Canon Kameras

Canon: DSLM mit radikal neuem Design aufgetaucht

Ein Patent zeigt eine neue spiegellose Systemkamera aus dem Hause Canon, die mit einem völlig neuen Design aufwarten könnte.

Kameras mit vertikalem Griff

Sowohl Nikon als auch Canon haben sich bei ihren kommenden Flaggschiffen, der Canon EOS R3 und der Nikon Z9, für einen integrierten vertikalen Griff entschieden. Damit bleiben die Unternehmen dem Design früherer Profikameras treu, auch wenn die Canon EOS R3 im Vergleich zur Canon EOS-1D X Mark III trotz des Griffs spürbar kompakter werden wird.

Dass Canon dem früheren Design mit integriertem vertikalen Griff bei der EOS R3 treu bleibt, bedeutet allerdings nicht automatisch, dass das Unternehmen nicht auch frische Ideen hat und an neuen Designkonzepten arbeitet. Im Gegenteil, ein kürzlich gesichtetes Patent zeigt nämlich, dass eine kommenden Canon DSLM mit einem völlig neuen Design aufwarten könnte.

Canon Patent zeigt neues Design

Das Patent zeigt eine bisher unveröffentlichte Canon Kamera, die vom Formfaktor her an die Canon EOS R3 erinnert. So besitzt sie ebenfalls einen vertikalen Griff, allerdings sieht das Design vor, dass ein komplettes Durchgreifen möglich ist. In der Mitte der Kamera gibt es ein L-förmiges Loch, sodass sich der Griff ähnlich wie ein Lenkrad anfühlen würde, das man mit der kompletten Hand umfassen kann.

Seht selbst:

Die Idee hinter dem Patent scheint klar zu sein, der Griff soll dem Fotografen noch mehr Sicherheit bieten, sodass es noch unwahrscheinlicher wird, die Kamera fallen zu lassen – auch in actionreichen Situationen, in denen die Position und Ausrichtung der Kamera häufig verändert werden muss.

Ihr wisst, wie das mit Patenten abläuft. Es ist alles andere als sicher, dass Canon jemals eine Kamera mit diesem Design auf den Markt bringen wird. Und wenn ihr mich fragt, dann würden die Vorteile eines solchen Design die Nachteile (zum Beispiel weniger Platz für Elektronik) einfach nicht aufwiegen.

Was haltet ihr von Canons Designidee?

Quelle: JPO | via: Canonrumors

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Harry

Colani lebt!

Gabi

Kann so etwas patentiert werden? Ein Loch?

Rüdiger

Dazu müsste man sich das Patent mal genauer anschauen. Immerhin hat man sich anscheinend was für den Rand des Displays überlegt, zur besseren Bedienung. Und es gibt wahrscheinlich noch ein paar mehr nicht-triviale Erfindungen, die mit dazugehören.
Da gibt es viel trivialere Patente.

100carat

Ein Design-Patent ist in jedem Fall möglich, evtl. auch ein Gebrauchsmuster. Für ein reguläres Patent müßte unter anderen Voraussetzungen ein technischer Effekt durch die Erfindung bewirkt werden. Was wenn neben der besseren Handhabung der Durchgriff kombiniert mit einer entsprechenden Chip-Anordnung eine bessere Kühlung durch eine verbesserte Wärmeabfuhr bestimmter Bauteile ermöglicht … jetzt mal einfach dahingesponnen. Dann ist eine Patentierung möglich. Wie Rüdiger schon anmerkte dürften neben dem Hauptanspruch der Patentschrift diverse Nebenansprüche aufgeführt sein, die im Ganzen die Patentwürdigkeit ausmachen und sie schwerer angreifbar machen.

mani

Ein Design Patent? Gibt es nicht. Schutz ja, aber nicht Patent. Für mich äußerst fragwürdig, was huete alles als Patent durchgeht. Da meiste sind logische Schlussfolgerungen, unter einer Erfindung verstehe ich etwas anderes.

100carat

Ist inhaltlich völlig richtig, mani. Gemeint ist das Gemeinschaftsgeschmacksmuster, das im Sprachgebrauch oft als Design-Patent bezeichnet wird. Wohl um dieSchutzfähigkeit eines Designs – über den Urheberschutz hinaus – hervorzuheben.Das viele Patente unsinnig und fern jeder sinnvollen Anwendung sind, sehe ich ebenso. Mindestens genauso fragwürdig sind aber die eingeräumten Möglichkeiten, ein Patent zu umgehen oder auch die zum Teil deutlich abweichenden Patentkriterien bishin zu den Prioritätslauseln in den USA oder in China. Eine konsequente weltweite Angleichung des Patentrechtes ist nicht nur überfällig, sondern würde auch eine größere Rechtssicherheit schaffen.

