich denke, dass die Slot Diskussion künstlich aufgeblasen wurde. Schließlich waren alle lange Jahre mit einem Slot zufrieden.

    • Solange es CF-Karten gab reichte ein Schacht. Habe noch nie erlebt oder gehört, das so eine Karte versagt hat. Bei den SD Karten ist ein zweiter Slot sowas wie eine Lebensversicherung. Die rauchen schnell mal ab. Da wiederum kenne ich genug Beispiele. Insofern ist die Diskussion darüber nicht verwunderlich. IBIS war für Canon immer Teufelszeug, deswegen haben sie keinen. Gab ja jahrelange fruchtlose Diskussionen, was besser ist, ob Kamera- oder Objektivstabilisierung. Nun ist auch die Zeit über sämtliche Diskussionen hinweggerollt.

  • Was mich als Anwender interessiert

    sind die Ergebnisse die damit erzielt werden können. Eine Kamera muss intuitiv bedienbar sein, im System weit gefasst sein und sie muss gut in der Hand liegen. Wenn sie dann noch wetterfest ist und verlässlich funktioniert bin ich zufrieden.

    Mit welcher Technik das umgesetzt wird kann man, muss man aber nicht wissen. Wir hier im Forum finden die Technik interessant. Jede Meldung diesbezüglich regt uns an, wir wollen wissen was das bedeutet und welche „Schwachstellen“ damit verbessert werden können.

    Beim „Spiegeln“ einer meiner Archiv Festplatten habe ich mir einige meiner 15 Jahre alten Kundenaufnahmen angesehen. Ähhh… schlechtere Bildqualität als heute? Nö… alles im grünen Bereich. Wenn ich mir bewusst ein Bild (weil mir die Schwachstellen eines Sensors bekannt sind) bei 100% ansehe sind natürlich bei der heutigen Technik Verbesserungen zu sehen, weltbewegend sind die aber nicht.

    Was Canon mit dem Quad-Pixel-Autofokus erreichen möchte ist mir klar, was das in der Praxis bringen wird? Vielleicht profitieren die „schnellen“ Berufskollegen davon, mir ist das nicht so wichtig weil meine Motive eher statischer Natur sind.

      • Hallo Herbert,

        joe hat recht mit dem Testen, nicht das der Autofokus vielleicht eventuell in irgend einer Situation messtechnisch schlechter sein könnte, nein es geht darum wie du mit der Kamera zurecht kommst, ob sie gut in der Hand liegt, ob die Bedienung für dich stimmig ist, ob der Sucher für dich gut einstellbar ist usw. Auf gut deutsch ob das Gerät zu dir passt!

      • Hallo,
        natürlich werde ich die Kamera vor dem Kauf testen, der Autofokus ist für mich nicht wichtig da ich manuell arbeite