Thomas Müller

„Prioritätsklauseln“ existieren nicht nur in den USA und in China sondern in allen Ländern, die der sogenannten Pariser Verbandsübereinkunft angehören, in der unter anderem die Regeln für das Prioritätsrecht einheitlich geregelt sind. Praktisch alle wirtschaftlich relevanten Länder gehören dieser PVÜ an. Einheitliche Regeln für das Patentrecht ergeben sich auch aus dem PCT-Vertrag. Das Immaterialgüterrecht ist bereits weltweit sehr stark aneinander angepasst worden, viel mehr als praktisch auf allen anderen Rechtsgebieten. Wenn ich mir nur die weltweit unterschiedlichen Regelungen im Familienrecht, im Zivilrecht, im Zivilprozessrecht, im Recht gegen den unlauteren Wettbewerb, im Baurecht, im Handelsrecht, im Umweltrecht etc etc. betrachte. Und was diese angeblich vielen unsinnigen Patente, gemeint sind wohl unsinnige Erfindungen in Patentanmeldungen, betrifft: Alle Unternehmen suchen händeringend den Nostradamus unserer Zeit, der treffsicher voraussagen kann, welche technischen Lösungen sich am Markt durchsetzen werden. Patente anmelden muss man nämlich bevor die entsprechenden Produkte publik werden und man die Reaktion des Marktes auf diese technischen Lösungen erhält. Das führt eben dazu, dass sehr viel in der Hoffnung angemeldet wird, dass sich jeweils diese Erfindungen auch später durchsetzen werden. Von den grossen Industrienationen stellen im wesentlichen nur die USA im Patentrecht hier eine Ausnahme dar, denn das US-Patentrecht kennt eine einjährige sogenannte… Weiterlesen »

Thomas Müller

Doch gibt es. In den USA nennen sich Geschmacksmuster bzw Design-Schutzrechte „Design Patent“ und dieser Begriff ist auch in anderen Ländern in der Umgangssprache üblich geworden, obwohl diese Schutzrechte dort tatsächlich anders heissen.

Was die Erfindung angeht, diese muss für ihre Schutzfähigkeit neu sein und auf einer erfinderischen Tätigkeit beruhen. Eine andere Definition für erfinderische Tätigkeit ist, dass für den zuständigen Fachmann nicht nahegelegen haben darf. Das kann man im vorliegenden Fall mit Fug und Recht behaupten, wenn man sich die Kameras der letzten Jahrzehnte betrachtet, wohl niemand von den vielen tausend Entwicklern in dieser Zeit kam auf die „Griffidee“ wie sie aus den obigen Zeichnungen hervorgeht. Diese lange Zeitspanne und eine sich verfestigte völlig andere grundlegende Lösung für einen Griff, wie sie prinzipiell alle Hersteller seit vielen Jahren und Jahrzehnten verwenden, sind ein klares Indiz dafür, dass die Canon-Lösung nicht nahegelegen hat. Es sei denn, Cat hat tatsächlich Recht und Pentax hat eine solche Lösung bereits früher in seinen Mittelformatkameras eingesetzt, die ich aber nicht kenne.

Carsten Klatt

Frage mich auch immer wieder, wozu sowas gut ist? Macht die Kamera unnötig groß. Irgendwie verfallen Canikon wieder in alte Zeiten. Immer größer und immer unhandlicher. Widerspricht eigentlich dem Digitalisierungsgedanken. Aber was soll es, es finden sich immer noch Leute mit offensichtlich gigantisch riesigen Pfoten, die grobmotorisch erhebliche Probleme haben. Deren Anteil scheint unter den Profis besonders hoch. Jedenfalls wundert einen immer wieder, was hier gelegentlich so geschrieben wird.

Martin Berding

In der Digitalisierung sind die Kameras nicht kleiner sondern größer geworden. Man denke an die zierlichen Minoltas für KB Film oder die wirklich kleine Olympus MJU auch für Film. Diese kleinen Gehäuseformate sind heute ohne weiteres möglich, vielleicht nicht mehr gewollt. Aber der Großteil der Kunden hat sich auf ein handliches Format geeinigt, genannt Smartphone.

50d

Ich finde eher die zierlichen Kameras unhandlich, ich habe mir in einer Filiale einer südeuropäischen Elektronikkette verschiedene Kameras angeschaut und von den spiegellosen fand ich haptisch wirklich nur die Canon R/RP und die Fuji XTs überzeugend, da lob‘ ich mir doch meine 5d Mark II.

Thomas Müller

Klar, kann soetwas prinzipiell patentiert werden. Die mutmassliche Erfindung ist auch nicht „ein Loch“, sondern die Gestaltung, Anbindung und Integration eines Kameragriffs an bzw in den Kamerabody.

Rüdiger

Das Patent selbst verweist auf Prior-Art, das Loch im Gehäuse ist also nicht wirklich neu. Der Verweis auf die Pentax 645 kam hier ja schon. Neu ist, dass man mit diesem Aufbau die Kamera drehen kann, ohne den Griff komplett loslassen zu müssen.

joe

Also wenn es eine Giesskanne wäre, würde ich sagen, ja sinnvoll, kennen wir aber schon. Bei einer Kamera würde ich sagen, verschenkter Platz, braucht man nicht. Dadurch wird sie unnötig gross. Aber es gibt ja Liebhaber für alles, also warum nicht auch noch sowas auf den Markt bringen.

Rainer Rössner

Endweder unnötig gross oder das Display sehr sehr klein.

Peter S.

Nicht dass noch einer versucht, ein Stichsägeblatt anzuschrauben. 🙂

Mirko

wieso anschrauben hat doch Schnellverschluss 😉

Martin Berding

Schon hätten wir ein Multifunktionswerkzeug.

Bodo

m
Meine Canon-Kameras liegen nach wie vor richtig gut in der Hand. Bei meiner langjährigen Sportfotografie hatte ich nicht ein einziges Mal Probleme mit der Handhabung! Wer also denkt sich jetzt so eine Grütze aus? Schade um den Platzverlust!

Cat

Gibt es schon lange bei der Pentax 645 und ist für mich sehr zu begrüßen- vor allem
Als Halbformatkamera!
Wenn je eine kommt.
Da gab es ja schon einige Patente, wie den neuen Auslöser als Pad.

Martin Berding

Eine Öffnung oder ein Loch ist kein Patent. Man kann nur patentieren lassen, was zuvor noch nicht dagewesen ist. Selbst als geschütztes Gebrauchsmuster geht das in diesem Fall nicht. Wenn Patente oder Gebrauchsmuster so einfach zu erstellen wären, würden alle reich werden. Patente sind mit Erfindungen gleichzusetzen.

Jürgen Saibic

Das Loch ist eine Art Sucher, durch das man schauen kenn, ohne die Kamera einzuschalten. Spart Strom!

joe

Also das Loch wird nicht patentiert, sondern eine Kamera mit Lochgriff! Mit Patenten wird man nicht reich, sondern arm. Das kostet zunächst mal jedes jahr pro Land zwischen 3 und 5000.-$. Kannst dir ausrechenen was ein weltweites Patent kostet! Erst wenn man das Patent verkaufen oder Lizenzen vergeben kann verdient man mehr oder weniger damit.

Peter

Eine vertikalen Griff haben alle Kameras (so denn überhaupt ein Griff da ist). Der zusätzliche Griff unten ist horizontal angeordnet.

Markus Gaide

ich finde es Spannend, besonders beim Einsatz von Tele Brennweiten. Aber mal Kucken was die Zukunft Bringt.

Alfred Proksch

Canons „LOCH“

sehe ich eher als Marketing um im Gespräch zu bleiben. Papier ist bekanntlich geduldig, digitale Medien sind dagegen schnell sonst würden wir hier nicht darüber diskutieren.

Wie das mit dem „Schutz“ der Löcher im Schweizer Käse ist kann ich nicht sagen, jedenfalls schmeckt die Masse rund um die Löcher recht gut.

Fazit: Canons Loch ist nicht das interessante sondern wahrscheinlich die Technik rundherum. Wie beim Schweizer Käse!

Robert B.

Eine ähnliche unorthodoxe Grifflösung gab es schon bei der Agfa- Family- Cine- und Stehbildkamera. Dieses System war nicht ganz unschuldig am Dahinsiechen von Agfa.

Markus Gaide

Die Idee ist schon geil, gerade für Teleobjektiv und hochkant gefällt mir das Mal sehen was wirklich davon kommen wird